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Teste Deine Alltagstauglichkeit im Straßenverkehr mit nur 4 Fragen

ACHTUNG! Nachfolgender Text könnte Ironie enthalten, stellenweise Zynismus, und frei von Sarkasmus ist er auch nicht!

Vor 120 Jahren wurde der Führerschein in Deutschland eingeführt, anfangs fuhr nur die Elite ein Auto. 1907 gab es rund 10000 PKWs , im Jahr 1924 waren es bereits über 130000 Fahrzeuge auf deutschen Kopfsteinpflastern. Das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, lag 62 Mal höher als heute. Die Straßenverkehrs-Ordnung wurde im Jahr 1934 von einer Horde Juristen erschaffen, um die wenigen Verkehrsteilnehmer, die es damals gab, in Unsicherheit zu stürzen. Wohlgemerkt in einem Jahr, in dem die meisten der heutigen Verkehrsteilnehmer noch nicht auf der Welt waren – und in manchen Fällen noch nicht einmal die Urgroßeltern. Seit dem gab es 17 Anpassungen bzw. Novellen dieser Verordnung. Wer blickt denn da noch durch?

Heutzutage wirkt die StVO antiquarisch und verstaubt, kaum einer kann sich noch an den 1. Paragraphen erinnern, in dem die Rechtsverdreher aus einer anderen Zeit von „Vorsicht und Rücksicht“ lamentieren. Der Einfachheit halber sind da draußen über 14 Millionen Menschen ohne Führerschein unterwegs – wo nichts ist, kann nichts eingezogen werden. Pragmatismus in Reinkultur!

Neulich sprach eine Kollegin von mir davon, dass sie „selbstverständlich auch im Straßenverkehr von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen möchte“ – und sie hat völlig Recht! Gesetze, Verordnungen und Vorschriften sind nicht mehr zeitgemäß.

Anarchie ist das neue Gesellschaftsfähig.

Findet hier in einem einfachen Test heraus, ob euer Verhalten ganz natürlich und ungetrübt von äußeren Einflüssen funktioniert und ihr einfach nur herrlich normal seid, oder ob eure Instinkte langsam durch Lernen, Erziehung, Briefe des Polizeipräsidenten und belehrende Polizisten vergiftet wurden und nur noch wimmernd am Boden liegen.

FRAGE 1:

In 100 Meter kommt eine Ampel. Wie verhältst Du Dich?

A: Vorsorglich reduziere ich das Tempo, um im Fall der Fälle schon bei Gelb bequem an der Haltelinie zum stehen zu kommen.

B: Es gibt eine gewisse Karenzzeit, bei der die Polizei ein Auge zudrückt. Das sind ungefähr 2 Sekunden, nachdem die Ampel auf Rot umgesprungen ist. Man braucht also nur halten, wenn schon seit 3 Sekunden Rot ist.

C: Eh der Querverkehr grünes Licht bekommt, können bis zu 18 Sekunden ins Land gehen. Solange kann ich meine Fahrt ungehindert fortsetzen.

D: Diese Lichtorgel ist eher eine Empfehlung. Wenn keiner von rechts oder links kommt, kann die Kreuzung auch bei lilakariert überquert werden.

FRAGE 2:

Die Bremsbeleuchtung ist ausgefallen. Was ist zu tun?

A: Sofort anhalten und die Ersatzbirne aus dem Handschuhfach reinschrauben.

B: Bei Gelegenheit mal an der Tanke vorbeifahren und das den netten Menschen hinterm Tresen erledigen lassen. So lange habe ich das wohl nicht bemerkt.

C: Ich hab da nen Kumpel, der ist ein sehr talentierter Hobbyschrauber, bislang hat der alles irgendwie hinbekommen, wenn er mal Zeit hat. Solange klemme ich die Kabel mit auf den Blinker. Sieht lustig aus und ist ein hinteichended Signal an alle hinter mir (Also alle- höhööö)

D: Ich bremse nie.

FRAGE 3:

Du fährst auf einer dreispurigen Straße. An der nächsten Kreuzung musst Du rechts abbiegen. Welche Spur benutzt Du?

A: Ich wechsele möglichst rechtzeitig auf die rechte Spur, sobald der Verkehr das zulässt.

B: Man kann in der Stadt doch seine Spur frei wählen. Das entscheide ich sponti. Wohin soll ich abbiegen?

C: Ich fahre immer links, egal ob es schneit oder die Sonne scheint. Den Spurwechsel mache ich 5 Meter vor der Kreuzung, kurzfristiges reindrängeln klappt immer. Hat ja niemand Bock auf Blechschaden und Stress.

D: Sobald sich auf einer der Spuren eine Lücke bildet, muss ich auf diese Spur wechseln, Lücken ziehen mich magisch an, da kann ich absolut nichts dagegen machen. Wenn ich rechts rüber muss, bleibe ich kurz auf meiner Spur stehen, bis mich jemand rein lässt.

FRAGE 4:

Du musst kurz anhalten, um Geld vom Geldautomaten zu holen. Direkt davor ist absolutes Halteverbot. Wo parkt Du?

A: Ich suche mir einen Parkplatz und laufe zum Automaten.

B: Kurzes Halten ist da doch erlaubt. Also parke ich direkt vor der Tür.

C: Es gibt doch noch den Bürgersteig. Ich parke auf dem Trottoir.

D: Ich suche mir eine Einfahrt. Da kann ich dann auch noch problemlos meinen Wochenendeinkauf erledigen.

HAUPTSÄCHLICH ANTWORT A:

Herrje! Da ist einer aber ganz schön durch die Gesellschaft verbogen worden. Du besitzt keine Punkte in Flensburg, Dein abbezahlter Mittelklassewagen wird jeden Sonntag geputzt – genau wie Deine Fenster und den Beeten im Schrebergarten ist er stets adrett. Zum Lachen gehst Du in den Keller, Deine Mutter ist stets auf dem Laufenden über Dein Wohlergehen und Du stärkst die Weißwäsche. Sicherlich wirst auch Du irgendwann einmal feststellen, dass man damit keinen Blumentopf gewinnt und durch Wohlverhalten auch nicht reich wird. Mensch, werd mal etwas locker und geh für den Anfang hin und wieder bei Rot über die Ampel. Du wirst sofort eine Veränderung an Dir bemerken und auch Deinen Freunden wir nicht entgehen, wie unterhaltsam Du wirklich sein kannst. Probier’s aus!

HAUPTSÄCHLICH ANTWORT B:

Du hast dir gewisse Grundkenntnisse aus der Führerscheinprüfung bis zum heutigen Tag gemerkt, allerdings meistens völlig falsch. So ist es nie böse gemeint, wenn Du Deine alte Rostlaube am linken Fahrbahnrand parkt oder das Handy am Ohr hältst, obwohl Du eine ganz praktische Freisprecheinrichtung nachgerüstet hast. Es ist aber auch schwierig einzuschätzen, ob „in 500 Metern rechts abbiegen“ hier, dort oder da ganz hinten ist. Und wo war nochmal rechts?? Du bist tiefenentspannt, was wiederholte Spurwechsel über 3 Fahrbahnen innerhalb weniger Meter betrifft und die Briefumschläge Deiner Strafzettel haucht Du gerne ein zweites Leben als Einkaufszettel ein. Du schöpfst Dein Potential noch nicht voll aus. Parke ab morgen in zweiter Spur neben freien Parkplätzen und genieße den verwegenen Kick!

HAUPTSÄCHLICH ANTWORT C:

Schon Deinen Eltern war es egal, wann Du als Kleinkind ins Bett kommst und sie haben Dich stets spüren lassen, dass Du von Geburt an etwas ganz besonderes bist. Du bist stolz auf alle Facetten Deiner sprühenden, etwas exotischen Persönlichkeit. Du lebst und fährst schnell und laut, liebst tiefergelegte 5er BMW mit Breitreifen und Auspuffimplantaten ODER weiße Lieferwagen mit vielen Dellen, Kampfspuren und nicht funktionierenden Bremslichtern. Je nach Profession. Die einzigen Regeln sind die, die Dir Dein Glauben auferlegen, sonst gilt auf dem Asphalt: es wird gefahren was geht. Schilder sind urbane Dekorationsmittel und wo Du bist ist vorne. Lass Dir von niemandem sagen, es würden andere Gesetze gelten. Da es fast schon zum guten Ton gehört, ohne optische Anzeige abzubiegen, probiere doch mal aus, wieviel Eindruck Du schinden kannst, wenn Du stets den Blinker für die andere Richtung benutzt und so links blinkst und rechts abbiegst. Fahre in Einbahnstraßen nicht in Richtung dieses lächerlichen Pfeiles. Oder ersetze Blinken durch Bremsen, Bremsen durch Hupen und Hupen durch Lichthupe und große Gesten. Das erhöht Testosteronspiegel, Selbstbewusstsein und sexuelle Anziehungskraft.

HAUPTSÄCHLICH ANTWORT D:

Schon Deine Eltern legten großen Wert auf alles, was das griechische „Anti“ im Wortstamm hatte. Antiautoritäre Erziehung bekamst Du mit antiseptischer Folgemilch eingeimpft verabreicht. Technischer Fortschritt und Minimalismus vereinen sich bei Dir zu einem Superlativ. Dein Plug-in-Hybrid der Oberklasse ist ein echt pfiffiges Leasingangebot, wenn Du nicht gerade Autosharing betreibst. Nicht, weil Du gerne teilst, sondern weil die die besten Parkplätze in den hipsten Viertel reserviert haben. Von Natur aus brauchst Du keine Regeln, weil Du sowieso alles weißt, meistens sogar besser. DU hast die höchste Zen-Stufe des Umgangs mit Verkehrsregeln erreicht und Dir steht mit dieser intuitiven Begabung eine höchst aussichtsreiche Karriere als Fahrradkurier bevor. Wahnsinn!

Na, habt Ihr Euch irgendwo wiedergefunden? Oder den Spacko darin erkannt, dieses *******, der sich gerne mal *******, und zwar ******!!!!!

Hatte ich erwähnt, dass ich zu übertriebenen Verallgemeinerungen neige?

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Liebes 1und1-Team…

…könnt ihr das mal lassen und mir nicht ständig versuchen weismachen, ich wäre günstiger dran, wenn ich 3 Handykarten ohne Grundgebühr durch 3 neue Verträge mit Grundgebühr ersetze? Und „mit Festnetzanschluss“ bedeutet für mich „inclusive“ und nicht „der kostet selbstverständlich extra“. Das war jetzt schon der dritte Versuch, mir was aufzuschwatzen, was ich nicht brauche und was mich teuer zu stehen kommen würde.

Wer (Achtung! Wortspiel!) 1&1 zusammen zählen kann, entlarvt dieses „das ist ausschließlich zu Ihrem Vorteil!“ als 100%ige Lüge.

Außerdem ist es ja wohl total unverschämt, mir als „treuen Kunden“ ein „spezielles“ Angebot zu unterbreiten, dass wesentlich teurer ist, als würde ich das gleiche Angebot auf eurer Website selbst anklicken (9,99 statt 6,99 – und das ganze mal 3 Verträge – pro Monat! – für die nächsten 2 Jahre – wenn ich an die Kündigung denke… sonst automatisch weitere 12 Monate).

Ich kann ja verstehen, dass ihr im Nachhinein es irgendwie nicht mehr so lässig findet, mir irgendwann mal vorgeschlagen zu haben, ich könne zusätzlich bis zu 4 Handynummern ohne Grundgebühr haben. Aber gesagt ist gesagt! Und seid doch mal froh, dass ich nicht das Maximale ausgeschöpft habe.

Ich brauche kein ultraschnelles mobiles Internet -ich bin daran gewöhnt, dass meine 100 MB nach 3 Tagen weg sind – na und?! Auf Arbeit muss ich arbeiten, daheim gibt’s WLAN und seien wir doch mal ehrlich: wozu? Damit ich Werbemails auch auf dem Restaurantklo empfangen kann?

Und bei Sohnemann finde ich die automatische Drosselung TOTAL PRAKTISCH!

Meine Mom telefoniert eigentlich nie mit dem Handy, sie hat es nur für Notfälle und da ist bislang nichts eingetreten (glücklicher Weise!). Das Internet ist für sie NICHT EXISTENT!

Wer genau braucht 100 kostenfreie SMS pro Monat? Alle Familienmitglieder unter 80 benutzen bei uns WhattsApp und meine Mom kann die Dinger noch nicht mal öffnen und lesen – geschenkt!

100 Freiminuten sind ja ganz toll – aber wer im Heimnetzt untereinander sowieso umsonst telefoniert… Und die Handvoll Anrufe von Sohnemann… haben in keinem Monat je die Höhe eurer Grundgebühr auch nur angekratzt. Wenn die Kids sich mal hören wollen, dann verabreden die sich ganz oldskool. Oder schicken sich Sprachnotizen über WA.

Ich kann keinen Vorteil erkennen!

Übrigens: man kann nach dem Einloggen unter „Kundendaten“ – „meine Kontaktwünsche“ in der Kontaktrubrik und der Informationsrubrik alle denkbaren Einstellungen auf „Nein“ setzten. Damit dürfte der Spuk vorbei sein.

Entschuldigung nochmal, du treue Mitarbeiterin von 1&1, die du dir meine persönliche Meinung zu deinem gescheiterten Täuschungsversuch am Telefon und deinem generell total blöden Job anhören musstest. Es entspricht immer noch meiner Meinung. Und: Augen auf bei der Berufswahl!

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Ab hier ist nichts mehr unmöglich

Es gibt Momente, da ahnt man bereits nix Gutes. Wie heute im Büro. Es ist schon immer höchst verdächtig, wenn Kunden mit Rufnummernunterdrückung anrufen. Die haben sich was bei gedacht. Wenn also im Display keine Nummer steht, sondern nur #####, dann ist es denkbar, dass man gleich böse angemotzt oder jemand richtig ausfallend wird. Manches Mal hat man auch den Eindruck, Stiftung Warentest prüft die Beratungsqualität mit ganz besonders blöden Fragen.

Also seh ich die ##### und überlege ernsthaft, das Gespräch einfach nicht anzunehmen. Aber das Pflichtbewusstsein lässt mich den Hörer abnehmen.

Ich flöte also meinen Begrüßungsspruch und stelle mich auf ein schwieriges Gespräch ein. Doch es kommt zunächst keine Antwort. Statt dessen undefinierbares Geraschel.

Icke: hallo?

Typ: Jaaa….

(Oh Gott, der klingt irgendwie weinerlich. Hab ich vielleicht einen Anruf aus der Erbfallhotline erwischt?)

Icke: mit wem spreche ich denn?

Typ: Momeeent, icb suche noch die Unterlagen.

(Aha, doch nur ein unvorbereiteter Armleuchter)

Typ: warten Sie bitte?

Icke: natürlicb.

(Armleuchter sind deutlich angenehmer als Choleriker)

Derweil Geraschel und hin und wieder ein Schniefen

(oh hilfe! Der arme Mann weint tatsächlich!)

Ein Blick auf das Display sagt mir aber, dass der Anruf für die Wohnriester-Hotline ist

(Naja, es sterben auch Riester- Kunden, sicherlich kommt gleich eine herzzerreißende Geschichte…)

Typ: Sind sie noch dran, Frau MCL?

(Hä? Kenne ich den? Ach nee, hab mich ja mit Nachnamen gemeldet)

Icke: Ich bin noch dran.

Typ: Moment…

(wie blöd muss man sein, um
unvorbereitet irgendwo anzurufen? naja, vielleicht hat der arme Mann tatsächlich einen Schicksalsschlag erlitten…)

Typ: ich hab’s gleich

Rascheln, Atmen

Icke: wollen Sie vielleicht erst mal in Ruhe suchen und dann erneut anrufen?

Typ: nein… (schnief) bleiben Sie bitte dran. Haben Sie noch etwas Zeit?

Icke: in Ordnung.

(Gut, ich hab Zeit… mache ich
halt nebenbei Sachbearbeitung. Soll der Armleuchter halt suchen)

Knistern, Rascheln, Atmen

Mitterweile sind 2 (zwei!!!!) Minuten vergangen. Das wird mir jetzt doch zu blöd!

Icke: hören Sie mal, das kommt mir alles etwas seltsam vor. Suchen Sie mal in Ruhe, sammeln Sie sich und dann rufen Sie nochmal an. Okay???

Typ: Nein, ich möchte nur noch Ihre M**** l******?

Icke: WIE BITTE??????

(Der hat doch hoffentlich von Uschi und Ecken gesprochen???)

Stöhnen, Knistern

Typ wiederholt seine Bitte, und es reimt sich lediglich. Nicht verhört.

Icke: PERVERSES SCHWEIN!

Toll. Ich hatte ungefragten Telefonsex. Der erste bekannte Fall in der Firma seit Erfindung des Telefons. Es fühlt sich an, als wurde ich benutzt, missbraucht.

Nun ist alles möglich. Nichts mehr unvorstellbar.

Heute habe ich recht früh Feierabend gemacht.

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Zu weinerlich?

Sohnemann hat arge Sorgen in der Schule und ich strebe einen Schulwechsel für ihn an.

Freie Plätze gibt es an der in Frage kommenden Schule nicht, also soll ich der Schulleitung schriflich mein Anliegen vortragen.

Hier also mein Entwurf:

 

Sehr geehrte Frau Schulleitung,

heute wende ich mich an Sie mit der Bitte um Überprüfung, ob ein Schulwechsel meines Sohnemanns an Ihre Top-Schule zum Beginn der 8. Klasse möglich wäre.

Leider durchläuft Sohnemann an der Ätz-Schule einen Leidensweg. Ein Mitschüler hat sich ihn als Ziel für Beleidigungen, Provokationen und Verleumdungen ausgesucht und leider erhält Sohnemann keine Unterstützung der Lehrer, um dagegen vorzugehen. Der Mitschüler geht dabei sehr geschickt und einfallsreich vor, so dass selten ein Lehrer konkret etwas mitbekommt. Nun soll ich mich mit Unterstützung des Elternvertreters selbst an dessen Eltern wenden, da seitens der Schule bislang nichts erreicht wurde.

Die Jahrgangsleiterin der 7. Klassen lehnt Gespräche mit den Eltern des entsprechenden Schülers mittlerweile ab, da der Vater einen sehr respektlosen Umgang gegenüber Frauen pflegt. Klassenkonferenzen verlaufen ergebnislos und der Mitschüler fühlt sich durch das inkonsequente Vorgehen nur noch mehr darin bestätigt, dass er machen kann, was er will und ihm nichts passiert. Stattdessen dreht der Mitschüler den Spieß um und behauptet bei jeder Auseinandersetzung, er hätte nichts getan, sondern ihm wurde etwas angetan.

So musste Sohnemann schon Strafarbeiten erledigen, weil Aussage gegen Aussage stand und kein Lehrer sich die Mühe machte, sich näher mit der Angelegenheit zu befassen. Vielleicht war der Mitschüler auch nur lauter und vehementer bei seiner Aussage. Sohnemann wurde auch einmal vom Unterricht ausgeschlossen, musste einen Tag lang vor dem Lehrerzimmer sitzen, mit der Begründung, er wäre immer dabei, wenn was passiert und hätte einen generellen Denkzettel verdient. Es wurde auch behauptet, Sohnemann würde spucken und schubsen, obwohl das zum Standardrepertoire seines Mitschülers gehört.

Da der Mitschüler bereits 2 Kinder auf dem Schulhof verprügelt hat, wobei ein Kind sogar im Krankenhaus versorgt werden musste, und auch gerne mit seinem schlagkräftigen großen Bruder droht, hat mein Sohn jeden Morgen kein guten Gefühl auf dem Weg zur Schule.

Erst letzten Montag  wurden Sohnemann von dem Mitschüler vor Beginn der Sportstunde Beleidigungen zugeflüstert, aber Sohnemann war es, der für seine Bemerkung „Lass mich in Ruhe!“ 10x den Satz „Ich höre auf die Anweisungen meines Lehrers“ aufschreiben musste, weil er quatschte, obwohl gerade der Lehrer sprach. Seine Erklärung wurde vom Sportlehrer abgetan mit den Worten „Ist mir doch egal. Regelt das untereinander. Eure Probleme interessieren mich nicht!“. In der Umkleidekabine gingen die Provokationen weiter und Sohnemann hat sich innerlich so aufgeregt, dass er starkes Nasenbluten bekam. Den anfänglichen Streit musste er dann, neben der schriftlichen Strafarbeit, zu Papier bringen und abgeben – so, wie es an der Ätz-Schule bei jeder Auseinandersetzung üblich ist. Abschließend musste er noch sein Blut aufwischen und verbrachte den Rest des Sportunterrichts liegend auf einer Bank.

Bedauerlicher Weise tritt mein Sohn bei der Verteidigung seiner Rechte immer sehr zurückhaltend auf und möchte lieber Streit vermeiden, als aufzubegehren und anzuecken. Er frisst dann Probleme in sich rein und ich selbst brauche viel Fingerspitzengefühl, um nach Schulschluss herauszufinden, was genau ihn betrübt und warum er wieder sehr in sich gekehrt und traurig ist.

Meiner Meinung nach sollte eine Schule das soziale Miteinander ihrer Schüler fördern, den Heranwachsenden die Chance geben, zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranzureifen und Gerechtigkeit zu erfahren. Sohnemann hingegen lernt Angst, Resignation und Ungerechtigkeit kennen. Auch das Miteinander im Klassenverband ist geprägt durch gegenseitiges Misstrauen und es wird seitens der Lehrer gefördert, sich gegenseitig anzuschwärzen. Leider gibt es dadurch keinen Zusammenhalt in der Klasse und wenig echte Freundschaften. Förderliche Maßnahme wie beispielsweise eine Klassenfahrt finden nicht statt. Entgegen seiner Erfahrungen aus der Grundschule Heilewelt nutzen viele Lehrer an der Ätz-Schule das Anschreien der Kinder als Erziehungsmethode. Das verunsichert ihn zusätzlich.

Deswegen möchte ich Sie bitten, Sohnemann die Chance zu geben, durch einen Schulwechsel wieder Spaß am Lernen und  Freude mit den Mitschülern zu erleben.

Seine schulischen Leistungen konnte er bislang noch auf einem guten Niveau halten, allerdings möchte ich nicht abwarten, bis der tägliche Spießrutenlauf sich auf seine Leistungen auswirkt. Eine Kopie des Prognosezeugnisses für das 2. Schulhalbjahr 2016/2017 füge ich zur Kenntnisnahme bei.

Ich hoffe sehr, dass Sie meine Bitte wohlwollend prüfen und stehe jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Die heulende Mutter

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…und heute so?

Heute so:

Kollege steht bei mir und erläutert ein Problem. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass er sich aus unserer Telefonanlage nicht abgemeldet hat und im Nebenzimmer gerade sein Telefon klingelt. Da er nicht rangehen kann (sitzt ja gerade neben mir und rhabarbert…), verteilt die Telefonanlage das Gespräch nach 3x erfolglosen Klingelns an den nächsten freien Kollegen, der auch in der Telefonanlage angemeldet ist. Das bin ich.

Kollege bricht sein Rhabarbern also ab und entschwindet in sein Büro, nachdem ich mich dem Telefon zugewandt habe.

Derweil teilt mir die Anruferin mit, sie würde gerne meinen Kollegen sprechen – ob er denn noch erreichbar wäre? „Da haben Sie aber Glück, denn er war gerade noch in meinem Büro und daher weiß ich 100%ig, dass er noch da ist!“ sage ich noch frohen Mutes und stelle das Telefonat zurück auf seine Telefonnummer.

Leider erhielt mein Kollege in der Zeit einen Anruf und ich höre nur das Besetzt-Zeichen. Also schreibe ich ihm eine Notiz, dass er – nennen wir sie mal Frau Müller – bitte nochmal anrufen soll. Sie hatte ihrerseits eine Notiz vorgefunden, dass Sie sich bei meinem Kollegen melden soll und weiß daher gar nicht, worum es geht.

Kollege sieht meinen Notizzettel, sieht den Namen Müller und ruft sich seine Emails auf, um nochmal zu schauen, worum sich der Fall drehte und ruft den Absender – Herrn Müller – zurück.

Herr Müller ist allerdings nicht erreichbar, dafür hat er jetzt wieder den gleichen Kollegen an der Strippe, den er Vormittags darum gebeten hat, Hernn Müller eine Rückrufbitte zu hinterlassen. Auf die Bitte hin, Herrn Müller sprechen zu wollen sagt wiederum der Kollege von Herrn Müller, dieser wäre nicht erreichbar, da er in einem Kundentermin steckt.

Mein Kollege so: „Hä? Aber Herr Müller hat doch gerade um Rückruf gebeten?!?!“

Herr Müllers Kollege so: „Kann nicht sein – der berät schon seit einer Stunde!“

Darauf hin schaut sich mein Kollege meinen Notizzettel genauer an und sieht, dass Frau Müller um Rückruf bittet.

Also lässt er sich mit Frau Müller verbinden, die keine Ahnung hat, warum sie meinen Kollegen anrufen sollte.

Erst dann klärt sich auf, wer wen anrufen sollte und wie es zu dieser Verwechselung kam.

Mein Kollege hat zwar immer noch nicht Herrn Müller erreicht und die Frage ist immer noch offen, aber immerhin waren 4 Leute eine ganze Weile beschäftigt…..

 

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Spruch des Tages

Heute früh gab es einen von diesen besonderen Momenten. In einer Kurve kam mir ein Rettungswagen entgegen. Auf meiner Spur. Ohne Tatütata, aber blau leuchtend – na immerhin! Da half nur noch eine Vollbremsung meinerseits.

Als ich das vorhin im Kollegenkreis zum Besten gab, meinte eine Kollegin nur ganz trocken:

„War der noch nicht voll? Müssen die jetzt sparen und Patienten sammeln?“

Ja, die lieben Berliner. Treusorgend, verständnisvoll, zurückhaltend und nüscht davon.