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Quadratur des Kreises

Stolz wie Bolle präsentiere ich das letzte Machwerk aus meiner Nadelschmiede:

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Wolle: Max Gründl „Spettacolo“ -gefunden umme Ecke im Kaufland (!)

Anleitung: Mint Star von Drops Design

Fertiggestellt in 2 Wochen

Nadeln: Nadelspiel und Rundstricknadel mit 40 und 80 cm in Größe 5 (100 oder 120 cm wäre nett gewesen; so konnte ich gar nicht mal zwischendurch meine Neugierde füttern. Es sah mittendrin einfach nur nach Kuddelmuddel aus:

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Da ich beim Stricken wunderbar entspannen kann, kann man aus der für mich sensationellen schnellen Arbeitszeit den zugrunde liegenden Stress ableiten. Eine Jacke aus Frust… Merkt man ihr zum Glück nicht an 🙂

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Selten wie Sand am Meer?

Über manche Dinge macht man sich einfach keine Gedanken. Wie Luft zum Atmen – ist doch immer da. Die Sonne brodelt sicherlich auch noch ein Weilchen und Sand gibt es eben wie Sand am Meer. Oder?

Gestern habe ich mich durch die Fernsehkanäle gezappt auf der Suche nach irgendwas Erträglichem – und bin auf einem Sender, den man meistens überspringt, an einem Film kleben geblieben, der sich dem Thema Sand annahm (http://videos.arte.tv/de/videos/sand-die-neue-umweltzeitbombe–7515454.html).

Wusstet ihr, dass Sand langsam knapp wird und es eine Sandmafia gibt? Dass diese Palmeninseln, die Dubai immer fröhlich im Meer aufschütten, aus importierten Sand bestehen? Eigentlich könnte man meinen, ein Wüstenstaat hätte genügend Sand- die besteht mitnichten aus Wüstensand! Der ist durch den Wind viel zu rund geschliffen und daher für nichts geeignet, außer zum Rumwandern und Dünen bauen. Noch nicht mal für Beton ist dieser Sand geeignet. Der Sand kommt mittlerweile aus Australien.

Singapur wird auch von Jahr zu Jahr größer. Es wächst ins Meer hinein. Der Sand dafür kam früher immer aus Indonesien, Kambotscha und Indien. Mittlerweile haben diese Länder ein Exportverbot von Sand Richtung Singapur. Trotzdem schippern dort täglich Transportschiffe mit Sand ein. Illegal abgebaut.

Was passiert, wenn Sand abgebaut wird? Große Saugbagger transportieren vom Meeresgrund Sand ab. Dabei werden natürlich Korallen und Meerestiere mit angesaugt – und sterben. Auch die Organismen an den Stellen, wo der Sand aufgeschüttet wird, gehen natürlich ein. Weil weniger Meeresgetier danach rumfleucht, haben die Fische weniger Nahrung und die Bestände gehen zurück. Die armen Fischer werden bettelarm. Die Löcher im Meeresboden füllen sich mit der Zeit natürlich wieder mit Sand auf. Wo kommt der Sand her? Natürlich von den Stränden – da rutscht der Sand wieder zurück ins Meer. Gerne auch irgendwo anders auf der Welt. In Indonesien sind mittlerweile 25 komplette Inseln verschwunden. Und in Californien gehen die Stände zurück. Strandhäuser der zweiten Reihe stehen mittlerweile vorne in der Brandung. Natürlich spielt auch die Bebauung am Wasser und einbetonierte Ufer eine Rolle.

Wer in der Schule aufgepasst hat wird jetzt einwerfen, dass Sand aus kleinsten Steinen besteht und die ja aus dem Gebirge kommen. Durch die Flüsse ins Meer gespült werden. Doch wie funktioniert das, wenn es in jedem Fluss irgendwo einen Staudamm gibt? Eben. Gar nicht mehr. In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es über 75000 (kein Tippfehler!) Talsperren. Viele davon werden gar nicht mehr zur Energiegewinnung genutzt. Andere Länder wie beispielsweise China mit wachsender Industrie, benötigen viel Strom und bauen immer neue Staudämme. Aus den Flüssen gelangt so gut wie kein Sand mehr in die Ozeane.

Sand braucht man auch zum Bauen. Als Beispiel wurde Marokko aufgeführt – immer mehr Touristen kommen, um ihren Urlaub am Traumstrand zu verbringen. Für die Touristen braucht man riesige Bettenburgen aus Beton. Der Sand dafür kommt von den Stränden. Diese verschwinden. Die Touristen dann vermutlich auch, aber immerhin gibt es dann viele Hotels. Der Sand ist natürlich mit Meerwasser vermischt und der Salzgehalt führt zu einer höheren Korrision der Baukörper. Viele öde Küstenstreifen mit vielen maroden Bauruinen.

Sand ist mittlerweile ein rares Gut.

Sonst bin ich ja eher unpolitisch, aber bei Umweltskandalen wächst mir ne Feder. Solche Fernsehabende machen mich immer sehr nachdenklich. Aber es geht uns alle an.

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Hobbysynchronisation

Das genetische Programm läuft wie geschmiert. Sohnemann zieht es hinaus an den See, das Outdoorkind verlangt zu Angeln. Mama hingegen möchte nicht weiter tun als abhängen und heimelig stricken. Vielleicht noch für das Abendbrot backen. Was tun?

1.) Den Brotbackautomaten mit Zutaten bestücken und ihn seinen Job machen lassen

2.) Kinder wetterfest kleiden und darauf vertrauen, dass sie schon selbst die Angeln und Käscher mitnehmen (hat geklappt)

3.) ein mobiles Strickstudio am Fahrrad vertäuen

Also wird aus Angeln

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Und Stricken

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Strangeln oder auch Angricken… Oder so ähnlich

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Und so lange es nicht regnet, bleib ich hier in meinem Stühlchen sitzen und schwinge die Nadeln. Ich knipse höchstens mal, was mir vor die Linse schwimmt.

Und daheim wartet frisches Sonnemblumenkernbrot auf uns.

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Wie war Euer Pfingstmontag?

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Fahren Sie gerne Auto?

Ich fahre gern Auto. Ausgesprochen gerne. Es macht mir nichts aus, mich tagtäglich hinters Steuer zu setzen. Mittlerweile bin ich so in elfeinhalb einundzwanzigeinhalb (bin ich wirklich so alt??) Jahren auf schätzungsweise 340000 gefahrene Kilometer gekommen und wurde dreimal geblitzt, habe 4 mal falsch geparkt und ich habe einen Unfall verursacht – wobei man dazu sagen muss, dass es Winter war und das Glatteis das Rechtsabbiegen unmöglich machte. Naja, dann gab es noch ein paar kleinere Rempler, die allerdings ohne sichtbare Schäden verliefen. Mir selbst ist zweimal ein Unfallgegner reingebrettert. Mein altes kleines Auto und meine Nerven haben darunter sehr gelitten.

Autofahren ist ein wiederkehrendes Risiko. Jeden Tag läuft man Gefahr, dass was passiert.

Nicht, dass ich unsicher fahren oder mich vor dem Verkehr fürchten würde. Mir macht Fahren einfach Spaß, ob nun in bundesdeutschen Großstädten oder beispielsweise in der Türkei, wo Autofahren immer noch mit viel Kreativität und Hupen einher geht. Da ist es nicht weiter schlimm, wenn man trotz Gegenverkehr überholt – die weiteren Verkehrsteilnehmer weichen ganz selbstverstädlich auf den Seitenstreifen aus und so wird jedes Überholmanöver möglich und kalkulierbar.

Vor drei Tagen allerdings auf der Landstraße zwischen meinem Dorf und Falkensee gab es ein Überholmanöver der besonderen Art. Ein paar Autos vor mir überholte ein kleiner grüner Peugeot und ich beobachtete die Szenerie und fragte mich, warum man überholt, obwohl kein Schleicher vor einem ist und sich das Manöver recht lange hin zog, da der Überholer nur geschätzte 2 Km/Std. schneller war als der Überholte. Das Elefantenrennen wurde sogar fortgesetzt, als schon der Gegenverkehr in Sichtweite kam. Da dachte ich noch „wann will der denn mal wieder auf unsere Spur zurück?“, als der Gegenverkehr auf gleicher Höhe war. Der erste Wagen auf der gegenüberliegenden Spur versuchte dann, nach rechts auszuweichen – da es aber keinen Standstreifen gab, ist er irgendwie im Rasenstreifen ins Schlingern geraten. Der Fahrer dahiner hat offenbar gar nicht mitbekommen, was da passierte, hat dadurch nicht abgebremst und plötzlich sah es so aus, als versuchen 4 Autos 2 Spuren zu verdoppeln. Fahrer 2 hatte jetzt die Wahl zwischen in den Gegenverkehr reinzubrettern oder nach rechts zu ziehen. Er entschied sich für letzteres, wodurch er nicht in mein Auto reinrutschte, sondern dem ersten vom Gegenverkehr voll von links in die Seite fuhr. Anschließend sah ich nur noch Autoteile, darunter ein rechter Außenspiegel, durch die Luft fliegen. Alle Autos hielten an – nur der grüne Peugeot fuhr unbehelligt davon. Natürlich hat sich Niemand das Kennzeichen gemerkt. Nachdem der Schreck verdaut war und es sich kurz darüber ausgetauscht wurde, wer was gesehen hat, setzte ich die Fahrt fort und an der nächsten Querstraße bog vor mir ein grüner Peugeot ein. Hmmmm, ist das jetzt der Übeltäter? Wie viele hellgrünmetallic Peugeots 106 gibt es im Havelland? Zufall? Ich weiß es nicht – jedenfalls habe ich mich dagegen entschlossen, den kleinen Grünen vorzuverurteilen aufgrund seiner Hautfarbe… sozusagen.

Einen Tag später: ich warte geduldig, dass ich links abbiegen kann, fahre dann gemächlich los als neben mir ein Vierzigtonner mit überhöhter Geschwindigkeit die Geradeausspur zum Linksabbiegen benutzt und mich dabei schneidet. Zwei Kreuzungen weiter nimmt mir ein Taxi die Vorfahrt, schleicht anschließend mit 30 vor mir her, um an der nächsten Ampel einfach bei Rot von dannen zu fahren. Ich sitze dabei in Mamas feuerwehrroten Auto mit weißen Ralleystreifen und frage mich, ob nur ein Blaulicht garantiert, nicht übersehen zu werden.

Zurück in meinem angestammten schwarzen Kombi musste ich heute auf der Fahrt zur Arbeit zwei mal eine Vollbremsung machen, damit die weiteren Verkehrsteilnehmer vor mir ohne Blinken und recht abrupt schadlos die Spur wechseln können. Na, gern geschehen! Sind wir jetzt mit der Fahrspur einverstanden? Gehts noch???

Wenn man nicht immer die Blödheit der Anderen einkalkulieren würde, hätte ich jeden Tag einen Unfall. Mehrmals.

Langsam macht es keinen Spaß mehr.

Übrigens waren bei der Fahrerin des grünen Peugeots und dem Taxifahrer eindeutig zu erkennen, dass das Haupthaar ergraut war und sie, sagen wir mal, die 60 überschritten haben. Nun will ich ja ein braver Bürger sein und mich nicht über solche Kleinigkeiten wie das Alter aufregen. Das ist politisch nicht korrekt. Trotzdem frage ich mich, warum es reicht, einmal im Leben einen Sehtest zu machen, einmal einen Erstehilfekurs, einmal eine Führerscheinprüfung und danach ohne regelmäßige Eignungstests noch 60 Jahre ein Fahrzeug zu lenken und sich und andere zu gefährden.

Als Ersthelfer in der Firma mache ich alle 2 Jahre einen neuen Kurs mit. Nur für den Fall, dass ich vielleicht mal Erste Hilfe leisten muss. In 18 Jahren habe ich erst ein Mal einen Kollegen nach einem Kreislaufkollaps in eine Decke gehüllt. Aber gut, dass ich dafür ausgebildet wurde! Warum werden Kraftfahrer, die mit einem Gerät unterwegs sind, was Menschen töten kann, nicht regelmäßiger auf ihre Eignung hin untersucht?

Jetzt zum Wunschkonzert:
Ich wünsche mir einen Tag Panzerfahren ohne Reue in Berlin. Mit einem Panzer ohne Zulassungskennzeichen. Dann würde ich nicht mehr für Idioten bremsen. Und diese aufgerissenen Türen an der Fahrbahnseite, aus denen die Leute ihren Einkauf entladen, würde ich mit Wonne und einem Lächeln im Gesicht mit meinem Panzer wegreißen. Langsam befürchte ich, Autofahren macht mich aggressiv. Halt! Nicht nur mich. Aber träumen wird man doch noch dürfen…

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Elterntage

Vatertag… Muttertag….

In Ermangelung eines Vaters hat mir Sohnemann schon mal ein in der Kita gebasteltes Vatertagsgeschenk zukommen lassen. Es waren selbst gebastelte Pralinen – der Verzehr hat auch als Mutter reibungslos funktioniert. Erstaunlich war, dass er mitbasteln musste, obwohl er beteuert hat, keinen Vater zu haben! „Nix da- jeder hat einen Vater!“ lautete der harsche Kommentar.

Selbstverständlich gibt es einen Erzeuger – aber einer, der sich schon in der Schwangerschaft von Dannen gemacht hat und seit dem weder Präsenz noch Interesse gezeigt hat, der ist in meinem Sinne kein Vater. Nun war ich quasi gezwungen, auch der Kita meine Definition von Vater mitzuteilen. Betretenes Schweigen…

Natürlich war das anders konzipiert… nur Zwingen kann man keinen, bei seiner (im Werden befindlichen) Familie zu bleiben und sich nicht nach vermeintlich besseren Frauen (mit den schon fertigen Kindern) umzusehen. Offenbar sind einige immer noch der Meinung, man könne sich Familie aussuchen! Nur hatte diese Vorstellung von Wunschkonzert arge Auswirkungen auf die meisten Beteiligten…

Seit Geburt an versuche ich also, sowohl Vater als auch Mutter zu sein. Mein angeborenes Handwerker-Gen hilft dabei natürlich enorm und so kann mein vaterloser Spross besser mit Werkzeug umgehen als so mancher Schulkamerad, der mit Vater, Onkel und Opa aufwächst. HA!

Aber es heißt ja auch Herrentag, damit auch die mitsaufen können, die es mit der Fortpflanzung nicht gepackt haben!

Dieses Jahr, der stete Nieselregen mag seinen Teil dazu begetragen haben, sind uns während der obligatorischen Fahrradtour keine mit frischem Grün geschmückten, alkoholisierten, grölenden Testosteronkomglomerate über den Weg gerollt. Nun gut – wir sind auch nicht wirklich weit gekommen, da bereits nach 5 KM die „ich kann nicht mehr!!!“-Rufe erschallten und uns der Eichenprozessionsspinner den Weg abschnitt. Die Fahrradstraße Richtung Norden war gesperrt – wegen Schädlingsbekämpfungsmitteleinsatz. Keinen hat das mehr gefreut als Sohnemann. Trotzdem haben wir 20 KM runtergeradelt.

Abends gab es noch gemütliches Abhängen für mich und für Sohnemann Fieber und Husten.

Mich begleitet der Husten jetzt schon seit mindestens 2 Wochen. Langsam mache ich mir etwas Sorgen und habe einen Termin beim Pulmologen gebucht. Was freu ich mich auf den Lungenfunktionstest! „Puuuuuuuuuuuusten!“ Hach.

Muttertag ist allerdings Muttertag… denn einen separaten Frauentag gibt es ja schon. Ich habe zwar nie kapiert, warum es für Frauen einen eigenen Tag gibt, aber ich wehre mich nicht gegen geschenkte Blümchen. Schließlich gibt es für alles und nix einen eigenen Tag. Tag des Hundes, Welttag des Radios, Tag der offenen Töpferei… Und wer sich nirgends wo wiederfindet, hat garantiert irgendwann Namestag oder zumindest einmal im Jahr Geburtstag. Oder alle 4 Jahre – wenn man am 29. Februar das Licht der Welt erblickte. Irgendwas ist immer…

Na egal- Muttertag! Unser Muttertag war so unspektakulär wie möglich. Wir waren zum Frühstück in unserer Lieblingsbäckerei, danach auf einem kleinen (ja, was war das eigentlich? Wahlkampfveranstaltung? Flohmarkt?) Dorffest in Falkensee und im Supermarkt. Supermarkt?? Am Sonntag, Tag des chronischen Erschöpfungssyndroms (in echt jetze!!), MUTTERTAG? Ja, denn es war auch noch verkaufsoffener Sonntag. Unglaublich. Ein Tag der Superlative! Egal- Business as usual. Langstielige Gratisrose. Da es im Kühlschrank an einigen lebensnotwendigen Dingen mangelte… außerdem ist es immer ganz angenehm, Frischware auf dem Grill zu rösten. Wir haben zum Grillen taktisch klug die Lücke zwischen zwei Regenschauern genutzt.

Sohni wurde dieses Jahr genötigt, eine Milchflasche zu einer Vase umzubasteln (Schule) und noch ein paar passende Blümchen dazu zu finden (icke). Zum Vatertag habe ich dieses Jahr nichts bekommen. Traurig bin ich nicht.

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Übermorgen ist übrigens internationaler Tag der Familie – wer also noch was nachzuholen hat…

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2:07

Gestern habe ich genau 2 Stunden und 7 Minuten für meinen Heimweg gebraucht. 27 Kilometer. Und ich war mit dem Auto unterwegs – zu Fuß hätte es vermutlich noch etwas länger gedauert. Wohlgemerkt nur etwas…

Okay, es kann ja jedem mal passieren, dass man sich am hellichten Tag mit dem Auto auf der Stadtautobahn überschlägt und 2 von 3 Spuren gesperrt werden müssen, tragische Sache, die Bergung sich stundenlang hinzieht und der Stau sich 16 Kilometer quer durch Berlin anhäuft…

…doch mittendrin war mir das total egal! Für den ersten Kilometer habe ich 30 Minuten gebraucht – da war schon klar, dass ich Sohnemann nicht pünktlich von der Schule abholen kann. Also kurz in der Schule angerufen und gebeten, ihn schon mal alleine nach Hause gehen zu lassen (den Rückstand hole ich auf!!!).

Als ich dann eine Stunde später erst die Strecke, für die ich sonst 6 Minuten brauche, bewältigt hatte, war mir klar, das wird nix mit aufholen – das wird noch nicht mal was mit meiner Pflicht als Mama, den Nachwuchs zum Gitarrenunterricht zu kutschen. Davon mal abgesehen, ist der Sproß mittlerweile allein vor verschlossener Haustür. Schade auch, dass meine Mom, die noch rettend einspringen könnte, sowohl Festnetz als auch Handy ignoriert.

In der Zwischenzeit mache ich mir Gedanken, wie ich auf mittlerer Spur Höhe Ku’Damm und mit Reizhusten das Drücken der Blase ignorieren kann und entwickle McGuyver-mäßige Ideen, um aus mich umgebenden Materialien (Taschentücher! Plastiktüten!) schnell mal eine Improvisationswindel zusammenzufrickeln.

Zum Glück ist die Mutter eines Kollegen gerade bei meiner Mom. Also rufe ich den Kollegen an, der widerum seine Mutter anruft, die dann meine Mutter bittet, mich DRINGEND auf dem Handy anzurufen. Geht doch!

Nach einer Stunde und 45 Minuten fahre ich von der Stadtautobahn ab und stürme das Kunden-WC eines günstig gelegenen Baumarktes.

Schön, dass auch Spandau komplett dicht ist. Alle Welt versucht, die Stadtautobahn weiträumig zu umfahren. Selbst der Weg aus der Stadt raus ist proppevoll.

Bislang habe ich es selbst zu schlimmsten Zeiten immer in 1:30 nach Hause geschafft. Selbst wenn 2 von 3 Zufahrtsstraßen nach Spandau dicht waren. Sogar als im Forst ein Baum umgekippt war und es kein Vor- noch Zurück gab. Meine komplette Zeitvorstellung wird umgeworfen! Muss ich jetzt sicherheitshalber immer einen 2-Stunden-Puffer einplanen? Wie kann ich bis 18:00 im Büro sein, wenn meine Fahrt 2 Stunden dauert und der Hort um 17:00 schließt? Ist Vollzeitarbeit jetzt nur noch mit einer Zeitmaschine möglich?

Immerhin schön, dass zumindest morgens die Strecke ziemlich sicher in 35 Minuten zu schaffen ist. Ich muss also nur die Rückfahrt vermeiden. Entweder zieht mein Büro zu mir oder ich schlafe in der Woche künftig unterm Schreibtisch.

Nach 2 Stunden und 7 Minuten Ankunft. Meine Mom ist nicht da, Sohnemann nirgends zu sehen. Doch auf dem Tisch steht Zitronencremetorte und wir sind allein….

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Rund um den AVON-Frauenlauf

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Ein Event will gut vorbereitet sein. Startunterlagen und Laufshirts einsammeln. Das Haus aufräumen und 5 Schlafplätze herrichten. Bärlauch sammeln und Pesto basteln. Einen Tisch für das Frühstück davor buchen. Und sich selbst in Hochform bringen.

Zumindest hat es geklappt, die Gäste gut unterzubringen. 1500 Gramm Nudeln mit Bärlauchpesto zu vermischen war dann doch ziemlich tricky. Was nicht ganz so perfekt war, haben 12 Flaschen Sekt und eine Flasche Champagner (danke Carola! Spitzenidee!) ganz schnell vergessen lassen.

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Meine Nachbarn verzeihen mir sicherlich, dass wir im Garten lauthals zu der Fetenterror-CD mitgegrölt haben- meistens sogar komplett was anderes, als aus den Lautsprechern drang. Da wir aber den Interpreten von Band locker übertönt haben, dürfte das nicht weiter aufgefallen sein.

Das Frühstück am Samstag war übrigens die totale Pleite. Gut, ich habe meine Buchung noch zwei mal geändert, aber uns dann so abzuschieben… Aber der Reihe nach: im letzten Jahr waren wir sehr angetan von der Location, schön gelegen am See in unmittelbarer Nähe zur Laufstrecke. Brillant. Das lässt den miesen Service in den Hintergrund treten. Aber uns 13 Frühstücksgäste in den Biergarten zu platzieren, wo es alles außer Frühstück gab, war doch ganz schön frech. Und mir dann noch zu sagen, na, ich hätte doch im Biergarten reserviert und da könne man nix machen….

Doch, konnte man: tschüß Café am neuen See, hallo Schleusenkrug!!!

So hatten wir schon vor dem eigentlichen Lauf insgesamt gute 5 km Aufwärmen im Tiergarten.

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Der Lauf war eigentlich mehrere Läufe, da wir es geschafft haben, in wirklich jeder Kategorie Teilnehmer an den Stadt zu schicken. Mit und ohne Zeitmessung, walken, joggen, 5 und 10 km.

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Alle haben ihren Lauf gemeistert. Nur eine stand mehr oder weniger geduldig mit triefender Nase, quälendem Dauerhusten und allen Taschen am Rand *heul*

Herzlichen Glückwunsch an Birgit, Miriam, Puja, Martina, Susanne, Martina, Birgit, Sandra, Sandra, Sylvina, Katja, Mareike und Astrid! Ihr wart der HAMMER!!!

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Schlimmer war es natürlich, im Anschluss noch zu Fuß zur S-Bahn zu laufen, mit hängenden Magen zu Prenz’l-Bergs coolstem Burger-Laden zu schlürfen und mit letzter Kraft Pujas Dachterrasse zu erklimmen. So richtig partylustig waren wir da alle nicht mehr. Nur Kätzchen Tara war im siebenten Kraulhimmel und ließ sich entspannt das Winterfell rausstreicheln. Für den Heinweg gönnten wir uns dann ein schönes Großraumtaxi.

Mädels, es war soo schön und ihr fehlt mir echt gewaltig!!

Nun sitze ich hier mit wunder Nase, Layas Hello Kitty Taschentüchern, huste immer noch brutal und kann nur hoffen, dass ich nächstes Jahr meinen Heuschnupfen soweit im Griff habe, dass ich selbst laufen kann. Denn Taschen halten ist langweilig. Aber so habe ich noch ziemlich genau 360 Tage Zeit, um zu trainieren.

Meine Rückenschultrainerin war übrigens auch dabei. Sie war Sechste bei den 5 km mit Zeitmessung. Na, das ist doch mal eine Herausforderung!!