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Hab da mal eine Frage an die Strickexperten…

Hm. Bin etwas ratlos.

Für den Knitalong vom Bastelschaf habe ich den Streber gegeben und schon mal eine Maschenprobe angefertigt. Also jetzt nicht wirklich ein vollständiges Quadrat gestrickt (in mir steckt nur gaaaanz wenig Streber!), sondern nur die erforderliche Maschenanzahl und so 2-3 Zentimeter in der Höhe.

Dann war schon klar: 26 Maschen mit Nadel 3,5 ergibt nicht 10, sondern 13 Zentimeter Breite. Na, das ist ja mal doof!

Dabei stricke ich nicht wirklich locker! Gar nicht! Und bei der Wolle wird Nadelstärke 3,5 bis 4 empfohlen. Eigentlich wäre für mich also die 4 geeigneter, weil ich ja eh fester stricke. Theoretisch.

Nächste Idee: auf Nadel 3 wechseln. Wobei mir etwas übel wurde bei dem Gedanken, eine ganze Strickjacke mit einer 3er Nadel zu stricken.

Egal- probiert. Ergebnis: 12,5 Zentimeter Breite. Mist! Das ist ja auch nicht viel besser!!!

Ooookayyyy…. ist die Wolle zu dick? Doch laut Herstellerangaben passt das vorzüglich zur Nadel 3,5.

Die Wolle hat übrigens bei einem Gewicht von 50 Gramm eine Lauflänge von 150 Metern.

Brauche ich eine andere Wolle?

Oder würdet Ihr eher sagen: ist doch wurscht. Dann nimm halt die Anleitung für eine andere Größe. Ich brauche ja eh keine XS.

Oder ist die Anleitung etwas gaga? Hat schon einer Erfahrungen mit dem Clarity Cardigan?Clarity Cardigan

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Cardigan Knitalong!

Juhuuu! Genau das Richtige, wenn man 3-5 unvollendete Strick- und Häkelprojekte rumzuliegen hat, die im Moment nicht mehr so kicken und gruselig langweilig werden, ist… *Trommelwirbel*
…ein neues Projekt! Yeeyyyy!

Klammheimlicher Plan: bevor es los geht, noch ein, zwei Sachen beenden. Denn es geht ja erst nächste Woche los.

Was geht ab fragt ihr Euch? Das kann Euch am Besten das Bastelschaf erklären!

Ich bereite in der Zwischenzeit mal flugs was vor….

1. Anleitung käuflich erwerben:

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Check. Hab ich.

2. Einen vorsichtigen Blick in die mobile Strickbox formerly known as Puppenbettchen werfen:

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Uiuiui… Für den Badvorleger aus Textilwollgarndings fehlt noch Material (Himmel! Das verbraucht sich rasant! Das wird der erste Duschteppich, der 30 Kilo wiegt!), die Zickzack-Strickjacke ist leider in der Schaffenphase Ultra-langweilig und der zweiten Handschuh ist zur Zeit noch nicht wirklich wichtig. Na gut- dann beende ich erstmal die Häkelmütze für den Lieblingskerl.

3. Vorräte sichten:

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Ja. Da sollte sich was finden lassen mit einer Lauflänge von etwas über einen Kilometer.

4. Festlegen:

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Jep. Find ich gut.

Da kann ich doch jetzt eigentlich ne Maschenprobe nadeln, oder??

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Sommerurlaub

Zeit wird es für eine kleine Urlaubszusammenfassung.:

Geplant hatten wir nichts- der Lieblingskerl hat erst kurz vorher seinen Urlaub genehmigt bekommen und von daher konnte ich mich vorher gar nicht richtig festlegen. Unsere lustige schnelle Gartenschuppensanierung hat unbemerkt ein ganz schönes Loch in der Portokasse hinterlassen und irgendwie habe ich mich auf so ein spontanes ins-Auto-setzen-Ding gefreut.

Erste Vorbereitung: das zur zwischenzeitlichen Lagerung des Schuppeninhaltes aufgebaute Zelt wieder abbauen. Also Machete zücken und aus dem Rasenwildwuchs raustrennen. Meine Güte! Seit Ostern oder so stand diese Übergangslösung wohl im Garten. Und ich muss schon sagen: Sonnenlicht ist nicht zu unterschätzen! Die arme Zelthaut hat ganz schön gelitten, wurde porös und riss schnell ein. Zum Glück hat hier eine Rolle Spezialklebeband schnelle Hilfe gebracht und ich musste einige schlimme Schlitze zuflicken.

Weitere Vorbereitung: Alles, was irgendwie nach Camping aussieht, ins Auto werfen. Für den Rückspiegel dann wieder eine kleine Schneise einbauen. Und noch rasch einen Zeltplatz googlen. Navi braucht ja Futter! Und: irgendein Ziel im Leben ist nicht unwichtig! Also ging es los Richtung nord-östlichster Campingplatz Deutschlands.

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Dieser Zipfel von Deutschland liegt am Stettiner Haff und da gibt es noch nicht mal Füchse, die nem Hasen gute Nacht sagen könnten! Zumindest habe ich keine gesehen… Nur ein paar Meter weiter östlich hatten wir dann auch schon einen polnischen Anbieter im Handy.

Dort angekommen regnete es gerade aus Kübeln und irgendwie hatten wir uns den Einstieg in unseren Campingurlaub anders vorgestellt….

Dafür war der Platz recht hübsch gelegen. Vor unserem Zelt hatten wir noch 3 Meter Rasen und dann begann der Strand. Ideale Bedigungen auch für unseren Angler, der neben dem Bett quasi vom Steg aus angeln konnte. Interessanes am Rande: Angelkarte für einen Tag 6,00 EUR – Jahreskarte 10,00 EUR. Hä? Was’n das für ne seltsame Kalkulation??? Nun ja- Sohnemann ist jetzt stolzer Besitzer einer Jahresangelkarte für Mecklenburg-Vorpommern. Wer weiß, wozu das noch gut ist!

Unsere bereits vorhandene Ausrüstung haben wir in den folgenden Tagen noch wie folgt ergänzt:

– Wasserkocher – der vorhandene blieb zu Hause stehen

– Thermoskanne – die alte stand daheim gleich neben den Wasserkocher

– 2. Luftmatratze in 140×180 cm, da Lieblingskerl und ich auf einer nicht zum Schlafen kamen. Drehte sich einer, wurde der andere in die Luft hochgeschleudert. Nieste einer, vibrierte der andere. Hustete einer, bebte der andere. Liste beliebig erweiterbar…

– neue Luftpumpe. Vorhandener Blasebalg: 2 Stunden missmutiges drauf rumgetrete. Neue Doppelhubpumpe: lustiges 10-minütiges Armtraining.

– 2 Fleecedecken. Die Schlafsäcke waren einfach zu dünn für das plötzliche Herbstwetter

– Adapter für den Campingstromanschluss und 15 Meter Verlängerungskabel – drei Handys auf kurzen Fahren im Auto laden führte regelmäßig zu Interessenskonflikten der Nutzer.

– 4 Holzbrettchen – brauchten wir nicht, sahen aber total chic aus

– 1 Fleecejacke, eine fast winddichte Jacke und eine wirklich winddichte Jacke für mich – irgendwie war ich nicht auf Herbststürme eingerichtet

– 2 lange Hosen für mich – gleiche Begründung

– 1 Paar Stiefeletten für mich – die waren reduziert! und schön! und überhaupt! Schuhe!!!

– 1 warme Jogginghose für den Lieblingskerl – gehört zur naturgemäßen Verwahrlosung auf Campingplätzen und der Anpassung an vorherrschende Kleidungsideale

– 2 warme Sweatshirts für Lieblingskerl – aus den gleichen Gründen

– 1 Angel, 1 Kurbel und diverse Wobbler, Blinker und weiteres Angelgedöns für den Sohnemann. Nun ja – ich sag nur Angeljahreskarte!

– 1 Jeans für den Lieblingskerl. Sie war grün und ich habe ihn wohl irgendwie mit meiner Grünmacke infiziert

– 1 grünes Sweatshirt für den Sohnemann – aus irgendwie allen vorgenannten Gründen

– 1 Armband, 1 Kette, 1 Paar Ohrringe und 1 Ring für mich. Einfach nur, weil sie schön waren. Und Grün.

– Wolle. Wolle. Wolle. Und eine Häkelnadel und eine Anleitung zum Häkeln einer Boshi. Also einer Häkelmütze. Begründung: Wetter.

– Knüpf-Loom-Gummiringe für den Sohnemann. Der wollte bei Regen auch was zu tun haben.

– 1 Satz Schaschlikspieße. Jedes Mal gingen uns Zeltheringe verloren und wir fanden einfach keinen Ersatz. Dafür waren wir dann garantiert die einzigen mit echt langen rostfreien Edelstahl-Heringen!

– Klopapier. Auf einem Zeltplatz gab es keines.

Nach all diesen Anschaffungen war der Zelturlaub besser zu ertragen! An dieser Stelle hatten wir uns dann auch von der Idee verabschiedet, ein Campingurlaub im eigenen Land wäre finanziell schlank.

Trotzdem haben wir es insgesamt nur 7 Tage im Zelt ausgehalten. Danach war alles irgendwie feucht und muffig und wir hatten Rücken und Schulter und die Laune sank zusehens…

Nach dem Stettiner Haff haben wir noch Usedom, Rügen und den Darß bereist. In Zingst haben wir und dann recht genervt bei Dauerregen ein Apartement gemietet. Es war das letzte, welches bei der Zimmervermittlung noch zu haben war. An der Stelle war uns bereits egal, ob wir in einer maroden Kaschemme, auf Stroh im Stall schlafen oder sitzend in einer Badewanne. Aber es sollte einfach nur eine elend teure Nobelherberge direkt an der Seebrücke werden. Über den Preis spreche ich jetzt mal nicht… nur soweit: der Stellplatz für das Auto war NICHT dabei. Und in Zingst gilt ein Nachtparkverbot sagte der freundliche Mann an der Rezeption. Sofern man nicht die Luft aus dem Auto rauslassen und das zusammenfalten kann, braucht man also einen Stellplatz. Und dann verkaufte er uns einen für 12 EUR. Pro TAG!!!

Zusammengefasst kann man sagen, dass es nicht Jedermanns Geschmack ist, alle 2 Tage ein Zelt erst ab- und dann wieder aufzubauen. Insbesondere, wenn dieses regennass ist. Auch kommt nicht jeder damit klar, dass der Sand zwischen den Kiefern, den Dünen und der See überall hingelangt. Erst auf die Luftmatratze, dann in den Schlafsack, dann… uäh!

Aber wir haben echt viel gesehen, viel gelacht und Spaß gehabt.

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Noch ein recht sinnfreier Monolog beim Autofahren:

Lieblingskerl: „Pension: belegt. Ferienzimmer: belegt. Da- Ferienwohnung. Auch belegt. Ich frage mich immer, womit die denn belegt sind. Salami, Schinken… das könnte man doch dazu schreiben, oder? Nanu: da steht auf einem Schild „ÜF“! was ist denn ÜF? Üf, üffff??? Spricht denn hier keiner mehr Deutsch??? Nur noch in Lautsprache? Und dann guck Dir mal die ganzen Ortsnamen an! Sonstwas-vitz. Witz schreibt man mit W! Sowas! Sollen erst mal in die Schule gehen, bevor sie Ortsnamen erfinden. Üff, üff! Und hier gibt es Barther Tomaten. Naja – besser als harte Tomaten, wa?“

Ich habe Tränen gelacht!

ÜF ist übrigens Übernachtung + Frühstück 😉

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Wieder da!

Huhu!

Ich war übrigens weg. So Sommerferien und so… Vielleicht ist es Euch aufgefallen, dass es hier etwas ruhiger war als sonst. Ansonsten wisst Ihr es jetzt 😉

Ja, und bevor wir weg waren, hatten wir noch überlegt, wann wir genau wegfahren… wir hatten nichts gebucht, der Sohnemann sowieso in einem kalkulierbaren Zeitraum Ferien, ich 2 Wochen Urlaub… nur der Lieblingskerl wusste nicht, ob das auch klappt. Gebucht hatten wir daher nichts! Und in Haus und Garten war ja auch noch nicht alles fertig…

Und es stand noch der elterliche Quartals-Pflichtbesuch bei Ihm an und… dann kam am Samstagmorgen der Anruf, dass meine Mom schon wieder im Krankenhaus ist… weil der Blutdruck plötzlich in die Höhe schoss… Und sie sich so fürchtete, dass sie Freitag Nacht noch den Notarzt anrief. Gut reagiert! Beim letzten Mal wartete sie noch bis Montag ab, bis ihre Hausärztin Sprechstunde hatte…

Vorab schonmal: meiner Mom geht es wieder gut, der Blutdruck hat sich auf Normalmaß runtergeregelt und keiner weiß, was war und warum.

So begab es sich also, dass wir erst Dienstag in den Urlaub gestartet sind. Und somit neben Krankenhausbesuchen auch noch ein paar Ausflüge auf dem Weg dorthin einbauen konnten.

Als erstes haben wir natürlich meine Mom besucht und bei der Gelegenheit noch ein wenig das Restaurantangebot in Nauen gecheckt. Und die abendliche Kulisse genossen:

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Am Tag danach haben wir das ehemalige Olympische Dorf in Elstal besucht (liegt auf dem halben Weg zwischen Berlin und Nauen). Dort waren 1936 die Olympioniken untergebracht, die sich in Berlin den Wettkämpfen stellten. Höchst spannend, vor allem, weil „früher“ die Transitstrecke von Berlin Richtung Hamburg dort lang führte. Ich kann mich noch genau erinnern, dass kurz hinter der Heerstraße, kurz vor Dallgow-Döberitz ein Schlagloch auf der Straße wohnte, in der sich ein Kleinwagen ganz bequem drin verstecken konnte. Es wurde jedoch nicht geflickt, sondern musste umfahren werden. Jedes Jahr standen mehr Pylonen rings ums Loch wie stumme Trauergäste.

Jedenfalls kam kurz hinterm Schlagloch immer dieser Abschnitt der Transitstrecke, wo russische Soldaten mit ihren komisch aussehenden Uniformen und den aberwitzig geformten Tellerminenmützen rumliefen. Und ihre grell geschminkten weiblichen Gefährtinnen, die stets zu kurze Miniröcke trugen. Die eigentliche Sensation lag allerdings dahinter: hinter den schiefen Mauern konnte man zwischen den Bäumen Gebäude erkennen, die deutlich älter waren als die zu durchquerende fremde Republik. Da raunten sich schon früher meine Eltern zu: „das ist das Olympische Dorf!“. So wie wir heute raunen würden „und dort liegt das versunkene Atlantis!“ Zusammengefasst: das Olympische Dorf hat mich schon immer angezogen und fasziniert.

Jahrelang kam man allerdings nicht richtig ran oder ich habe mich einfach nicht ausgiebig genug damit beschäftigt, mal über Mauern zu klettern. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich auch sonst nie ausgiebig langweile… einmal war ich dort schon schauen und es war abgesperrt.

Verfallende Gebäude üben auf mich irgendeine nicht zu erklärende Faszination aus. Ziehen mich magisch an. So gibt es auch an der Bahnstrecke Berlin-Hannover ein bröselndes Gebäude, was ich schon mal besucht habe. Da musste man durch Stacheldraht durch und über eine Mauer hinweg…. Und den alten Flugplatz am Erlenbruch in Schönwalde-Glien habe ich auch schon mal erkundet. Das Loch im Zaun war schnell gefunden und man traf auf dem angeblich bewachten Grund zahlreiche Spaziergänger!

Ich schweife ab…. ‚tschuldigung.

Hier ein paar Impressionen vom Olympischen Dorf:

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Und dann mittendrin: ein Baum mit leuchtend gelben Früchten. Mirabellen! Geil!!! Also flink durch eine Absperrung („historischer Grund – Betreten verboten“) und den mal nicht vergessenen Jutebeutel gezückt – und ein Kilo Mirabellen geplückt. Historisch verbotene olympische Mirabellen!

Zu Hause haben wir dann eine Hälfte Chutney und eine Hälfte Marmelade (oder Konfitüre?) daraus gekocht. Meine olympische Disziplin.

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Lecker ist es geworden! Für den pikanten Brotaufstrich kam frei Schnautze noch heller Balsamicoessig dazu sowie etwas Honig und angeschmorte Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Sambal Oelek, für den süßen Brotaufstrich bin ich in den Vorratsschrank getaucht und habe eine Tüte Gelierzucker mit Orangenblütenaroma gefunden und diesen dann laut Aufdruck verarbeitet (kann man zusammenfassen mit „reinschütten und aufkochen – fertig!“).

Und wie wir 10 Tage bei Regen im Zelt ausgehalten haben und wie viele warme Jacken ich kaufen musste um nicht zu erfrieren, erfahrt Ihr demnächst auf diesem Senden!

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Männer wieder eingesammelt

Wundervoll, dass man in der heutigen Zeit technisch in der Lage ist, jederzeit Informationen über den Verbleib des Reisebusses online anzurufen, in dem der Sohnemann die Heimreise aus dem Angelcamp antritt. So sah ich im Büro noch schnell nach – ja, Ankunftszeit 16:00 Uhr. Perfekt!

Der Lieblingskerl sitzt derweil in einem Zug eines bekannten deutschen Unternehmens, dass sich… nunja… nicht gerade durch Pünktlichkeit auszeichnet. Seine geplante Ankunftszeit beträgt 16:17 Uhr. Wäre nahezu perfekt, wenn nicht der Sohnemann am Ostbahnhof und Lieblingskerl am Hauptbahnhof ankäme…

Lieblingskerl fährt nie auf Dienstreise. Eigentlich. Und Sohnemann fährt eigentlich nie alleine in den Urlaub. Kommt es aber zuuufällig trotzdem vor, sind beide natürlich zeitgleich weg. Und kommen am gleichen Tag nahezu zur gleichen Zeit zurück. An 2 verschiedenen Orten. Klar!

Angekommen am Abholpunkt 1 hatte sich die Anzeige des Sohnemann’schen Reisebusses selbsttätig auf 17:00 Uhr geändert…. Grrrrr….. Derweil der Lieblingskerl seine baltige Ankunft avisiert. Hm. Okaaayyy…. Ob ich ihn denn nicht doch zuerst abholen könnte? Janeee, is klaaaa… Mit dem Auto quer durch Berlin-Mitte im Berufsverkehr ist jetzt nicht so super zu kalkulieren. Ginge zwar, aber…. da gerät die Bahn vom Lieblingskerl zwischenzeitlich ins Stocken und bleibt noch vor Spandau auf der Strecke stecken. Hat wohl einer am Nothalt rumgespielt und jetzt suchen sie den entsprechenden Schalter, um diesen wieder auszuschalten.

Also schaue ich schon mal online, mit welcher S-Bahn ich den Lieblingskerl vom Haupt- zum Ostbahnhof lotsen kann, während ich erneut die Parkuhr für das Auto füttere. Meine Mom steht sich derweil die Beine in den Bauch, weil es rund um den Ostbahnhof keine einzige Sitzgelegenheit gibt. Bis auf ein paar dekorative Findlinge, die jedoch in der prallen Sonne liegen. Warum darf man an einem Ort, an dem das Warten quasi berufsbedingt und zwingender Maßen dazugehört, sich nicht setzen? Wasndös für’n Service?

Als mich die 2. Passantin nach dem Schienenersatzverkehr fragt, dämmert mir, dass irgendwas mit der S-Bahn nicht stimmen könnte… Klar. Logisch! Wenn wir notorische Autofahrer einmal die öffentlichen Verkehrsmittel… seufz. Was soll’s. Lieblingskerl wird am Telefon jetzt etwas hysterisch – was er denn nun tun solle??? Wie der denn zum Ostbahnhof käme, jetzt, da er alleingelassen ohne seine Betreuerin selbst zum Ostbahnhof gelangen soll.

– Hase, nimm einfach eine Regionalbahn. Die fahren wohl auf einem anderen Gleisbett und kommen vom Hauptbahnhof bis Ostbahnhof durch. Ohne Umsteigen!

– Was ist denn eine Reigionalbahn?? Wo muss ich denn da hin???

– das sind diese pittoresken Züge in Rot. Steh immer RE oder RB dran.

– in welche Richtung soll ich denn fahren???

– na Richtung Osten halt!

– wo verdammt ist denn hier Osten??? Wie soll ich denn jetzt noch die Himmelsrichtungen rausfinden?

– Mensch Schatz! Da steht an der Bahn dann sowas dran wie Moskau oder Warschau. Oder halt Cottbus. Frag doch da einen Hilfssheriff!

– *Panik in der Stimme steigert sich* Hier fährt nichts nach Moskau!!!

– Dann nimm die S-Bahn Richtung Friedrichstraße! Da fährt ein Bus. Steht Schienenersatzverkehr dran. UND Ostbahnhof!

– Ah, dieser Zug fährt Richtung Friedrichstraße.

– Na, dann steig da ein!!!!

– Jetzt isser weg…

– ………

– und nu?

– bleib wo Du bist. Der Reisebus kommt gerade um die Ecke gebogen. Ich komm und rette Dich.

– Wo? Woooooo????

– Stell Dich auf den Whashingtonplatz!

– Wo ist der Whashingtonplatz?

– Hase, Du hast noch 20 Minute, eh ich da bin. Ich bin mir SICHER, Du schaffst das in der Zeit, selbst herauszufinden, wo der Platz direkt hinterm Bahnhof ist. Ich muss jetzt auflegen und Sohnemann in Empfang nehmen

– Hiiilf….. *tututu*

Es gibt so Momente, da ist man irgendwie nicht sooo geistesgegenwärtig. Gestern war so einer. Irgendwie hätte ich doch mal diesen kleinen Menschenaffen fotografieren sollen, der eine erstaunliche Rückentwicklung in den 10 Tagen Angelcamp durchgemacht hat. Weg von der Zivilisation, zurück zu den Ursprüngen des menschlichen Daseins.

In Ermangelung eines Fotos hier eine kurze Beschreibung: einseitig braun gebrannt (Rückseite), denn beim Angeln steht man ausschließlich in Richtung See. Haare ausgeblichen. Dreckig von oben bis unten, insbesondere die Füße in den offenen Gummilatschen – au weia! („die letzten 3 Duschmarken habe ich irgendwie verloren!“). Sonnenbrand auf der Nase („die lose Haut habe ich sorgfältig runtergepult!“). Schwarze Streifen im Gesicht („Irgendjemand hat mir im Schlaf das Gesicht mit Edding bemalt!“). Bemaltes T-Shirt mit Unterschriften aller Angler drauf – vermutlich wurde dazu der gleiche Edding benutzt. Ich war froh, dass er in den 10 Tagen nicht auch noch die Muttersprache verloren hat.

Ansonsten hat er soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo einen großen Barsch gefangen und sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo eine große Schleie…. Und die Sonnenbrille hat ihm ein kleiner Schimpanse geraubt.

Gut, mit Mom und Sohnemann im Auto dann noch schnell zum nächsten Bahnhof Lieblingskerl einsammeln und erst mal Essen gehen. Denn Sohnemann hatte kein Mittagessen. Eigentlich sollte der Bus bei dem amerikanischen Spezialitätenrestaurant mit den goldenen Bögen halten, so sagte man den Kids noch im Camp. Da wollte sich Sohnemann dann einen Cheeseburger kaufen. Dieser kostet 1,19 EUR – er hatte aber nur 1,04 EUR. Also fragte er sich quer durchs Camp, ob ihm denn jemand 15 Cent geben könnte – aber die Kinds waren alle komplett abgebrannt. Oder Betteln ist schwierig. Nun brauchte Sohnemann Plan B, denn schließlich ging es um einen Burger! So klapperte er sämliche Mülleimer ab und zog die Pfandflaschen raus. Diese hat er dann zurück zum Kiosk geschleppt und sich so 3 EUR verdient – 3 Cheeseburger waren ihm so sicher! Und weil der Bus Verspätung hatte oder weil keiner der kleinen Angler einen Cent in der Tasche hatte, hielt der Bus nicht…

Das Leben kann so ein Arsch sein!

Na, jetzt sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.

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Tomaten!

Die ersten Tomaten wären dann soweit:

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Na gut – die hier dürfen sich noch ein wenig sonnen!

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Und diese hier sollte laut Schildchen eine Roma-Tomate werden wenn sie groß ist.

Nun hat sich diese Tomate allerdings entschieden, nicht den für sie angelegten Weg zu nehmen und sich für einen alternativen Lebenslauf entschieden. So wurde sie doch noch eine waschechte Ochsenherz-Tomate!

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Gewisse Assoziationen drängen sich hier auf.

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Aufgeschnitten echt sehenswert!