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Rückblick auf die letzten 3 Monate

Hallo Ihr Lieben,

ich bin säumig. Ganze 3 Monate sind vergangen seit meinem letzten Beitrag. In der Zwischenzeit habe ich auch nichts gelesen – nur ein Buch im Urlaub. Erst in den letzten 3 Tagen habe ich mal wieder bei meinen Blogs Nachlese betrieben und das auch nur, weil ich per WhattsApp schon darauf aufmerksam gemacht wurde, was mir alles so entgeht! Danke Iris 🙂

Der Berg an Arbeit, der bereits im Juli existierte, ist in der Zwischenzeit noch mehr angewachsen. Im Büro gab es eine Umstellung des Computersystems und nun klappt nüscht mehr wie am Schnürchen. Eine einzige Katastrophe! Jeden Tag möchte ich mich abends in die Ecke setzen und ein bisschen weinen. Es gibt zwar Momente, da ist es schon wieder richtig witzig, was hier alles nicht mehr funktioniert, aber es überwiegen die Phasen, wo man hilflos vor einem Problem steht, was man weder braucht noch möchte, JETZT aber lösen muss und nicht weiter weiß. Nervenzermürbend und unfassbar, angesichts der Tatsache, dass ich nicht bei einem kleinen Gemischtwarenladen, sondern einer Bank arbeite.

Ich mag da schon gar nicht mehr weiter drüber jammern.

Allerdings erscheint es mir dann auch schon wieder zu banal, nun von meiner neuesten Entdeckung auf dem Nagellackmarkt zu berichten. Sei’s drum – ich mach’s trotzdem:

Der Erfinder des Markierstifts hat nun auch Nagellacke im Sortiment und besonders entzückt bin ich vom Design der Flasche. Der Schraubverschluss hat nämlich die unverwechselbare Form aller Stiftkappen dieser Marke, genau wie auch die Sprühlacke, die es mittlerweile bis in das Regal meines Lieblingsbaumarktes geschafft haben. So hübsch kann Corporate Identity sein:

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Im CD-Player:

Freudig kann ich verkünden, dass es überhaupt noch ein Auto mit CD-Player gibt! So sicher konnte man sich nämlich nicht sein, ob es nicht ein „bis das der TÜV euch scheidet“ geworden wäre. Mein Schrauber hat die Ansage erhalten, mit möglichst wenig Einsatz von Zeit und Geld meinem Mutterschiff über die Hauptuntersuchung hinweg zu helfen. Mission erfüllt: Es mussten nur 2 Reifen ersetzt werden, bei denen schon die Karkasse durchlugte und das sogenannte Tankband – dieses verhilft dem Tank zu einem sicheren Dasein an der Stelle, wo er hingehört. Nicht unwichtig. 

Jedenfalls hat mein Auto, Franzose mit 13 Lebensjahren und 220.000 Kilometern auf der Uhr, lebensverlängernde Maßnahmen für weitere 2 Jahre erhalten. Nicht schlecht dafür, dass ich vor fast 4 Jahren damit mal 4 Autos vor mir so zusammen geschoben habe, dass dabei einen Schaden von über zehntausend Euro zusammen kam. Warum bleibt die Kolonne an Autos auch stehen, obwohl die Ampel gerade auf Grün gesprungen ist? Ein Moment mal kurz nach rechts in eine Seitenstraße geguckt und plötzlich hielt einer einfach so an und alle machten eine Vollbremsung, nur bei mir gab es dazu noch so ein dumpfes Geräusch… peinlich, peinlich! Blonde Frau am Steuer, ihr könnt es euch vorstellen..

Nun ja, das Auto lebt und der CD-Player… schweigt. Ich bin immer noch nicht in der Lage, im Auto Musik zu hören. Komischer Weise trifft das nur zu, wenn ich selbst fahre. Als Beifahrer stört es mich nicht sonderlich. Und im Urlaub war es auch kein Problem. Ist so ein Stress-Ding

 

Lieblingsfrisur:

Da ich mir ja eingebildet habe, die Friseurin, bei der ich zuletzt unterm Messer war, hat mir viel zu viel von meiner Haarpracht abgesäbelt, suchte ich im Netz nach Hausmittelchen für ein rasant beschleunigtes Haarwachstum. Daraufhin bildete ich mir ein, roter Zwiebelsaft wäre ein Wundermittel und würde die Matte nur so sprießen lassen. Leider stinke ich immer wie ein Iltis, wenn ich mir den Saft auf den Kopf kippe – nun trage ich abends gerne mal Turban. Haare wachsen hat so oder so, aber nun habe ich auch noch stinkende Handtücher. Irgendwas ist immer.

Sohnemann war letztens auch bei unserem Friseur und erwischte genau die gleiche Friseurin – anschließend beklagte er sich, dass die ihm die Frise viiieeel zu kurz geschnitten hätte. Ha! Doch was dran an meiner Wahrnehmung J

 

Ganz fest vorgenommen:

Jahre lang habe ich es einfach ignoriert, letztes Jahr dann aber doch mal wieder eine Einkommenssteuererklärung abgegeben.  da gab es eine fette Handwerkerrechnung und ich hatte das großartige Gefühl, einen Batzen Geld wieder zu bekommen. War nicht der Fall… bei so viel Schweiß und Tränen hatte ich einfach mehr erwartet. Und nun wollte mein Finanzamt auch dieses Jahr wieder Post von mir. Das kam ja mal wieder einem Staatsakt gleich! Ich brauchte wochenlanges seelisches und moralisches darauf Vorbereiten, eh ich überhaupt in der Lage war, auch nur das Elster-Programm runterzuladen.

 

UND DANN kam folgendes dazwischen:

An dem Wochenende, an dem ich mir ganz fest vorgenommen habe, nichts anderes als Steuerkram zu erledigen, begrüßte uns der Kühlschrank beim Frühstück mit einem komischen Geräusch. So eine Mischung aus Trecker und sterbender Schwan. Irgendein Teil kam über ein lautes Startgeräusch nicht hinweg. Als würde der Kompressor anspringen, aber nicht richtig auf Touren kommen. Und das ist einer ungewohnten Lautstärke. Also haben wir zunächst versucht, die Rückseite von Staub und Spinnweben zu befreien, um dem Gerät einfach mal das Gefühl zu geben, wir kümmern uns um seinen Hilferuf. Anschließendes Betrachten des Kompressors hat auch keine näheren Erkenntnisse ergeben, außer, jau, hier kommt das fiese Geräusch her. Richtig mulmig wurde uns aber erst, als er keinerlei Geräusche mehr von sich gab. Bereits beim Abräumen des Frühstückstischs fiel auf, dass sich der Inhalt der Tiefkühlseite im Übergang zum flüssigen Aggregatzustand befand. Also musste alles, was noch halbwegs kühl und identifizierbar war, in den Ersatztiefkühler umziehen. Zum Glück haben wir sowas! Es wurden allerdings auch abgetupperte Sachen im Froster entdeckt, bei denen man weder wusste, wie lange die da schon drin lagern, noch was zur Hölle das mal gewesen sein könnte. Nun habe ich einen deutlichen Überschuss von Tiefkühldosen und –döschen im Schrank, aber auch mal das dringend überfällige Ausmisten des Frosters erledigt. Immerhin bestand da noch die Hoffnung, dass der defekte Kompressor vielleicht noch in der Lage ist, den Kühlschrank alleine zu betreiben.

Und was soll ich euch sagen? Am nächsten Tag hatten wir das gleiche Spielchen auf der Kühlschrankseite! Zwei Tage lang Noteinsatz in der Küche… auch hier konnten wir unseren Party-Ersatzkühlschrank in Betrieb nehmen, aber ein Teil musste dann doch noch bei meiner Mutter untergebracht werden.

Jaaaa, und dann dachten wir uns, hey, es ist Sonntag – wo kommt man schneller an einen neuen Kühlschrank als übers Internet? Mittlerweile wissen wir: überall!

Nachdem der Lieblingskerl den halben Samstag und noch etliche Stunden am Sonntag nach Side-by-Side/ French-Door-Kühlschränken und anderweitig gearteten Kombinationen aus Kühl- und Gefrierschränken gesucht hat und Testberichte recherchierte, fiel unsere Wahl auf ein Gerät bei einem Elektrohändler in Nordrheinwestfalen, der eine kostenfreie Lieferung innerhalt der nächsten 1-3 Tage versprach. Topp!

Nachdem wir bis Dienstag weder eine Bestätigungsmail noch eine Benachrichtigung über den Liefertermin erhielten, hat Lieblingskerl doch mal sicherheitshalber nachgefragt. Hätte er dies nicht getan, hätten wir vielleicht nie erfahren, dass der von uns bestellte Kühlschrank überhaupt nicht mehr lieferbar ist. Der wäre ja sooo beliebt, dass es Lieferengpässe seitens des Herstellers gäbe. Aber er hätte ein anderes Modell der gleichen Firma da, der wäre ja noch viel besser verarbeitet, da für d
en Europäischen Markt produziert und nicht so wie das gewünschte Modell für den amerikanischen Verbraucher, der wohl nicht so anspruchsvoll ist  (ist das so?). Der hätte zwar kein Getränkegitter und auch keine Snackschublade, aber dieser könnte uns entgegenkommender Weise, trotz wesentlich hochwertigerer Verarbeitung, zum gleichen Preis geliefert werden – bezahlt hatten wir bereits über Paypal. Eigentlich eine Frechheit… aber wir brauchten schnellstmöglich einen Kühlschrank!

Auf Dauer ist es nämlich sehr anstrengend, seine Marmelade zu suchen – steht die vor der Küchentür im Picknickkorb? Ist die vielleicht zusammen mit den Ketchupflaschen und Grillsößchen in der Veranda ausgelagert worden? Oder im externen Keller, der sich mitten im Garten befindet? Oder vielleicht doch bei meiner Mutter im Kühlschrank gelandet? Und wo ist doch gleich die Gemüsebrühe? Mist – Ketchup brauche ich aus! Außerdem nieselt es… wollen wir nicht die Suche abbrechen und Essen gehen?

Übrigens habe ich beim Frühstücken bei unserem nächstgelegenen Bäcker, der ein Frühstücksangebot hat, in meinem Rührei eine Glasscherbe gefunden. Der fehlende Kühlschrank hat mich spätestens dann total angenervt!

Der Kühlschrankdealer sagte und übrigens zu, der ersatzweise lieferbare Kühlschrank würde uns vielleicht am Freitag erreichen – vielleicht aber auch erst am Montag. Wir sollten uns doch mal direkt mit der Spedition kurzschließen. Doch die gingen auch nicht ans Telefon, wenn man es 17 Mal klingeln ließ. Nach 4 Versuchen gaben wir auf.

Montag früh platze mir dann endgültig der Kragen, als es auf telefonische Nachfrage beim Händler erst hieß: ja, die Spedition könne uns nicht erreichen… ob wir mal eine Telefonnummer angeben könnten? Ja klar, wenn die Nummer, die bei der Bestellung ein Pflichtfeld war, nicht ausreicht, dann könne er jetzt auch gerne nochmal beide Handynummern bekommen, die wir nach dem ersten Telefonat noch per Mail hinterher geschickt hatten… oder wir sollten doch gleich mal mit der Spedition telefonieren. Klar – die sind ja so spitzenmäßig erreichbar! Aber – oh Wunder! Es ging jemand ran. Vielleicht nicht gerade die Mitarbeiterin des Monats, denn sie wüsste nichts von unserem Kühlschrank, aber wir dürften gerne nochmal am Ende der Woche nachfragen. AHHHHH!

Dann habe ich den Typen bei dem Elektrofachmarkt in NRW durch die Leitung gezogen. Ob ihm klar wäre, dass wir keinen Fernseher bestellt haben, bei dem man alternativ auch mal ein Buch zur Hand nehmen oder ins Kino gehen könnten um sich anderweitig zu unterhalten, wenn es Lieferprobleme gibt, sondern einen KÜHLSCHRANK, der relativ unersetzbar ist? Jaja, Moment… ich frage mal nach… WARTESCHLEIFE…. Der hat unser Haus bereits letzte Woche Dienstag verlassen… Moment…. WARTESCHLEIFE… die Spedition hat uns leider nicht angetroffen, als sie das Gerät bei uns abliefern wollten WIEBITTE??? OHNE VORHERIGE TERMINVEREINBARUNG??? Guter Mann – wir müssen arbeiten gehen, um uns ihre Kühlschränke überhaupt leisten zu können, da kann es schon mal vorkommen, dass wir vormittags nicht da sind, wenn wir nicht wissen, dass eine Lieferung kommt. Ob er der Spedition nicht mal etwas Druck machen könnte, JETZT beispielsweise wären wir wunderbar zu Hause anzutreffen… WARTESCHLEIFE… Wir melden uns wieder bei Ihnen. Schönen Tag noch.

Dann haben wir uns recht ratlos angesehen und sind in den nächsten Markt für Medien gefahren, um nur mal zu gucken… natürlich stand dort DER Side-by-Side-Kühlschrank, von dem wir immer geträumt haben, sogar in der Wunschfarbe. Sogar deutlich günstiger als Listenpreis, zwar auch mit einem kleinen Kratzer in der Front (stammte wohl von einem Einkaufswagen…tzztzz!), aber einem deutlichen Preisnachlass und obendrauf einer kostenlosen 5-Jahres-Garantie. Nach kurzem hin- und her Überlegen haben wir auf die Uhr geschaut und festgestellt, dass der Händler aus NRW innerhalb der letzten 5 Stunden nicht wie versprochen nochmal angerufen hat und nun echt keine Chance mehr verdient. Mittlerweile waren seit der Bestellung 10 Tage vergangen und so machten wir (nicht sonderlich schweren Herzens…) von unserem Widerrufsrecht gebrauch.

Da es am Dienstag einen Feiertag gab und es schon abends war, wurde der Kühlschrank  am Mittwoch geliefert. Aber das war immerhin kostenlos und wenn man so will am nächsten Werktag. An der Stelle müssen wir uns merken: alles, was größer ist als eine Kaffeemaschine sollten wir nicht mehr online bestellen. Und schon erst recht nichts, was sich preislich im 4-stelligen Bereich bewegt.

Ungefähr 5 Mails später hatten wir dann auch das Geld aus dem ersten Kühlschrankkauf wieder. Zwischendurch sah es so aus, als müsste man Paypal einschalten, aber zum Glück hat es auch so geklappt. War anstrengend genug!

 

Danach dann doch noch erledigt:

Mit Hilfe meiner Freundin, der Finanzbeamtin, konnte ich mit einer leichten Fristverlängerung die Einkommenssteuererklärung mit dem Steuerprogramm fertigen. Wir waren sehr stolz auf uns, weil selbst die Fachfrau gestand, sich selbst noch nicht an Elster rangetraut zu haben. Ohne ihre Hilfe wäre ich aber kläglich gescheitert.

Die Steuererklärung habe ich dann höchstpersönlich bei meinem Finanzamt abgegeben. Sie war mit zwischenzeitlich ans Herz gewachsen. Außerdem hatte ich schon höchstpersönlich große Umschläge gekauft, dann noch Briefmarken besorgen… nee!

Aber ich habe dabei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: in Nauen lag auch noch mein europäischer und internationaler Führerschein bereit zur Abholung.

Exkurs:

Ich erzähle im Büro von meinen Plänen, meinen Führerschein auf das neueste Format umzurüsten und alle so: oh, krass! Da kannst Du Dich ja darauf einstellen, vor einem halben Jahr keinen Termin beim Meldeamt zu bekommen. Ich so: aber mitnichten! Alle so: dooooch! 6 Monate sind in Berlin total üblich. Ich grinse, denn ich wohne in Brandenburg. Ätsch!

Ich fahre also am darauf folgenden Samstag  (!) nach Nauen, parke direkt (!!) vor dem Bürgerservicebüro (kostenfrei!!!), finde einen verschlossenen Warteraum vor, erschrecke mich kurz, entdecke dann, dass der nur zu ist, weil keiner wartet und betrete die Amtsstube. Dort empfangen mich zwei gut gelaunte Damen, eine kümmert sich um die Formulare, eine lässt schon mal das EC-Kartengerät vorglühen. Nach 2 Minuten gehe ich noch kurz zum Fotoautomaten und weitere 5 Minuten später ist alles erledigt. Beide Führerscheine kann ich nach 10 Tagen abholen. So geht das!

Den Kollegen fällt bei dem Vollzugsbericht die Kinnlade runter. Augenwinkel zucken, Neid blitzt in den Augen. Beim nächsten Mal erzähle ich vielleicht, wie wir Lieblingskerls Auto umgemeldet haben. In Berlin dauern Zulassungen aktuell 5 Wochen. Vielleicht lasse ich es lieber sein.

 

Gefreut:

In den letzten beiden Ferienwochen waren wir verreist. Masuren war unser Ziel, Ostpreußen, Polen. Zwei Wochen relaxen, ausspannen, die Natur genießen und Freunde besuchen.

 

Noch mehr gefreut haben wir uns, als wir in unserem Hotel Gäste ansprachen, die laut Autokennzeichen aus Berlin kamen, und dann erfahren haben, dass sie ein Ferienhaus in Brandenburg haben, genauer gesagt bei uns im Ort, eigentlich in der nächsten Querstaße. Luftline 200 Meter entfernt! Wir haben im Urlaub oft abends beisammen gesessen, unsere Jungs waren zusammen angeln und wir haben uns nach dem Urlaub mit der sympathischen Familie auch schon in Schönwalde getroffen. Die Welt ist ein Dorf!

 

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Lernen lernen

Gestern gab es an Sohnemanns Schule einen Vortrag zum Thema „Das Lernen lernen“ und da dachte ich mir „besser spät als gar nicht“ und bin da mal hin. Lieblingskerl natürlich im Schlepptau, denn der kann auch mal die Lauscher aufspannen, wenn es darum geht, sich Wissen in Sachen Kindererziehung anzueignen.

Und ich muss sagen: Spannend! Unterhaltsam! Informativ!

Auch für mich selbst war da einiges dabei, wo ich mich selbst wiederfand. Ein Blick auf meinen Schreibtisch genügt, um mich als kretiv-chaotisch ausgerichteten Lerntyp einzustufen. Zum GLÜCK ist man ja immer ein Mischtyp und ich habe auch sehr viele Anteile aus dem logisch-abstrakten Bereich. In mir steckt auch ein Streber! Sohnemann würde ich eher als emotionalen Lerntyp einschätzen – herausragendes Merkmal: ohne Lob nix los. Bei Kritik kompletter Rückzug. Passt. Wenn man es erstmal weiß, lässt sich damit besser umgehen.

Das Beste daran: wenn ihr selbst Kinder im schulpflichtigen Alter habt und Eure Schulleitung bzw. die Elternvertreter mitziehen, kann man so einen Vortrag auch an die Schule eurer Sprößlinge holen. Kostenfrei! Nähere Infos findet ihr hier

 

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Bedienungsanleitung

Sohnemann sollte in Lebenskunde eine Bedienungsanleitung für sich selbst schreiben. Ahhhh, jaaaaa…. Nun gut. Wenn das hilft… Da Schreiben mein Ressort in unserem kleinen Familienunternehmen ist, hab ich ihm mal etwas als Vorschlag unterbreitet:

 

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– Allgemeines

Diese Bedienungsanleitung gilt für Sohnemann in der Baureihe vom 01.12.2003 (im Folgenden Sohnemann genannt).

Der bestimmungsgemäße Gebrauch von Sohnemann wird im Allgemeinen mit „Leben und leben lassen“ bezeichnet.

Der Lieferumfang beinhaltet einen Körper und ein Gehirn (in der Basisversion). Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind Zubehörteile wie Kleidung und Besitz beim Hersteller (siehe Abschnitt „Gewährleistung“)  erhältlich.

 

– Grundlegende Sicherheitshinweise

Sohnemann funktioniert nur, wenn man ihn Essen, Trinken, Bewegung, Spiel, Freizeit, eine Schlafmöglichkeit, liebevolle Zuwendung  und unbegrenzten Internetzugang zur Verfügung stellt.

Keinesfalls darf man ihn unter Wasser drücken, die Nahrungszufuhr einstellen, Zuneigung entziehen oder ihm sein Hobby „Angeln“ vorenthalten.
 

– Beschreibung

Sohnemann ist ein Mensch und auch als solcher zu behandeln. Er kann eigenständig Fühlen und Denken (ggf. siehe  Abschnitt „Störungsanalyse“) und nach Aufforderung auch leichtere Tätigkeiten ausüben. Bei sachgerechter Pflege wächst und gedeiht er und kann zunehmend eigenverantwortlich handeln.

Er ist nur zum Gebrauch auf dem Planeten Erde zugelassen. Für extraterristrischen Gebrauch sind spezielle Zusatzausbildungen nötig (beispielsweise Studium der Luft- und Raumfahrt).

 
– Angaben zur Montage

Sohnemann wird unverpackt geliefert. Vollständig betriebsfähig ist er rein rechtlich jedoch erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres.

 
– Anlagenbetrieb

Serienmäßig erfolgt die Inbetriebnahme durch das Zubehörteil „Wecker“. Mit etwas Übung kann diese Funktion in den Sommermonaten auch durch den Lichteinfall ins Teenagerzimmer übernommen werden.

Außer Betrieb gesetzt werden kann er nur durch Müdigkeit und Schlafverlangen oder sachgemäße Betäubung. Hierzu wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

 
– Instandhaltung

Sohnemann benötigt regelmäßige und abwechslungsreiche Mahlzeiten.  Sehr positiv haben sich hier die Gaben von Dürüm Döner, Mezzo Mix und Ben&Jerrys Eis erwiesen.

Zwecks Aufrechterhaltung von Motivation und Lebensfreude werden regelmäßige Unternehmungen mit Familie und Freunden empfohlen.

Über Nacht wird die Aufladung des inneren Akkus mittels „Schlaf“ empfohlen. Hierfür ist das Teenagerzimmer entsprechend abzudunkeln.

Empfohlen wird die regelmäßige Wartung beim Arzt mittels Vorsorgeuntersuchungen „U1 – U9“ beziehungsweise der Vorsorgeuntersuchungen „J1 und J2“.

Unerlässlich sind auch tägliche Gaben von mindestens einem Lächeln, einer Umarmung und eines Gute-Nacht-Kusses.

 
– Störungsanalyse

Im Falle der einsetzenden Pubertät empfiehlt es sich, dass alle Beteiligten, die mit Sohnemann zu tun haben, erstmal durchatmen und die Ruhe bewahren. Das Problem löst sich meistens von selbst, wenn Sohnemann das Erwachsenenalter erreicht.

Eingeschränktes Denken lässt sich leider nur durch wiederholtes Üben, Üben und Üben erweitern. Hier hilft in der praktischen Anwendung nur Geduld.

Blockaden (üblicher Weise als „Faulheit“ bezeichnet) lassen sich hin und wieder beheben, indem man den Nutzen aufzeigt und Spaß und Freunde vermittelt. Blockaden im Bewegungsapparat hingegen lassen sich zuverlässig beim Ostheopathen ausräumen.

 
– Angaben für den Notfall

Im Notfall zunächst Sauerstoffzufuhr erhöhen, Wasser zuführen und 112 wählen. Anschließend die Erziehungsberechtigten informieren.

 
– Gewährleistung

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres haften Eltern für ihre Kinder.

Hersteller und Erziehungsberechtigte ist

Martinacarmenluise

Straße + Ort

 

 

 

Ich finde, solche Bedienungsanweisungen sind im Alltag nahezu unverzichtbar für jeden Menschen. Jeder sollte eine haben. So kann man beim ersten Date gleich Bedienungsanleitungen austauschen und erlebt später keine bösen Überraschungen. Beispielsweise ist man gleich gewarnt, wenn der Verzehr von Döner zu üblen Pupsen führt und kann gleich abwägen, ob das einer glücklichen Beziehung im Weg steht – oder man selbst zum Gegenschlag ausholt und Bohnensuppe in sich reinschaufelt. Oder man kann Diskussionen schlank halten, in dem man auf seine Bedienungsanleitung verweist – „Schatz, das steht doch schon unter „Allgemeines“, dass ich ohne meine Mutter oder Tante Gertraud niemals ins Kino gehen werde – jetzt tu mal nicht so überrascht!“. Man könnte damit auch gleich festlegen. wie man reagiert, wenn der Partner den Hochzeitstag/ Geburtstag/Kennenlerntag vergisst: „Bei nachlässiger Beziehungspflege droht Entzug der körperlichen Zuwendungen bis zu einer Woche.“ Somit spart man sich auch Grübeleien und Taktiken darüber, wie man diese Nachlässigkeit des Gegenübers denn nun trefflich strafen könnte. Einfach nachschlagen und gut.

Für mich brauche ich dringend eine eigene Bedienungsanleitung. Es gibt da noch ein paar Dinge, die sollte Lieblingskerl einfach deutlich unter die Nase gerieben bekommen… („Allergie gegen Schwiegermütter“ beispielsweise) – außerdem kann ich ihn vielleicht so ermuntern, endlich oben im Bad die Badewanne einzubauen. Mit dezenten Hinweisen im Kapital „Umgang mit Versprechen und ähnlichen Hoffnungsschimmern“

🙂

 

 

 

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Das neue Jahr wird… auf jeden Fall nett!

Moin zusammen,

ein glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes neue Jahr wünsche ich Euch!

Das neue Jahr möchte ich gleich mal nutzen, um ein bisschen Freunde zu verbreiten. In Form einer kleinen Verlosung:
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Ich hatte selbst das Glück, bei Antetanni in den Lostopf zu hüfen – jetzt seid ihr dran!

Die allgemeinen Spielregeln lauten:
„Die ersten drei Menschen, die mir ein Kommentar hinterlassen, erhalten irgendwann dieses Kalenderjahr eine Überraschung von mir. Etwas Gebackenes, Gebasteltes, eine Postkarte oder irgendwas anderes Schönes… Auf jeden Fall etwas, das mit Liebe gemacht oder ausgewählt wurde. Wann die Überraschung kommt, steht noch nicht fest und wird auch nicht verraten. Nur, dass es dieses Jahr ankommt ist sicher. Der kleine Haken? Diese drei Leute müssen das gleiche Angebot in ihrem Blog machen. 

So lasst uns 2017 nette Dinge tun, ohne ersichtlichen Grund, einfach weil’s schön ist und Spaß macht!“

Hinweise in eigener Regie:
Sinnvoller Weise kann nur mitmachen, wer einen Blog betreibt und seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Ebenso solltet ihr mindestens 18 Jahre alt sein und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Falls ihr bereits an anderer Stelle bei den Nettigkeiten mitgemacht habt: seid so fair und überlasst diese Möglichkeit denen, die noch nicht davon profitiert haben. Dankeschön.

Also: wer macht mit?

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Einfühlungsvermögen in kniffeligen Situationen

Heute beim Zahnarzt, bei der Anmeldung:

„Tach, hier bin ich. Leider alleine- Lieblingskerl kann heute zu seinem Termin nicht erscheinen. Ihn hat ein ganz besonders fieser Männerschnupfen erwischt. Schlimmer Verlauf, ganz ganz übel. Wir rechnen mit seinem baldigen Ableben.“

„Ohhh, das tut uns sehr leid. Nehmen sie schon mal Platz!“

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Nach ein paar Seiten hochwichtiger Informationen aus der Promiwelt steht die Dame vom Empfang neben mir:

„Ich habe da was für Lieblingskerl vorbereitet. Hoffentlich teilt er meinen Humor und nimmt es mir nicht übel…“

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Der schwerkranke Lieblingskerl ist vor Lachen wirklich fast erstickt.

Er hat übrigens Husten. Extrem schlimm seit fast schon zwei Tagen. Und Fieber, dass bereits auf 37,4 Grad geklettert ist. Tragisch!

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Anarchie auf der Straße

Es wird Zeit, neueste Erkenntnisse über das Autofahren kundzutun. Es weiß vielleicht noch nicht jeder, was sich so alles geändert hat, seit dem man die Führerscheinprüfung abgelegt hat:

(Achtung. Ironie! Kinder: die Frau meint das nicht wirklich so! Nicht nachmachen!!)

Frage: Was tut man, wenn einem die Gesetzeshüter das Fahrzeug still legen?

Gegenfrage: liegt das dann auf der Seite oder woran erkennt man das??

Antwort auf Gegenfrage: man erkennt das daran, in dem das Bundesland-Siegel fehlt.

Antwort auf Frage: das was?!? Solange der Tank voll ist, wird mit der Karre gefahren! Blöde Frage. Nächste!

Frage: woran erkennt man eine Sackgasse?

Antwort: an Säcken in Gassen.

Frage: kennst du das Schild, welches auf eine Sackgasse hindeutet?

Antwort: Schilder? So wie im Mittelalter bei Schlachten und so?

Frage: stell dir vor, du fährst in eine Sackgasse. Die Straße ist nach 100 Meter auf deiner Spur komplett gesperrt, weil sich dort eine Baustelle befindet. Gestern war die Baustelle dort noch nicht und das Schild „Sackgasse“ hast du ignoriert, weil das gestern dort noch nicht hing. Was tust du?

Antwort: ich biege links parallel zur Straße auf den Bürgersteig ab und fahre auf diesem weiter. Fußgänger können ja schnell ausweichen und Wege sind schließlich da, wo man durchkommt.

Frage: du gerätst in einen Stau. Neben dir sind Autos soweit das Auge reicht. Rechts ist eine große Parklücke. Was tust du?

Antwort: ich eröffne in der Parklücke eine neue Fahrspur und überhole die doofen Deppen alle von rechts. Genauso nutze ich auch Autobahnauffahrten. Warten ist was für Looser!

Frage: du möchtest von einer zweispurigen Straße rechts abbiegen. Auf welcher Spur ordnest du dich ein?

Antwort: auf der linken. Ich fahre immer links.

Nächste Frage: du bist dieses Mal auf einer dreispurigen Straße und möchtest nach links abbiegen. Welche Spur wählst du?

Antwort: die außen rechts.

Frage: ein Fahrer auf der mittleren Spur wird von dir beim Abbiegen geschnitten und hupt. Was nun?

Antwort; was erlaubt sich dieser Rowdy?? Als erstes Bremse ich den voll aus und bleibe stehen. Wenn dieser Wegelagerer überholen will, gebe ich Gas. Falls er dann doch weiter fährt: Vollbremsung. Dann überholen lassen, mich hinter ihm klemmen, volle Pulle Fernlicht anreißen und Hupkonzert. Bei meinem Auto ist schließlich die Vorfahrt eingebaut.

Frage: an einer roten Ampel stehen wartende Autos. Du wärest ungefähr das 8. Fahrzeug in der Reihe. Siehst du eine Alternative?

Antwort: klar! Ich überhole alle von links und setze mich noch bei rot vor das erste Fahrzeug. Dann bin ich vorne und die anderen können meinen Staub fressen.

Frage: du fährst Motorrad?

Antwort: neee!

Frage: Ferrari? Oder Mini Cooper S? So einen kleinen wendigen Flitzer wie in „the italian Job“??

Antwort: ich fahre einen Sprinter mit Anhänger samt darauf befindlichen Bagger.

Ich danke allen daran Beteiligten Verkehrsteilnehmern für diese amüsante Woche in Berlin. Und ich möchte meinem Schutzengel danken. Danke, dass Du immer für mich da bist und mich vor allen Idioten schützt.

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Zwischenbericht

Der erste Versuch des Nachstrickens/ Nachhäkelns der hübschen Stulpen war eher mäßig. Aus Faulheit (vielleicht auch Sturheit oder Blödheit…) habe ich das Bündchen weiter gestrickt, obwohl ich ziemlich bald bemerkte, dass ich etwas zu viele Maschen auf den Nadeln hatte. Also auf eine Nadelstärke kleiner gewechselt anstatt alles wieder aufzuribbeln, den Folgefehler quasi weiter durch gezogen… Der fluffige Lace-Teil in Rosa fiel also auch zu weit aus und JETZT wird doch geribbelt *grummel*. Naja, Versuch mach kluch (klug für die Hochdeutschen…) oder so ähnlich!

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Den Häkelteil hatte ich auch schon angefangen, aber sofort wieder aufgetrennt (sogar noch vor dem Beweisfoto!). Die Wolle ist einfach viel zu dick für eine feine Häkelbordüre – dafür brauche ich definitiv eine leichtere Wolle, sonst sieht mir das zu klobig aus. Meine Wollkisten beherbergen irgendwo auch noch ein Knäuel in einem gleichen grau, welches wesentlich dünner ist.

Parallel dazu habe ich mir einen Häkel-Almanach in Buchform zugelegt. Auf Dauer nervte es extrem, für jede Handbewegung ein Tutorial im Netz aufzurufen, um mir die wichtigsten Häkel-Basics anzueignen. Tab auf den Knien, Wolle und Nadel in der Hand, Play-Taste mit der Nase drücken…. Nääääää. Lieber eine Seite aufschlagen statt immer zurück auf Anfang und nochmal das Video abspielen. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch einen Satz Häkelnadeln gekauft. Ich besaß nur eine und meine Mom drei weitere, wobei einer Stärke identlsch war…. Zu wenig Auswahl für meinen Geschmack.

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Nächstes Projekt soll ein kleines gehäkeltes Tannenbäumchen werden Noch nüscht geschafft, aber schon plane ich das nächste Projekt! Das ist mal Optimismus in Reinkultur, nicht wahr?

Ich hab da mal was beispielhaft rausgeguuugelt:

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Was ich auch unbedingt noch machen muss: Sohnemann hat sich dieses Jahr eine Winterjacke ausgesucht, die auf den ersten Blick schön und schlicht aussieht. Auf den zweiten Blick und bei Dunkelheit ist er damit optisch leider völlig verschwunden – die Jacke besitzt nämlich keinen einzigen Reflektor. Schön dunkelgrün, dazu ne schwarze Jeans, Licht aus – weg ist das Kind. Kreuzgefährlich wie ich finde! Bei uns gibt es keine durchgängige Straßenbeleuchtung, nur an jeder Kreuzung steht eine Laterne. Gestern erst wieder zwei Fußgänger im allerletzten Moment entdeckt, weil sie neben Tarnklamotten und dunklem Regenschirm von weiten keinen einzigen optischen Hinweis auf ihre Existenz lieferten. Sohnemanns Jacke werde ich also mit aufbügelbaren Leuchtstreifen verkehrstauglich aufpimpen. Ist mir egal, was er aus modischer Sicht dazu meint.

Seit meinem Spontankauf einer neuen Sofalandschaft haben wir uns jedes Wochenende mit Renovierungsarbeiten ver…schönert. Lu, so sieht das neue Sofa übrigens aus:

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Die Zimmerdecken im Ess- und im Wohnzimmer sind gespachtelt, geschliffen und gestrichen. Der Sekretär ist ins Esszimmer gezogen, das Klavier ins Wohnzimmer. Der Fernseher sowie das Vertiko haben ihren Standort gewechselt und ich habe mich von gut 10 Blumenvasen getrennt und diversen Gläsern. Auch tonnenweise Kerzen sind aus den hinteren Schrankecken ans Tageslicht getreten, die wir nun in der dunklen Jahreszeit langsam und nach und nach verbrauchen werden. Eine hübsche Kerze, die bislang nur rumstand und Staub ansetzte haben wir jetzt in Dauerbenutzung. Irgendwie ist es doch sinnlos, die besonders schönen Dinge zu „schonen“ und aufzuheben. Die beste Zeit zum Benutzen besonderer Sachen ist hier und jetzt. Wer weiß, was morgen ist.

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Habt ihr auch hübsche Kerzen, die ihr nie anzündet? Und irgendwann wegwerft, weil sich der eigenen Geschmack ändert und man einfach nicht mehr Kerzen in Tierform oder wilden 80er Farben mag? Oder deren Staub sich nach Jahren des Rumstehens nicht rückstandsfrei entfernen lässt und der Docht dann ständig qualmt, pufft und zischt? Über die sich kein noch so toleranter Erbe mal freuen würde?

Beruflich ist auch immer etwas mehr Arbeit als Zeit am Ende des Tages übrig.

Gestern war ich zum zweiten Mal in Düsseldorf, um an einem Workshop teilzunehmen. Diese Termine flattern immer recht kurzfristig rein und werden dann meistens nochmal spontan verschoben, so dass ein frühzeitiges Buchen von Bahnfahrkarten nicht immer einfach ist. Bei der Entfernung ist dann auch eine Übernachtung in Düsseldorf unumgänglich, weil ich inclusive Fahrtzeit meine tägliche Arbeitszeit über das Maß strapaziere… Nun begab es sich allerdings gestern, dass Düsseldorf wegen irgendwelcher Messen über Gebühr beliebt war und die Hotelpreise täglich nach oben kletterten – das war schon Anfang letzter Woche in einem Bereich angesiedelt, den mir mein Chef nicht mehr bewilligen konnte. Also musste ich mich an Chefs Chef wenden und entweder um ein teures Hotelzimmer oder alternativ um die Bewilligung einer Flugreise betteln. Und siehe da: auch wenn der Flug ein wenig teurer war, durfte ich gestern quasi zur Arbeit das Flugzeug nehmen. Dafür bin ich heute früh auch schon wieder an meinem Schreibtisch und nicht am Frühstücksbuffet eines überteuerten Hotels…

Ein bisschen komisch ist das schon, wenn man morgens nicht ins Büro fährt, sondern zum Flughafen. Ich bin echt lange nicht mehr geflogen und wunderte mich schon mal darüber, dass man sich vorab online selbst einchecken konnte – mit Bordkarte zum selbst ausdrucken. Voll die Verlagerung der Arbeit auf die Passagiere! Am Check-In vor Ort saß folgerichtig auch nur noch eine Person. FRÜHER gab es drei besetzte Schalter plus einen Supervisor. Also 3 Stellen eingespart. Finde ich pauschal mal nicht gut. Immerhin wurde bis gestern noch nicht das berühmte rote Schoko-Herz wegrationalisiert

Sorry Herminchen, dass ich nicht Bescheid gesagt habe, dass ich in Düsseldorf bin. Ich hätte Dir nur ein Stündchen für einen Kaffee anbieten können und dafür wollte ich Dir Deine Anreise nicht zumuten.

Ansonsten habe ich eine Personalversammlung für alle Berliner Kollegen abgehalten. Fühlte sich auch etwas unwirklich an… sonst machten das immer die Kollegen und man saß nur dabei, setzte seinen intelligenten Gesichtsausdruck auf und hoffte, an den richtigen Stellen zu klatschen und zu nicken (nur nicht einzunicken!). Nun musste ich selbst Kollegen, Vorstand und sämtliche Würdenträger einladen, eine Rede schreiben und dann auch noch vor versammelter Mannschaft vortragen. NICHT HILFREICH waren Kolleginnen, die vorher sowas sagten, wie: „Herrjeeee, bist DU aufgeregt! Deine Hände zittern voll!“ Oder: „Lass Dich mal umarmen – oh, Dein Herz puckert wie wild!“ „Vergiss das Atmen nicht!“ oder gar: „Ist Dir schlecht? Du bist ganz blass!“. *Grummel*

Im Laufe der Veranstaltung habe ich offenbar meinen Autopilot-Knopf gefunden, meine Rede stolperfrei vorgetragen und später sogar noch vollautomatisiert geschafft, die Kaffeekanne (für die Gäste,, ich hatte genügend Puls) mit auf meine Etage zu tragen, auszuspülen und wieder in den Schrank zu stellen. Am nächsten Tag wusste ich das mit der Kaffeekanne tatsächlich nicht mehr und bedankte mich bei meiner Kollegin, dass sie daran gedacht hätte. Die hat mich vielleicht schräg angesehen! „Nein, dass warst doch Du selbst!“ Au backe. Ich bin zu jung für Demenz!

Jedenfalls waren alle zufrieden mit mir als Personalratsvorsitzende, die meisten Kollegen kamen gleich im Anschluss auf mich zu und überhäuften mich mit Lob, was sowohl Vortrag als auch Inhalt betraf, selbst der Vorstand fand lobende Worte und bescheinigte mir eine angenehme Stimmfarbe… mittendrin gab es sogar mal „Szenenapplaus“ an einer Stelle – DAS war höchst unerwartet!) und auch meine kritischste Kollegin von allen strahlte mich am nächsten Tag an und sagte mir, dass sie die Rede großartig fand. Ein Kollege fragte mich doch tatsächlich, ob ich viel daheim vor dem Spiegel geübt hätte (ich hab noch nicht mal ohne Spiegel geübt!) und eine Kollegin fragte mich, ob ich Berater an meiner Seite gehabt hätte – der Schenkelklopfer! Nö, nur mein gesunder Menschenverstand stand mir beratend zur Seite. Jedenfalls bin ich schwer beruhigt – jetzt kann mich nüscht mehr erschüttern.