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Liebes 1und1-Team…

…könnt ihr das mal lassen und mir nicht ständig versuchen weismachen, ich wäre günstiger dran, wenn ich 3 Handykarten ohne Grundgebühr durch 3 neue Verträge mit Grundgebühr ersetze? Und „mit Festnetzanschluss“ bedeutet für mich „inclusive“ und nicht „der kostet selbstverständlich extra“. Das war jetzt schon der dritte Versuch, mir was aufzuschwatzen, was ich nicht brauche und was mich teuer zu stehen kommen würde.

Wer (Achtung! Wortspiel!) 1&1 zusammen zählen kann, entlarvt dieses „das ist ausschließlich zu Ihrem Vorteil!“ als 100%ige Lüge.

Außerdem ist es ja wohl total unverschämt, mir als „treuen Kunden“ ein „spezielles“ Angebot zu unterbreiten, dass wesentlich teurer ist, als würde ich das gleiche Angebot auf eurer Website selbst anklicken (9,99 statt 6,99 – und das ganze mal 3 Verträge – pro Monat! – für die nächsten 2 Jahre – wenn ich an die Kündigung denke… sonst automatisch weitere 12 Monate).

Ich kann ja verstehen, dass ihr im Nachhinein es irgendwie nicht mehr so lässig findet, mir irgendwann mal vorgeschlagen zu haben, ich könne zusätzlich bis zu 4 Handynummern ohne Grundgebühr haben. Aber gesagt ist gesagt! Und seid doch mal froh, dass ich nicht das Maximale ausgeschöpft habe.

Ich brauche kein ultraschnelles mobiles Internet -ich bin daran gewöhnt, dass meine 100 MB nach 3 Tagen weg sind – na und?! Auf Arbeit muss ich arbeiten, daheim gibt’s WLAN und seien wir doch mal ehrlich: wozu? Damit ich Werbemails auch auf dem Restaurantklo empfangen kann?

Und bei Sohnemann finde ich die automatische Drosselung TOTAL PRAKTISCH!

Meine Mom telefoniert eigentlich nie mit dem Handy, sie hat es nur für Notfälle und da ist bislang nichts eingetreten (glücklicher Weise!). Das Internet ist für sie NICHT EXISTENT!

Wer genau braucht 100 kostenfreie SMS pro Monat? Alle Familienmitglieder unter 80 benutzen bei uns WhattsApp und meine Mom kann die Dinger noch nicht mal öffnen und lesen – geschenkt!

100 Freiminuten sind ja ganz toll – aber wer im Heimnetzt untereinander sowieso umsonst telefoniert… Und die Handvoll Anrufe von Sohnemann… haben in keinem Monat je die Höhe eurer Grundgebühr auch nur angekratzt. Wenn die Kids sich mal hören wollen, dann verabreden die sich ganz oldskool. Oder schicken sich Sprachnotizen über WA.

Ich kann keinen Vorteil erkennen!

Übrigens: man kann nach dem Einloggen unter „Kundendaten“ – „meine Kontaktwünsche“ in der Kontaktrubrik und der Informationsrubrik alle denkbaren Einstellungen auf „Nein“ setzten. Damit dürfte der Spuk vorbei sein.

Entschuldigung nochmal, du treue Mitarbeiterin von 1&1, die du dir meine persönliche Meinung zu deinem gescheiterten Täuschungsversuch am Telefon und deinem generell total blöden Job anhören musstest. Es entspricht immer noch meiner Meinung. Und: Augen auf bei der Berufswahl!

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Garagenflohmarkt

Eigentlich bin ich nicht so der Flohmarktverkäufer. Früh aufstehen, irgendwo hin fahren und vielleicht dann noch Käufer, um die man unter normalen Umständen einen großen Bogen machen würde. Und die einen noch bei einem Preis von 50 Cent auf 20 runterhandeln möchten. Ehrlich: dann schmeiße ich doch lieber mal was weg, eh ich dafür noch eine Standgebühr zwischen 15 und 20 Euro ausgebe.

Anders ist es natürlich, wenn der Flohmarkt zu einem kommt. Unsere Gemeinde hat zum Garagenflohmarkt aufgerufen. Zum allerersten Mal findet sowas bei uns in Schönwalde statt und es beginnt in unserer Ecke, bei den „Baumalleen“.

Ein lästiges Hinfahren zu einem zugigen Parkplatz fällt weg, es beginnt nicht mitten in der Nacht, sondern um 11:00 (also nach einem gemütlichen späten Frühstück), Gebühren entfallen komplett und die Kundschaft ist quasi handverlesen- Nachbarn eben.

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Gut; richtig viel los wird man natürlich nicht, wenn das Wetter irgendwo zwischen Regen und Hagelschauern pendelt, aber immerhin waren bislang 15 Interessenten da und haben uns Trödel für 15 Euro abgekauft.

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Es war recht unterhaltsam, meist hatte man sofort ein Gesprächsthema und kam ins Plaudern, eine Dame war ganz hingerissen von unseren gepflasterten Patchworkwegen, eine andere von Haus und Vorgarten.

Jetzt haben wir noch eine Funkklingel angebracht und uns ins geheizte Nest verkrümelt. Sollten noch ein paar interessierte Fußgänger vorbei kommen, dann können Sie uns herausklingeln.

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Immerhin haben wir so schon mal alles zusammen, was den Haushalt für immer verlassen darf. Wie ein älterer Herr so schön meinte: man selber sieht sich Dinge nach einiger Zeit über und für den nächsten ist es neu und spannend. So schafft man Platz und anderen eine preisgünstige Freude.

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So sehen kleine Nettigkeiten aus

So anonym und oberflächlich, wie man annehmen könnte, ist das Internet gar nicht!

Ein Gefühl von Verbundenheit und Freundschaft konnte mir Antetanni hiermit schenken:
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Mit ein paar Kniffen lässt sich der Einkaufsbeutel in eine Taschengarage verwandeln:
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Der Recycle-Engel könnte bei uns im Auto mitfliegen. Er könnte dann als Schutzengel gute Dienste leisten. Gut, dass es Leute gibt, die aus diesen unsäglichen Kapsel-Dingern noch was sinnvolles zaubern können.

Der Badezusatz muss auf seinen großen Moment noch ein wenig warten…
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Hier hat doch tatsächlich jemand eine Badewanne auf dem Foto versteckt.Ok, und sogar aussortiertes Kinderspielzeug ist irgendwie in diesen Raum gewandert… dass die Sachen auch immer Beine bekommen! Ich hoffe, ich kann den Lieblingskerl möglichst bald motivieren, wieder etwas an unserem Zweitbad weiter zu arbeiten. Liebend gern würde ich mich mal wieder in eine Badewanne legen. Ein zweites Klo wäre hin und wieder auch wünschenswert (in einem Haushalt mir zwei männlichen Exemplaren mit Hang zu deftigem Essen wie Bohneneintopf und Zwiebelsuppe… wenn ihr wisst, was ich meine!).

Nochmals herzlichen Dank an Anni!

Hin und wieder habe ich Ideen, was ich denn so für kleine Nettigkeiten auf die Reise schicken könnte… und schwuuups, ist der Gedanke auch schon wieder weg 🙂 Ich bleibe aber dran, um meine drei Gewinner (plus die bloglose Zusatzgewinnerin) glücklich zu machen. Ehrensache.

Wer jetzt traurig ist, dass er die Aktion versäumt hat: bei Kat gibt es noch freie Plätze! Schnell bei ihr auf dem Blog vorbeischauen und mitmachen!!

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Da bin ich wieder

Na, habt ihr mich vermisst?

Seit Mitte Januar gehöre ich zu den Schnupfenopfern, bei denen sich der Infekt hartnäckig festgesetzt hat und gar nicht wieder gehen will. Die fiesen Einzelheiten erspare ich euch mal – aber ich habe alles versucht. Homöopathie, Schüssler-Salze, Inhalieren mit Kamille, Thymian oder auch mal einen Tropfen China-Öl (bäääähhhh!), selbst die Nasendusche habe ich rausgeholt und natürlich noch schulmedizinische Präparate eingesetzt. Echte Wunder sind ausgeblieben.

Und immer, wenn es mir etwas besser ging, schwächelte der Lieblingskerl. Oder umgekehrt. Aktuell rafft es den Sohnemann dahin… das laute Husten heute im Unterricht ließ seine Lehrer die Empfehlung aussprechen, er möge doch bitte zu Hause bleiben. Das kriegen wir hin.

Ja, Kerstin; wir nehmen alle 3x täglich Ferrum Phosphoricum. Danke für den Tipp!

Leider war ich total schlapp und konnte nur mit Müh und Not die nötigsten Dinge verrichten. Staubsaugen beispielsweise ist so sauanstrengend, wenn man angeschlagen ist, dass ich unsere Fliesen im Erdgeschoss lieber mal kurz durchgefegt habe. Und bei meiner Ärztin habe ich mich tatsächlich im Schlafanzug ins Wartezimmer gesetzt. Der sieht aber auf dem ersten Blick gar nicht wie einer aus… wäre mir aber ansonsten auch schnuppe gewesen. Blogs lesen oder selbst tippen kam mir vergleichsweise so anstrengend vor wie die Erstbesteigung des Mount Everest. Ich wäre auch einfach ein schlechter Bergsteiger geworden, befürchte ich.

Erfreulicher Weise hat sich die liebe Antetanni an mich erinnert und mich bei der Aktion kleine Nettigkeiten bedacht – und mich damit final aus der Bloglethargie herausgerissen. Demnächst folgt hier die Präsentation der schönen Dinge, die sie mir schickte. Das muss die Welt einfach mal sehen.

Bei der Gelegeheit müsste ich auch mal nachschauen, ob „meine“ Teilnehmer der Aktion auch brav ihre entsprechenden Beiträge gepostet haben, wie es die Spielregeln verlangen. Also… wisst Bescheid!

Ebenfalls bei Antetanni entdeckt und für total spannend gehalten:

Die eigene da-war-ich-schon-mal Weltkarte!


visited 26 states (11.5%)
Create your own visited map of The World

Noch ganz schön viel Grau… Südostasien, Australien, Südamerika und bis auf einen kleinen Zipfel auch fast ganz Afrika fehlen. So geht das ja nicht!

Wobei das natürlich auch täuscht… einmal kurz in Moskau gewesen und BÄMMMM! ist ganz Rußland rot. San Marino und Monaco hingegen sieht man nur mit der Lupe. Bei gutem Licht. Und 200% Vergrößerung. Und ich habe nichts gefunden, womit man Sardinien und Korsika anknipsen könnte. Aber das sind nur leichte Abzüge in der B-Note – die Idee ist großartig.

Großartig ist auch die Idee, dass es demnächst in unserem kleinen Dorf (habe ich auf der Karte mal grün markiert – HAHAHAAAA!) einen Garagenflohmarkt für Jedermann geben soll. Ein Teil des Ortes (in diesem Fall die „Baumalleen“ – da zählen wir dazu!) wird als Location ausgelobt, der geneigte Händler hängt sich einen Flyer aus dem Gemeindeblättchen an den Zaun, um seine Teilnahme zu signalisieren und bietet Flohmarksachen auf dem eigenen Grundstück an. JAAAA! Darauf habe ich doch nur gewartet. Eine ganze Wagenladung Flohmarktmaterial hat sich bereits angesammelt, allerdings fehlte mir die Lust, mich früh morgens ab halb fünf mit Mitbewerbern bei 7 Grad und Nieselregen um die besten Plätze zu rangeln und mich bei „Pfennigartikeln“ für 1 Euro auf 20 Cent runterhandeln zu lassen. Ein bisschen Stolz konnte ich mir bewahren und mein Ausschlafen am Wochenende ist mir heilig. Jetzt also Garagenflohmarkt, im April, ab 11 Uhr Vormittags. Geil. Seit dem gehe ich durchs Haus, schnapp mir hier mal ein Steh-rum-chen, greife dort mal ein Staub-ein-chen und befülle einen weiteren Flohmarktkorb.

Außerdem habe ich (noch im Januar, vor dem großen Schniefen) im Büro eine kostenlose Büchertauschecke eingerichtet. Aktuell kämme ich die Bücherregale durch und probiere zuerst die gängigen Verkaufsportale im Internet durch. Was davon übrig bleibt wandert zum Flohmarkt. Die letzten Restanten sind dann ein Fall für die Bücherecke und was da irgendwann Staub ansetzt, wandert halt in die Papiertonne.

Bis vor kurzem fand ich übrigens, Bücher dürfe man niemals wegwerfen. Frevel! Und mein großes Bücherregal wurde zu einem Bermuda-Dreieck für Bedrucktes. Einmal was reingestellt, verschwanden Bücher darin für die Ewigkeit. Denn eigentlich lese ich Bücher höchst selten mehrere Male. Es gibt ja soooo viele! Also warum doppelt lesen, wenn man soviel Neues entdecken kann?

Auch Kochbücher fand ich immer großartig und besitze mehrere laufende Meter. Und guck dann doch lieber bei Chefkoch…. *stirnpatsch* Naja… die hochglanzbedruckten Bildbände, bei denen die Seiten nicht bereits durch Blättern spuckeverklebt sind *zwinker*, dürfen ja gerne im Regal bleiben… aber warum hebt man den Rest auf? Einige schmuck- und bildlose Exemplare habe ich schon ohne Umwege in die Büchertauschecke verklappt. Allerdings kommen die bei den Kollegen auch nicht gerade bombenmäßig an.

Der neu gewonnen Platz erlaubte den zuvor in zweiter Reihe geparkten Exemplaren jetzt das Aufrücken auf die besseren Plätze. Langsam erkennt man zumindest etwas Struktur im Regal. Gefällt mir ganz gut. Ist aber weiterhin verbesserungsfähig.

Wie hält ihr es mit den nachwachsenden Bücherregalen?

Liebe Grüße und demnächst mehr hier von mir

Eure Martina Carmen Luise

 

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Aufreger Nr. 5

…aus der unendlich erweiterbaren Reihe „Lieblingskerl und seine Mischpoke“.

Sein Bruder mit Familie… Nee. Andersrum. Seine Schwägerin mit Mann (sein Bruder) und Tocher (seine Nichte) würden sehr gerne bei uns Weihnachten feiern. Insbesondere, weil sie (die Schwägerin) nicht bei ihren Schwiegereltern (also die Eltern von Lieblingskerl) feiern möchte.

Ob der Bruder hier überhaupt ein Mitspracherecht hat, ist nicht ganz klar.

Naja – jedenfalls hat sie sich (die Schwägerin) im Oktober lautstark mit den Schwiegereltern gestritten und seitdem herrscht dort dicke Luft.

Also soll bei uns gefeiert werden. Also Heiligabend – höchstwahrscheinlich muss am ersten Feiertag bei ihrer Mutter gefeiert werden. So ganz genau raus ist das noch nicht. Ob bei uns dann übernachtet wird, konnte ich auch noch nicht so ganz raushören.

Lieblingskerl teilte mir das ganz ohne Umschweife folgendermaßen mit: „Wollen wir nächstes Jahr mal in der Schweiz Ski fahren?“ – „Ah, Du meinst, Dein Bruder mit Familie haben sich für dieses Jahr zu Weihnachten bei uns eingeladen und wir dürften dann im folgenden Jahr den Gegenbesuch antreten?“ „Ja, so ungefähr…“

Jetzt kommt’s:

Bei uns kann aber nur gefeiert werden, wenn sich Lieblingskerl vorher mit seinen Eltern ausspricht.

Sonst wäre das ja total doof, wenn sich die Schwägerin später einmal mit den Schwiegereltern aussöhnen sollte und die dann erfahren, dass mit dem verstoßenen ihrer Söhne Weihnachten verbracht wurde, dann fällt das mißgünstig auf das eigene Ansehen.

Nee, is‘ klaar!

Emotionale Erpressung scheint bei ihm ja super anzukommen.

Übrigens habe ich seine Schwägerin und die Nichte noch nie gesehen. In über 3 Jahren hatte an mir und Sohnemann noch keiner von denen Interesse.

Dummer Weise habe ich vom Weihnachtsgeschirr schon 3 zusätzliche Teller bestellt… Könnte sie gerade in die Ecke pfeffern.

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Zwischenbericht

Der erste Versuch des Nachstrickens/ Nachhäkelns der hübschen Stulpen war eher mäßig. Aus Faulheit (vielleicht auch Sturheit oder Blödheit…) habe ich das Bündchen weiter gestrickt, obwohl ich ziemlich bald bemerkte, dass ich etwas zu viele Maschen auf den Nadeln hatte. Also auf eine Nadelstärke kleiner gewechselt anstatt alles wieder aufzuribbeln, den Folgefehler quasi weiter durch gezogen… Der fluffige Lace-Teil in Rosa fiel also auch zu weit aus und JETZT wird doch geribbelt *grummel*. Naja, Versuch mach kluch (klug für die Hochdeutschen…) oder so ähnlich!

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Den Häkelteil hatte ich auch schon angefangen, aber sofort wieder aufgetrennt (sogar noch vor dem Beweisfoto!). Die Wolle ist einfach viel zu dick für eine feine Häkelbordüre – dafür brauche ich definitiv eine leichtere Wolle, sonst sieht mir das zu klobig aus. Meine Wollkisten beherbergen irgendwo auch noch ein Knäuel in einem gleichen grau, welches wesentlich dünner ist.

Parallel dazu habe ich mir einen Häkel-Almanach in Buchform zugelegt. Auf Dauer nervte es extrem, für jede Handbewegung ein Tutorial im Netz aufzurufen, um mir die wichtigsten Häkel-Basics anzueignen. Tab auf den Knien, Wolle und Nadel in der Hand, Play-Taste mit der Nase drücken…. Nääääää. Lieber eine Seite aufschlagen statt immer zurück auf Anfang und nochmal das Video abspielen. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch einen Satz Häkelnadeln gekauft. Ich besaß nur eine und meine Mom drei weitere, wobei einer Stärke identlsch war…. Zu wenig Auswahl für meinen Geschmack.

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Nächstes Projekt soll ein kleines gehäkeltes Tannenbäumchen werden Noch nüscht geschafft, aber schon plane ich das nächste Projekt! Das ist mal Optimismus in Reinkultur, nicht wahr?

Ich hab da mal was beispielhaft rausgeguuugelt:

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Was ich auch unbedingt noch machen muss: Sohnemann hat sich dieses Jahr eine Winterjacke ausgesucht, die auf den ersten Blick schön und schlicht aussieht. Auf den zweiten Blick und bei Dunkelheit ist er damit optisch leider völlig verschwunden – die Jacke besitzt nämlich keinen einzigen Reflektor. Schön dunkelgrün, dazu ne schwarze Jeans, Licht aus – weg ist das Kind. Kreuzgefährlich wie ich finde! Bei uns gibt es keine durchgängige Straßenbeleuchtung, nur an jeder Kreuzung steht eine Laterne. Gestern erst wieder zwei Fußgänger im allerletzten Moment entdeckt, weil sie neben Tarnklamotten und dunklem Regenschirm von weiten keinen einzigen optischen Hinweis auf ihre Existenz lieferten. Sohnemanns Jacke werde ich also mit aufbügelbaren Leuchtstreifen verkehrstauglich aufpimpen. Ist mir egal, was er aus modischer Sicht dazu meint.

Seit meinem Spontankauf einer neuen Sofalandschaft haben wir uns jedes Wochenende mit Renovierungsarbeiten ver…schönert. Lu, so sieht das neue Sofa übrigens aus:

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Die Zimmerdecken im Ess- und im Wohnzimmer sind gespachtelt, geschliffen und gestrichen. Der Sekretär ist ins Esszimmer gezogen, das Klavier ins Wohnzimmer. Der Fernseher sowie das Vertiko haben ihren Standort gewechselt und ich habe mich von gut 10 Blumenvasen getrennt und diversen Gläsern. Auch tonnenweise Kerzen sind aus den hinteren Schrankecken ans Tageslicht getreten, die wir nun in der dunklen Jahreszeit langsam und nach und nach verbrauchen werden. Eine hübsche Kerze, die bislang nur rumstand und Staub ansetzte haben wir jetzt in Dauerbenutzung. Irgendwie ist es doch sinnlos, die besonders schönen Dinge zu „schonen“ und aufzuheben. Die beste Zeit zum Benutzen besonderer Sachen ist hier und jetzt. Wer weiß, was morgen ist.

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Habt ihr auch hübsche Kerzen, die ihr nie anzündet? Und irgendwann wegwerft, weil sich der eigenen Geschmack ändert und man einfach nicht mehr Kerzen in Tierform oder wilden 80er Farben mag? Oder deren Staub sich nach Jahren des Rumstehens nicht rückstandsfrei entfernen lässt und der Docht dann ständig qualmt, pufft und zischt? Über die sich kein noch so toleranter Erbe mal freuen würde?

Beruflich ist auch immer etwas mehr Arbeit als Zeit am Ende des Tages übrig.

Gestern war ich zum zweiten Mal in Düsseldorf, um an einem Workshop teilzunehmen. Diese Termine flattern immer recht kurzfristig rein und werden dann meistens nochmal spontan verschoben, so dass ein frühzeitiges Buchen von Bahnfahrkarten nicht immer einfach ist. Bei der Entfernung ist dann auch eine Übernachtung in Düsseldorf unumgänglich, weil ich inclusive Fahrtzeit meine tägliche Arbeitszeit über das Maß strapaziere… Nun begab es sich allerdings gestern, dass Düsseldorf wegen irgendwelcher Messen über Gebühr beliebt war und die Hotelpreise täglich nach oben kletterten – das war schon Anfang letzter Woche in einem Bereich angesiedelt, den mir mein Chef nicht mehr bewilligen konnte. Also musste ich mich an Chefs Chef wenden und entweder um ein teures Hotelzimmer oder alternativ um die Bewilligung einer Flugreise betteln. Und siehe da: auch wenn der Flug ein wenig teurer war, durfte ich gestern quasi zur Arbeit das Flugzeug nehmen. Dafür bin ich heute früh auch schon wieder an meinem Schreibtisch und nicht am Frühstücksbuffet eines überteuerten Hotels…

Ein bisschen komisch ist das schon, wenn man morgens nicht ins Büro fährt, sondern zum Flughafen. Ich bin echt lange nicht mehr geflogen und wunderte mich schon mal darüber, dass man sich vorab online selbst einchecken konnte – mit Bordkarte zum selbst ausdrucken. Voll die Verlagerung der Arbeit auf die Passagiere! Am Check-In vor Ort saß folgerichtig auch nur noch eine Person. FRÜHER gab es drei besetzte Schalter plus einen Supervisor. Also 3 Stellen eingespart. Finde ich pauschal mal nicht gut. Immerhin wurde bis gestern noch nicht das berühmte rote Schoko-Herz wegrationalisiert

Sorry Herminchen, dass ich nicht Bescheid gesagt habe, dass ich in Düsseldorf bin. Ich hätte Dir nur ein Stündchen für einen Kaffee anbieten können und dafür wollte ich Dir Deine Anreise nicht zumuten.

Ansonsten habe ich eine Personalversammlung für alle Berliner Kollegen abgehalten. Fühlte sich auch etwas unwirklich an… sonst machten das immer die Kollegen und man saß nur dabei, setzte seinen intelligenten Gesichtsausdruck auf und hoffte, an den richtigen Stellen zu klatschen und zu nicken (nur nicht einzunicken!). Nun musste ich selbst Kollegen, Vorstand und sämtliche Würdenträger einladen, eine Rede schreiben und dann auch noch vor versammelter Mannschaft vortragen. NICHT HILFREICH waren Kolleginnen, die vorher sowas sagten, wie: „Herrjeeee, bist DU aufgeregt! Deine Hände zittern voll!“ Oder: „Lass Dich mal umarmen – oh, Dein Herz puckert wie wild!“ „Vergiss das Atmen nicht!“ oder gar: „Ist Dir schlecht? Du bist ganz blass!“. *Grummel*

Im Laufe der Veranstaltung habe ich offenbar meinen Autopilot-Knopf gefunden, meine Rede stolperfrei vorgetragen und später sogar noch vollautomatisiert geschafft, die Kaffeekanne (für die Gäste,, ich hatte genügend Puls) mit auf meine Etage zu tragen, auszuspülen und wieder in den Schrank zu stellen. Am nächsten Tag wusste ich das mit der Kaffeekanne tatsächlich nicht mehr und bedankte mich bei meiner Kollegin, dass sie daran gedacht hätte. Die hat mich vielleicht schräg angesehen! „Nein, dass warst doch Du selbst!“ Au backe. Ich bin zu jung für Demenz!

Jedenfalls waren alle zufrieden mit mir als Personalratsvorsitzende, die meisten Kollegen kamen gleich im Anschluss auf mich zu und überhäuften mich mit Lob, was sowohl Vortrag als auch Inhalt betraf, selbst der Vorstand fand lobende Worte und bescheinigte mir eine angenehme Stimmfarbe… mittendrin gab es sogar mal „Szenenapplaus“ an einer Stelle – DAS war höchst unerwartet!) und auch meine kritischste Kollegin von allen strahlte mich am nächsten Tag an und sagte mir, dass sie die Rede großartig fand. Ein Kollege fragte mich doch tatsächlich, ob ich viel daheim vor dem Spiegel geübt hätte (ich hab noch nicht mal ohne Spiegel geübt!) und eine Kollegin fragte mich, ob ich Berater an meiner Seite gehabt hätte – der Schenkelklopfer! Nö, nur mein gesunder Menschenverstand stand mir beratend zur Seite. Jedenfalls bin ich schwer beruhigt – jetzt kann mich nüscht mehr erschüttern.

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Rufmord durch Shabby-Chic

Was habe ich mich gestern oder vorgestern doch amüsiert… Im Fernsehen lief die Woche, Luke und er selbst (oder so ähnlich…) und in der Folge hatte sich ein verzweifelter Mann ans Fernsehen gewandt, weil seine holde Angetraute ihn mit ihrem Zuhause-Verschönerungs-Wahn wahnsinng machte und er dringend Hilfe in Form eines gewaltigen Pranks (so sagt man wohl neudeutsch) brauchte.

Alles wurde bei ihm zu Hause von ihr in Shabby-Chic-Weiß getüncht, überall Deko, Steh-rum-chen und Staub-ein-chen, 98% davon engellastig, selbst der Köter hatte ein weißes Körbchen und guckte sehr verzweifelt in die Kamera… das weiße Fell stufe ich jetzt mal als Zufall ein.

Also wurde ihr ein Fernsehteam ins traute Heim geschickt und ihr verklickert, eine Morgensendung würde sich für ihren weißen Albtraum interessieren. Es gab einen Produktionsleiter, der „den Ramsch“ in Augenschein nahm, hier und dort umräumte („weniger ist mehr!“), eine (gefakte) Live-Schaltung und im weiteren Verlauf der Sendung an der Tür klingelnde Gesetzeshüter, um die gebraucht gekauften und gepimten Möbel einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Angeblich gäbe es Drogenschmuggler, die gerne Möbel als Versteck nutzten. Selbstverständlich fanden die Beamten Tütchen mit dubiosen Kräutern, weißem Zeux und Kristallen (wie sehr man sich täuschen kann, wenn Kochzutaten wie Kräutern der Provence und Backpulver außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes präsentiert werden!).

Die Dekoqueen war ganz erschüttert, was wohl ihre Mutter und die Nachbarn dazu sagen würden („ich muss umziehen!!!“) – der Moderator gab jedoch zu bedenken, dass nicht nur die Nachbarn, sondern ganz Deutschland was von ihrer Drogenkarriere wüsste! Sie beteuerte, damit NIX zu tun zu haben und die Möbel hätte ihr Mann ersteigert und überhaupt. Als die Gesetzeshüter final die Handschellen klicken ließen, kullerten dicke Tränchen… und sie wurde aus der Situation erlöst, in dem die Cops angaben, ihr Mann hätte ihnen den Tipp gegeben. Dieser kam aufs Stichwort grinsend an den Ort des Geschehens und wurde sowohl geküsst als auch beschimpft.

Anschließend musste sie versprechen, nichts mehr zu kaufen…

Noch mit Lachtränchen in den Augen fragte mich Lieblingskerl, ob wir nicht die Shabby-Chic-Frau engagieren könnten, um das Klavier weiß zu streichen… Das ist nämlich kirschbaumfarben und passt zu nichts. Vor 35 Jahren im elterlichen Wohnzimmer war das natürlich der letzte Schrei, aber jetzt halt nicht mehr. Außerdem steht es neben einem Regel, dass ich bereits mal weiß gestrichen habe. Das ganze stellten wir an dem Tag fest, an dem ich 4 kleine Holzkonsolen mit weißem Wachs ver-shabby-chic-t hatte und auch gleich noch die neuen Fußleisten weiß strich…

Hülfe!!!! Bin ich einem gefährlichen Trend erlegen?

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