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Kleine Sommerpause

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Stilvoll aus dem Rahmen fallen

In nächster Zeit häufen sich hier die Feste. Heute feiert Sohnemanns Klasse den Abschied von der Grundschule, nächsten Mittwoch wird meine Mom 80, am Freitag geht eine Kollegin in Rente.

Damit man ein paar Fotos von dem Tag knipsen kann, welche für sich selbst sprechen und auch Kamerascheue vor die Linse bekommt, habe ich für die Kids eine mobile Fotowand gebastelt:

Man braucht einen alten ausgediente Rahmen; meiner beherbergte mal einen Spiegel, der leider einen Sprung hatte. Als Unterlage habe ich mich für eine Hartfaserplatte entschieden, damit man das ganze noch ohne Kraftanstrengung halten kann. Kostenpunkt für 100×120 cm um die 5,00€, die Tapeten sind übrig gebliebene Rest.

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Platte mit Tapetenkleister besteichen, mit der Tapete bekleben und gut trocknen lassen. Dann den Rahmen auflegen, anzeichnen und Mittelteil mit der Stichsäge ausschneiden. Kraftkleber großzügig auf der Rahmenrückseite auftragen, Rahmen auf die Vorderseite platzieren und beschweren (ein Tisch bietet sich hier an). Sicherheitshalber habe ich von hinten noch 4 kleine Schräubchen durch Hartfaserplatte und Rahmen gejagt.

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Dann die Frontseite noch passend dekorieren: ich habe mich für eine Wimpelkette mit Jahreszahl entschieden- dass passt als Grundlage schon mal ganzjährig 😉
Dazu kam noch das Logo der Schule, das Ortswappen, Datum und die Klasse. Je nach Anlass kann man hier kreativ loslegen!

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Beispielhaft guckt jetzt mal ein Sofakissen durch den Rahmen. Und Kalle demonstriert, dass man sich auch super vor dem Rahmen in Szene setzen kann.

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Grillbutter

Zur Abwechslung gibt’s hier mal was leckeres auf’s Brot:

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Grundlage ist jeweils 250g Butter- ich nehme mildgesäuerte Butter.

Die Butter muss auf jeden Fall schön weich sein, zur Not vorsichtig mit der Mikrowelle nachhelfen. Flüssig werden sollte die Butter jedoch auf keinen Fall!

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Für die Curry-Zitronen-Butter noch hinzufügen:
4 TL Feigen-Senf-Sauce (das sind diese Sößchen, die in Supermärkten beim Käse rumstehen und nach dem Probieren ein einsames Dasein ganz hinten im Kühlschrank Fristen- geht auch in der Orangen- oder Zitronen- Variante!)
3 TL Curry
2 TL Zitronensaft
1 TL Kurkuma
1 TL Honig
Abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
Salz und Pfeffer nach Gusto

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Für die Tomaten-Variante:
100 Gramm getrocknete Tomaten in Öl, gut abgetropft
40 Gramm gehackte Pistazien
Salz und Pfeffer nach Gusto

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Kräuterbutter für Traditionsbewusste:
Natürlich Kräuter!

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Bei mir sind das Knoblauchrauke, Giersch, Oregano, Thymian, Salbei, Petersilie, Schnittlauch, Estragon, Zitronenmelisse und Majoran aus dem Garten.

Zusätzlich
2 TL Joghurt
2-3 Zehen Knoblauch (gehackt, nicht zerquetscht)
Salz und Pfeffer nach Geschmack

Guten Appetit!

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Aufreger Nr. 3

Aus aktuellem Anlass muss ich den Aufreger Nr. 2 kurzzeitig überspringen und später nachliefern.

Viel muss man dazu nicht sagen, außer, dass eine fehlende Anrede kein guter Stil ist.

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Bislang ist nur ärgerlich, dass der Apostroph da überhaupt nicht hingehört und sich mir beim Hinschauen die Fußnägel aufrollen.

Aber schlimmer geht immer:

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Es ist nicht richtig, dass Lieblingskerl vorher bei mir um Erlaubnis bittet, ob er seine Eltern anrufen und besuchen darf. Richtig ist, dass ich immer sage: ruf da an, fahr da hin, dann hast du es hinter dir.

Es war jedenfalls sehr effektiv, kein Absender auf den Brief zu schreiben, sonst hätte ich Lieblingskerl gleich gebeten, für mich nachzusehen, ob sich im Brief ne (verbale) Bombe befindet.

Ich habe den Leuten übrigens nichts weiter getan, außer ihren Sohn in ihren Augen „wegzunehmen“.

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Aufreger Nummer 1

Obacht – Achtung – Attention – ich muss mir mal wieder was von der Leber schreiben –

In letzter Zeit häufen sich wieder die Aufreger, die mich teilweise nächtelang beschäftigen. Teilweise muss ich ein wenig ausholen, damit man die ganze Tragweite erkennt.

*Lufthol*

Aufreger Nummer 1:

Sohnemanns Grundschule ist eine Inklusionsschule, d.h. in seiner Klasse sind Kinder mit Lerneinschränkungen und besonderen Bedürfnissen. Die Klassenlehrerin ist Sonderpädagogin und besitzt darüber hinaus auch noch einen gesunden Menschenverstand. Die Rahmenbedingungen stimmen also. Bis auf ein paar mehr Wiederholungen und hin und wieder ein paar Pausen, wo vielleicht gegenüber herkömmlichen Klassen etwas mehr Zeit für tiefergehende Erklärungen für einzelner Schüler benötigt wird, ist auch kein gravierender Unterschied zu herkömmlichen Klassen zu bemerken. Und ich bin wirklich für ein normales Miteinander, ohne dass Kinder mit Problemen ausgesondert werden und an Sonderschulen unterrichtet werden.
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von anerkannten Störungen, so dass man nicht mehr von Behinderungen sprechen kann. Im Alltag sehen sich die Betroffenen und ihre Angehörigen aber immer noch Anfeindungen gegenüber und als Reaktion darauf, wird auch die Umwelt übertrieben sensibel und es muss alles nett weichgespült formuliert werden, politisch korrekt, nichts darf den Anschein erwecken, etwas abzuwerten oder zu verniedlichen. Es ist eine Gradwanderung… und damit man sich nicht so viele Gedanken machen muss, werden Fremdwörter oder Abkürzungen verwendet, die ein Neuling auf diesem Gebiet eh nicht versteht. Meine Mutter wüsste beispielsweise nicht, was Dyskalkulie oder ADHS bedeutet… oder wo der Unterschied zu ADS liegt. Alles gar nicht weiter schlimm – für mich gib es eh keine Perfektion im Individuum und jeder Jeck spinnt anders… Ich will damit nur klar sagen, dass ich sehr für Integration bzw. Inclusion (was noch weiter geht, aber nicht so klingt) bin und es für normal erachte, dass alle Menschen gleich sind und auch gleich behandelt werden sollten. Was allerdings noch gleicher ist: Eltern von Kindern mit Spezialeffekten sind was ganz Besonderes.

In diesem Fall ist sogar der Sproß ultra-besonders. Das Mädchen ist bereits an einer Waldorfschule nicht klar gekommen und traf in Klasse 3 zu den anderen. Und Kinder haben teilweise noch sehr rudimentäre Instinkte, wie die Wilden riechen sie das verwundbarste Tierchen unter sich (Menschenrechte hin oder her!) und… was soll ich sagen… leider gibt es be dem Mädchen auch viel Angriffsfläche. So reagieren die meisten Lebewesen recht unangenehm darauf, wenn sie lange, intensiv und mit bösen Blicken angestarrt. Das hat Mutter Natur so programmiert und sich auch was bei gedacht; denn normaler Weise folgt dem fiesen Anstarren ein Sprung an die Kehle oder ähnliches. Hier natürlich nicht: das Mädchen sieht einfach schlecht, trägt aber keine Brille, weil das das Outfit negativ beeinflusst, und guckt deswegen so seltsam drein. Außerdem ist das ihre Art, Kontakt zu ihren Mitschülern herzustellen und meistens möchte sie nur Freunde finden. Sie ist nämlich nicht in der Lage, in den Gesichtern Stimmungen abzulesen und kann daher nicht darauf reagieren, wenn einer die Verteidigungsposition einnimmt oder sauer wird oder oder.

Jetzt könnte man meinen, es wäre vielleicht möglich, dass man ihr beibringt: wenn Du Kontakt möchtest, probiere es mal mit freundlich Lächeln und Reden. Nein! *Ironie an* Das ist der völlig falsche Weg und das arme Mädchen an der Schwelle zum Teenager-Dasein könnte dadurch leiden *Ironie off*. Stattdessen erhält die ganze Klasse ständig ein Teaching zum Umgang mit ihr. So wurde besprochen, doch nach Möglichkeit ihr Starren zu ignorieren oder sie durch Zeichen darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht angestarrt werden möchte und sie sich wieder Richtung Tafel umdrehen soll. Auf der Klassenfahrt wurde ihr ein ganzer Tag gewidmet, bei dem Erlebnispädagogen auf vielfältige Weise allen vermittelt haben: „sie ist einfach anders, aber dadurch auch nicht besser oder schlechter“. Oder der Vater übernimmt eine Unterrichtsstunde und erklärt den Kindern den Umgang mit seiner Tochter. Oder es ist Thema im Morgenkreis, im Klassenrat und bei persönlichen Gesprächen zwischen Lehrerin, Eltern, Kindern.

Wenn das alles nicht fruchtet und die Mitschüler sich weiterhin verhalten wie ganz normale Kinder, dann tritt die Mutter auf den Plan. Diese ruft dann bei den Erziehungsberechtigten des Mitschülers an, hält diesen das Fehlverhalten des Nachwuchses vor  und scheut sich auch nicht, Drohungen auszusprechen.

So ist es uns im letzten Jahr  auch ergangen. Sohnemann hat sich erdreistet, diese Spezialmitschülerin anzusprechen, was genau eine Waldorfschule ist. Echtes Interesse wurde ihm abgesprochen; er hätte sogar „Waldschule“ statt „Waldorfschule“ gesagt und damit ist klar erkennbar, dass er sie nur verarschen wollte (ja, Kinder machen sowas. Na und?). Außerdem hätte er blöde Bilder von ihr gezeichnet und rumgezeigt (und…?), das Licht im Klassenzimmer gelöscht, obwohl sie sich noch im Raum befand (ach; bei uns lässt er immer das Licht brennen) und sie anschließend dort eingesperrt (habe gehört, dass Kinder hin und wieder sowas machen) und ihr nicht charmante Sachen hinterhergeschrieen (aha).

Dass er sich nach der Waldorfschule erkundigte wusste ich bereits, das hatte er mir schon vorher erzählt, weil eine Freundin von mir (huhu Puja!) auch diese Schulform besuchte und Dominik wissen wollte, ob man da tatsächlich seinen Namen tanzt. Oder ob man da noch mehr lernt. Ich konnte ihm die Frage nicht spontan beantworten, also begab er sich auf Feldforschung. Und das aus echtem Interesse hinaus zu fragen, finde ich eigentlich ganz inklusionskonform. Aber meine Argumentation wurde einfach weggewischt – er hat sie damit ärgern wollen, basta, und jetzt muss er dafür büßen. Zu den anderen Vorwürfen konnte ich nichts sagen, das war aber auch egal, denn mir wurde versprochen, dass meinem Sohn das Leben bis zum Abschluss der 6. Klasse von ihr schwer gemacht wird, wenn Sohnemann ihre Tochter je wieder anspricht, anschaut oder nur an sie denkt.

Wie sollen sich so Kinder in eine Klasse integrieren? Und warum sucht sie immer Kontakt, die Mutter sagt mir aber: „sie ist nicht in der Schule, um Freunde zu finden!“. Schade.

Jedenfalls konnte ich danach herausfinden: die Bilder hat ein anderer Mitschüler gezeichnet. Das Hinterherschreien war noch ein anderer Junge. Das Licht löschen und Klassentür schließen war mein Spross. Weil er sie übersehen hat. Die Tür hat er auch nicht abgeschlossen oder versperrt, das hat der bildermalende Junge wieder übernommen. Aber ist ja egal – erstmal pauschal die Eltern durch den Telefonhörer ziehen und sich anschließend noch nicht mal entschuldigen für all die verbalen Attacken, die auch in einigen Teilen den Falschen trafen.

Das war jetzt erstmal Vorgeschichte:

Diese Mutter betreibt bei uns eine Praxis und hat im letzten Jahr bei einer Elternversammlung ihre Praxisräume angeboten, damit die Kinder dort zusammen ein Abschlussfest inclusive Grillabend und Übernachten abhalten können. Die Räume seien pflegeleicht, man solle nur die Schuhe ausziehen, ansonsten wäre das Gebäude ideal und bietet genügend Räume zum Feiern und Schlafen.

Als ich nach der Telefonischen Hinrichtung meines Sohnes auch so das eine oder andere Gespräch mit der Klassenlehrerin führte, habe ich ihr gleich gesagt, dass daran was faul ist. Aus purer Nächstenliebe kommt dieses Angebot nicht und irgendwas Niederträchtiges stecke dahinter… sie hat schließlich das Hausrecht und könne faktisch einige Kinder von der Feier ausschließen, andersrum aber garantieren, dass ihre Tochter auf jeden Fall mit dabei ist. Da wurde bei mir vermutet, ich sähe zu viele komische Filme.

Und nun? Na, es kam, wie es kommen musste: der malerisch begabte Junge, der auch famos Türen versperren kann, hat dem Mädchen einen Tafelschwamm ins Gesicht geworfen. Ja, dieses stinkende Teil. Alles andere als lecker, aber jetzt auch nichts, was eine immense Verletzungsgefahr birgt. Und einige Kinder haben ihr signalisiert: „dreh Dich um, starr mich nicht an, ich möchte das nicht!“. So, wie sie es gelernt haben. Doch plötzlich wurde die Geste mit der Hand als abwertend, herablassen und feindlich gewertet.

Ende von der Geschichte: die Mutter zog ihre großherzige Einladung in ihre Praxis zurück. Und so standen alle Kinder zwei Wochen vor ihrer Abschlussfeier ohne Location da.

Dankeschön. Der blinde Racheakt ist gelungen.

Zum Glück konnte sich die Schulleitung durchringen und die Mensa der Schule zur Verfügung stellen. Jetzt können alle Kinder gemeinsam feiern und dort übernachten – bis auf eine. Die muss alleine mit ihrer Familie feiern, weil Mama das so will. Sie würde zwar lieber mit ihren Mitschülern Party machen, aber wen interessiert hier schon das Wohl eines einzelnen Kindes?

Sooo, das soll für heute mal genügen. Daraus könnte gut eine Fortsetzungsgeschichte werden!

Ansonsten haben wir bereits einen Elternabend an Sohnemanns Oberschule hinter uns gebracht – der war ziemlich allgemein gehalten, fand in der Mensa statt und hatte geladene Gäste für rund 100 Schüler in 4 Klassen. Da ging es nur um Grundsätzliches und es wurden KEINE Elternvertreter gesucht *puuuh*. Beim anschließenden „Aufnahmegespräch“, bei dem ich Sohnemann glücklicher Weise NICHT einliefern musste, wurden ihm und uns Fragen gestellt, um ihn der richtigen Klasse zuzusortieren, wie „Naturwissenschaften oder 2. Fremdsprache?“ – Französisch – „Integrationsklasse oder nicht?“ – dieses Mal bitte nicht –  oder „mit wem möchtest Du unbedingt in eine Klasse und mit wem gar nicht?“. Das Feld auf dem Elternfragebogen, dass die Bereitschaft für die Wahl zu Elternvertreter abfragte, habe ich tatsächlich vergessen auszufüllen und habe dem Impuls widerstanden, es noch zu ergänzen *nochmalpuuh*

 

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Dies ist übrigens mein 200. Blogeintrag. Und ich werfe jetzt ein bisschen Konfetti.

Wer also noch mehr lesen möchte… findet noch 199 Beiträge im Archiv. Viel Spaß!