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Nachträglicher Freitagsfüller

Ich bin fasziniert und angetan von den Freitagsfüllern von scrap-impulse (http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/freitags-f%C3%BCller/). Sowas mag ich auch mal machen!

Es hat für mich zwar immer wieder den kleinen Beigeschmack, dass könnte nur eine Möglichkeit sein, was zu schreiben, obwohl man gar nichts zu sagen hat, andererseits ist es eine willkommene Abwechslung, mal nichts über Baufortschritte am Schuppen zu berichten.

Da der Freitag schon längst passé ist, also habe ich mir gleich die Freiheit genommen, den Freitagsfüller der Vorwoche aufzugreifen. Der hat nämlich so eine ganz andere Thematik als meine üblichen Beiträge!

1.  Fußball ist doch dieses Sportgerät in runder Form, oder?

2.  Mich interessiert die Fußball-Weltmeisterschaft so rein gar nicht. Sohn guckt zwangsweise, weil die Lehrerin den Schülern einen Gefallen machen wollte (also allen bis auf einen…) und jetzt Brasilien und Fußball in Sachkunde auf dem Plan steht und er ansonsten total ahnungslos wäre. Ich jedenfalls kann da nicht helfen.

3.  Eigentlich mag ich Sportarten gar nicht im Fernsehen anschauen. Weder Snooker noch Golf reizt mich und beispielsweise Football oder Wrestling habe ich noch nicht mal im Ansatz verstanden. Wie soll ich denn ein Abseits kapieren? Ich habe mir einmal aus Sensationslust ein Hertha-Spiel im Fanblock angeschaut und derbe Konzentrationsprobleme festgestellt, weil mich das umringende Publikum zu sehr ablenkte (Boah, wie sieht’n der aus? Warum schwenkt der eine Südstaaten-Flagge? Sind das da oben Lautsprecher oder Scheinwerfer? Wann fiel denn gerade das Tor?). Außerdem schüchtern mich Menschenmengen ein, vor allem, wenn sie sich hauptsächlich von Bier ernähren und tendentiell schlecht drauf sind, wenn das runde Dings nicht ins das eckige Dings will. Und die Schreibfehler in der Fan-Broschüre haben mich sehr belustigt. Aber die blaue Tartanbahn ist schon immens sehenswert!

4.  Der Fanartikel. Kleiner Scherz am Rande: wusstet Ihr, dass besonders untalentierte Autofahrer ihr Fahrzeug jetzt kennzeichnen müssen? Schlechte Fahrer müssen mindestens eine Fahne in den Farben Schwarz-Rot-Gold anbringen… Tschuldigung! War ein Wiiihiiitz!!! Trotzdem wird mein Grinsen sehr breit, wenn mir fast jeden Morgen der bordeaux-metallic-Astra entgegenkommt, der 4 Fahnen, die gestreiften Seitenspiegel-Überzieher (natürlich falsch herum montiert), eine Flagge auf der Motorhaube UND bundesdeutsche Radkappen am Auto hat. Ob der seinen Führerschein gewonnen hat?

5.  Brasilien ist ein Land in Südamerika, in welchem Portugiesisch gesprochen wird. Da wachsen Mangos an Bäumen.

6.   Irgendwann einmal möchte ich auch mal etwas gewinnen.

7. Was das (vergangene) Wochenende angeht, heute Abend freue letzten Freitag freute ich mich auf das Anbringen der letzten Dachbalken, morgen am Samstag habe ich die Montage der Dachplatten und der Dachpappe geplant und Sonntag möchte ich eigentlich nichts tun- im Endeffekt drehte sich auch an diesem Tag alles um den Schuppen!

Hm, doch wieder beim Lieblingsthema gelandet….

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Selbst ist die Frau!

Angeregt durch Torenia und eine rege Unterhaltung in den Kommentaren ihres Blogs möchte ich Euch mal berichten, wie das damals so war. Als icke mir so dachte: ein Haus wäre auch mal schön!

*tieflufthol*

Also los ging das Ganze ja eigentlich ganz beiläufig. Ich brauchte Luft, Sonne und ein Stück Rasen. Einfach Platz, um meinen Liegestuhl aufzuklappen. Geschürt wurde dieser Wunsch eindeutig durch die damalige Behausung in Berlin-Neukölln, schmale Einbahnstraße, 1. Stock – der schmale Balkon hat nie auch nur einen Lichtstrahl abbekommen. Sämtliche Zimmerpflanzen starben einen einsamen Tod auf der Fensterbank. Meinen heißgeliebten Benjamin Ficus, knapp 2 Meter hoch und schon im fortgeschrittenen Alter, habe ich sogar in den 3. Stock in Pflege gegeben, damit er nicht ebenso enden musste.

Jedenfalls kam zunächst die Idee auf: Schrebergarten! Eine Freundin hätte sogar mitgemacht. Woher bekommt man eingentlich einen Schrebergarten? *grübel* Gar nicht so einfach!

Glücklicher Weise schreiben wir bereits das Jahr 1999 – die Mauer war gefallen und der Berliner nicht mehr allein auf Schrebergärten angewiesen, um ein Stück Grün zu erobern.

Da ich ja in einer Bank arbeite, gab es im Büro regelmäßig Umlaufmappen mit Informationen, unter anderem auch Immobilienangeboten. Mittlerweile ist alles digital online. So begab es sich zu dieser Zeit, dass mir eine Kollegin die neueste Umlaufmappe auf den Schreibtisch legte, eine bestimmte Seite aufschlug und mir sagte: „Ich habe Dein neues Grundstück gefunden“. Echt jetzt. Genau so. Und: sie hatte sogar recht.

Hingefahren, angeguckt, verliebt und gekauft. Naja, etwas länger hat es schon gedauert. Alle Freunde wollten mir die Idee ausreden – die müssen wir drignend vor sich selbst schützen!!! Aber ich blieb am Ball. Und fragte meinen damaligen Chef, was er davon hielt. Und der sagte: „Frau W. – Sie sind 25 Jahre alt und das Grundstück hat einen guten Preis. Auch wenn Sie das in ein paar Jahren wieder verkaufen sollten- den Preis werden Sie immer wieder erzielen und sind dann immer noch jung. Kaufen!“ Genau sowas wollte ich hören!

Das Grundstück war bebaut mit einer Finnhütte. Ihr wisst schon; diese Dinger mit Dach bis zum Boden. Winzigklein. Aber als Ersatz für nen Schrebergarten durchaus passabel. Da konnte ich mich schon mal austoben – als erstes ging das Klo kaputt. Frostschaden. Hatte einfach einen Riss im Knick. Also bin ich in den Baumarkt gefahren und habe ein neues gekauft. Und rangeschraubt. Als nächstes ging die Wasserpumpe im Garten in die ewigen Jagdgründe. Also in den Baumarkt gefahren und eine neue gekauft. Und rangeschraubt.

Dann musste ich unbedingt was an der Optik ändern: Unten grauer Putz, oben braune Holzverschalung ging echt nicht! Und innen: ein Traum in Braun. Würx. Meine Freunde konnten es nicht verstehen, wie ich die Hütte innen toll finden konnte: braune Ziegelwand. Holztreppe mit braunen Gitter-Geländer. Ich stand da nur und sagte: „Die Wand wird weiß, das Geländer silber. Das Haus wird unten weiß und oben blau. Das wird sooo toll aussehen!“ Kopfschütteln. Egal. Also bin ich in den Baumarkt gefahren und habe Farbe gekauft. Und losgepinselt.

Übrigens sah das Haus danach Hammer aus. Selbst die Nachbaren haben mich gelobt, was ich aus der Hütte und einen Eimer Farbe gemacht habe. Ich muss unbedingt Fotos nach liefern! Ihr dürft also gerne hierher zurückkehren und Fotos gucken – gen Sonntag dürfte sich dafür Zeit finden.

So gab es also schon mal ein Grundstück. Und ein Haus – wenn es auch winzig klein war. Aber es war meins. Und folgerichtig habe ich nach der Trennung von dem Freund, mit dem ich einst beim Kauf zusammen lebte, meine Katzen und meine paar Habseligkeiten zusammengerafft, nicht lange gefackelt und war weg. Wozu auch? Nur wegen dem Dach über den Kopf versöhnen? Neeeneee!

2 Jahre habe ich in dieser Puppenstube gelebt. Immer an den Gedanken geklammert: wenn Du einst in vielen Jahren darüber mal bloggen solltest – äh – zurückdenkst, dann wird es Dir in der Erinnerung gefallen! Wirklich! Zwischendrin war es nicht so lustig, auf guten 20 QM zu leben. Und nur eine Ofenheizung zu haben. Und morgens im Schlafanzug mit Bademantel und Schneestiefeln im Schuppen Holz zu hacken. Weil man abends zu faul war. Im Winter sah das meist so aus: abends lange unterwegs gewesen. Zu Hause schnell ins Bett – war ja lausig kalt in der Hütte! Holz holen war anstrengend – Asche raustragen ebenso. Also morgens schnell raus und ab ins warme Büro – denn in der Frühe Holz holen oder Asche raus bringen erschient mir noch schlimmer als das abends zu erledigen. Also bis zum Abend – da kam mir der nächste Morgen attraktiver vor. Ein ewiger Kreislauf! Dafür kannte ich in der Zeit viele Bars und Clubs (damals sagte man noch Disko, oder?) in Berlin.

Irgendwann sagte mir der Mann, der einmal mein Vater war (andere Geschichte…): „Martina – so geht das nicht weiter! Du brauchst ein Haus!“. Yo. Manchmal hatte er Recht.

Also wurde ich fortan viele Wochenenden durch Musterhäuser geschleift. Aber irgendwas war immer. Ich bin schwierig. Mir gefällt nicht viel. Weder „Haus von der Stange“ konnte mich locken noch war die Luxushütte drin.

Mein Budget war begrenzt. Der damalige Lebensabschnittsgefährte war nicht in der Lage, sich auch nur länger als eine Minute mit dem Thema zu befassen. Nennen wir ihn mal Dagobert. Dagobert dachte nur an seine schönen Taler im Geldspeicher, in denen er nicht mehr baden kann, wenn man von den Talern ein Haus baut. Dagobert war fortan so darauf erpicht, sich um sich zu kümmern, dass ich darauf hin Dagobert allein in seinem Geldspeicher ließ und den Entschluss fasste: wenn Du wirklich unabhängig von Dagoberts sein willst und überhaupt von jedem, der Dir reinreden will – na, dann bau doch alleine!

Somit kann ich schon mal grundsätzlich die Eckpfeiler meines künftigen Hauses: ich kannte mein Einkommen und somit auch Zahl x, die ich schmerzfrei monatlich für Zins- und Tilgungsleistungen einer Finanzierung aufbringen konnte. Per Dreisatz war damit auch rasch die Kreditsumme y ermittelt, die ich als obergrenze ansetzte. Nun musste ich nur noch ein Haus finden, welches Summe y entsprach. Somit ergab sich im Umkehrschluss dann, dass ich nicht schlüsselfertig bauen lasse, sondern lieber aus Summe y das Maximale raushole – also ein etwas erweiteter Rohbau.

Die ermüdenden Hausbesichtigungen wurden rasch dadurch abgekürzt, dass ich alsbald registrierte, die Musterhäuser entmutigt zu verlassen und meine gute Laune erst wiederzufinden, wenn im Neubaugebiet ein Schwedenhaus stand. Die ließen mich immer lächeln und an Pippi Langstrumpf denken. Ich wollte Dauergrinsen!

Mein Haus habe ich mir im Anschluss gegooglet. Wirklich wahr. Mit Suchbegriff „Schwedenhaus“ schnell einige Anbieter rausgesucht und angemailt. Es wurde im Endeffekt eine Firma aus Potsdam, da es die einzigen waren, die mich im Anschluss anriefen. Und mal nachfragten. Was ich mir eigentlich so vorstellen würde. Und ob ich denn auch schwedische Türen haben möchte. Schwedische Türen??? Was können die denn? Na, die öffnen nach außen. Genau wie schwedische Fenster. Ob ich die auch wolle? Und eine schwedische Holzfassade? Na klar -was denn sonst? Na, sie hätten ganz viele kunden, die sich ein Schwedenhaus bauen lassen – aber bitte mit Klinkerfassade, deutschen Fenstern, deutschen Türen und Schäferhund. Ihhhhhh! nein – ich wollte wenn schon denn schon alles Schwedisch. Auch die Bodenplatte und die Gardinen. Übrigens kennt kein Schwede die Redewendung „schwedische Gardinen“. Gardinen hat da auch kaum einer – dort genügt ein Lämpchen im Fenster, um den Blick in den Innenraum zu bremsen. Kurzum- wir waren uns schon beim ersten Vorgespräch auf Anhieb spmpathisch.

Bestellt habe ich das Haus ich glaube im September oder so. September 2002. Baugenehmigung gab es innerhalb von 3 Monaten, wenn ich mich recht erinnere. Finanzierung stand innerhalb weniger Tage.

Mein Finnhaus (haha! Ich habe Finnland gegen Schweden getauscht!) habe ich mit Freunden und großen Vorschlaghämmern in Einzelteile zerkloppt. Schwierig bzw. eher teuer war die Entsorgung des Asbest-Daches. Dafür brauchte ich spezielle Container mit Deckel und musste alles in Klarsichtfolie hüllen.

Besondere Momente:

Im Obergeschoss die Verkleidung der Dachschrägen abmontiert und immer mit Schwung aus dem Fester geworfen. Anschießend stand ich im Vorgarten und dachte mir: „Hattest Du hier nicht mal ein Mandelbäumchen?“ – Upps!

Wie reißt man einen aus Kopfsteinpflaster gemauerten Schornstein ab? Mit einem Presslufthammer, einer Kette, mit der man normaler Weise Panzer abschleppt, und einem gut motorisierten Fahrzeug. In diesem Fall den Radlader eines Nachbarn. Gartenbauer. Praktisch. Heute sind die Kopfsteine Wege im Garten.

Die Giebelseiten des Hauses haben wir ähnlich behandelt. Hier tat es allerdings ein herkömmliches Abschleppseil und ein VW-Transporter. Das Rosenbeet hat aber ganz schön gelitten und der Weißdorn war anschießend auch irgendwie platter als vorher.

Da der Hausstand verteilt war auf Schuppen und Lagerhalle eines Freundes, standen wir ohne Teller da. Für Pommes Schranke und Currywurst haben wir uns bei Nachbars Besteck geliehen. Leider ließen wir das im Haus, als die Seitenwand fiel… Ein paar Fragmente eines Messers konnte ich im Schutt finden und eine verbogene Gabel – der Rest wanderte mit den Trümmern in den Container

Die Schweden rückten im April 2003 an -mein Haus verteilte sich auf 2 Tieflader, die die Einzelteile per Fähre aus der Fabrik in Schweden (übrigens tatsächlich um die Ecke von Pippi Langstrupfs Zuhause) bis vor die Haustür… äh, nee, hatte ja gar keine mehr…. bis an den Zaun lieferten. Ein Kran hievte die Teile in gut 30 Meter Höhe über die Bäume. Am ersten Tag stand das Untergeschoss. Nach 4 Tagen fuhren die Schweden wieder nach Hause. Da stand das Haus und das Dach war drauf. Fehler habe ich keine gefunden.

Im Bausatz enthalten waren die Beplankungen für die unteren Wände. Also fuhr ich in den Baumarkt und kaufte mir eine Handkreissäge und einen Akkuschrauber. Und sägte und schraubte. Mit schwedischen Schrauben – logisch! Die wurden mitgeliefert. Reichlich. Ich besitze immer noch 3 volle Kisten und werde bis ans Ende meiner Tage immer mal wieder eine Schwedenschraube nutzen. Anschließend fuhr ich in den Baumarkt und kaufte Spachtelmasse und ein Schleifgerät. Und spachtelte und schliff die Wände. Anschließend fuhr ich in den Baumarkt und kaufte Malerfließ und Farbe. Und tapezierte und malerte.

Ähnlich verhielt es sich mit Stromkabeln, Lichschaltern, Steckdosen, mit den Fliesen im gesamten Untergeschoss. Ich bin kein Freund von Übergangsfugen. Also verlegte ich im gesamten Untergeschoss die gleichen Fliesen. Sie gefallen mir noch heute; schlappe 80 Quadratmeter hellgrünes Feinsteinzeug in Marmoroptik.

Jetzt folgt ein schneller Vorlauf: In der Zwischenzeit verliebte ich mich in den Sohn von Nachbars, wurde schwanger, wurde im dritten Monat sitzen gelassen und brachte nach 36 Wochen einen gesunden Knaben zur Welt.

Und jetzt wird nochmal zurückgespult: Nebenbei baute ich fröhlich an unserem Zuhause rum. Denn nun diente es ja bereits 2 Menschen als Wohnsitz und Lebensmittelpunkt. Verkrachte mich böse mit dem Mann, der ehemals mein Vater war. Und wohnte auf der Baustelle.

Nu ja: was im Ursprung Mutter des Gedanken war, stellte sich dann schnell als einzige Möglichkeit heraus. Ich führte während des Abrisses und des Neubaus ein Vagabundenleben. Am Anfang war ich bei einem Freund untergekommen und später dann bei meinem (wie ich mal kurz dachte) Mann für’s Leben untergeschlüpft. Zeitgleich habe ich sowohl mein Dach über dem Kopf, meinen Partner als auch den Vater meines Kindes verloren, der sich lieber anderweitig vergnügte. Der sagte nur, ich solle ihn mal wieder alleine lassen und wir würden „morgen“ drüber reden. Ja, jenau das Gleiche „morgen“, wie das in „morgen fange ich mit der Diät an“ und das in „morgen höre ich auf zu rauchen“. Ich habe über Freunde erfahren, dass er schon eine Neue hat.

Fortan kletterte ich über eine Leiter ins kahle Obergeschoss und schlief auf einer Matratze. Das Bauklo stand im Vorgarten. Ich duschte hinten im Garten oder bei den Nachbaren. Gekocht wurde auf einem Elektrokochfeld. So genau weiß ich das alles gar nicht mehr. Verdrängung ist doch ziemlich effektiv! Ich weiß nur, dass ich ständig heulend im Bett lag und mir gar nicht so richtig vorstellen konnte, wie ich alleine mit Kind klar kommen sollte. Der Stand nämlich gar nicht auf meiner ursprünglichen Rechnung! Und schon gar nicht ohne Vater…

Nun ja – nach der Geburt von Sohnemann sprach auch mein ehemaliger Vater wieder mit mir und die Küche wurde eingebaut. Und wieder beim Ausbau geholfen. Bis zum nächsten Ausraster seinerseits…

Auf jeden Fall habe ich handwerklich einiges dazu gelernt. Es war ja schon mal sehr hilfreich, dass ich Tischlertocher bin und mit Holz bereits einige Erfahrungen hatte. Meine Puppenmöbel habe ich mir immer selbst geschreinert. Es gab eine Werkstatt und eine famose Kreissäge und wenn keiner zu Hause war, habe ich die auch benutzt. Weil ich ja ansonsten da nicht ran durfte. Im Wände spachteln bin ich sehr talentiert. Fliesen verlegen lässt mich schnell ermüden und Fliesen schneiden finde ich echt blöd. Kabel in Wände ziehen macht allerdings echt Spaß und man muss sogar dabei denken von wegen Wechselschaltung und so. Löcher mit der Rundkreissäge ausbohren ist nicht ohne. Wenn sich die Säge verkantet, schlägt einen das Gerät mächtig um die Ohren und ich habe mir mein Handgelenk ordentlich verstaucht. Zum Anschließen der Kabel habe ich übrigens einen Elektriker beauftragt, denn vor Strom habe ich mächtig Respekt. Mittlerweile kann ich aber auch mal nachträglich eine Steckdose einbauen.

Übrigens habe ich das Dachgeschoss erst viel später ausgebaut. Zuerst war unten mein Schlafzimmer. Dann kamm Sohnemann dazu und wir störten uns ziemlich, so dass ich ihm den Raum überließ und zunächst oben ein Schlafzimmer schuf. Also Sohnemann dann laufen konnte, musste ich oben einen weiteren Raum ausbauen, damit er nicht nachts immer die Treppe rauflaufen muss. Da wurde aus dem unteren Raum ein Wohn- und Fernsehzimmer.

Als der mann, der ehemals mein Vater war, dann komplett durchdrehte und meine Mutter fast umbrachte, zog diese zu mir. Ein weiterer Raum im Obergeschoss wurde ihr Zimmer. Als jedoch absehbar wurde, dass sie nie wieder in ihr altes Zuhause zurück kann, wurde das untere Zimmer ihres und das obere Gästezimmer. So ist im Haus immmer wieder eine neue Baustelle dran. Das untere Zimmer ist jetzt wieder Wohn- und Fernsehzimmer, oben habe ich mein Schlafzimmer mit Sohnemanns Zimmer getauscht und das Gästezimmer soll demnächst einmal ein zweites Bad werden.

Durch den Einzug von meinem Lieblingskerl ist jetzt natürlich nochmal alles ein wenig anders und die Mädchenbaustelle Vergangenheit. Und auch wenn es mich immer etwas stolz machte, behaupten zu können: „hab ich alles selbst gemacht!“, bin ich jetzt glücklich, so einen eifrigen, handwerklich geschickten und tatkräftigen Mann an meiner Seite zu haben, der gerne anpackt und (im Gegensatz zu mir…) auch gerne etwas fertig stellt. Mir fallen nicht-so-ganz-fertige-Ecken mittlerweile gar nicht mehr auf. Und im Nachhinein ist mir auch oft nicht ganz klar, wie ich das alles geschafft habe. Andererseits tröstet mich Lieblingskerl und macht mir klar, dass er vollstes Verständnis hat, wenn ich neben Vollzeitjob, Kind, Garten, Freunden und Hobbies nicht auch noch das Schuppendach sanieren konnte, als es schon längst undicht war.

Weitere Berichte von aktuellen Baustellen folgen! Und Fotos! Aber heute will ich noch die Dachbalken im Schuppen einpassen. Bleibt dran. Es tut sich immer was im Hause Schrauberqueen 🙂

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Werbeversprechen

Mein Lieblingskerl hat es nicht leicht. Wahrlich nicht! Der arme Kerl muss ganz schön leiden.

Gestern hat ihn erst eine Befestigungsklammer für Paneele in den Finger gebissen, dann hat er ausschließlich bunte Kinderpflaster des schwedischen Möbelriesens bei uns gefunden und dann habe ich ihm auch noch erklärt, er müsse dieses Nullachtfuffzehnpflaster zum Baden durch ein wasserfestes, namhaftes Superprodukt tauschen. Oder eine Tüte um die Hand wickeln. Oder gleich den ganzen Oberkörper. Und Pflaster lösen ist offenbar ähnlich schmerzhaft wie die Amputation des ganzen Fingers *quengel*.

Nachdem das zunächst überstanden war und er sich frisch verpflastert in die Badewanne begab, hat das wasserfeste Pflaster irgendetwas falsch verstanden. Teile davon trieben in der Wanne und der klägliche Rest am Finger hat sich zu einer gallertartigen Masse verwandelt, immer noch mit erstaunlichen Klebeigenschaften, aber leider nicht mehr über der Wunde befindlich.

Also hat sich Lieblingskerl mit weit abgespreiztem Finger aus der Wanne gehoben um dann festzustellen, dass ich mit seinem Handtuch um den Körper auf und davon war. Nun musste er triefnass ein frisches aus dem Schrank friemeln und sich ein neues buntes Kinderpflaster aus dem Medizinschrank fummeln.

Er hat sich dann bitterlich sowohl über das Mistpflaster als auch über den fiesen Handtuchklau bei mir beschwert, mir den gummiüberzogenen Finger hingehalten und gejammert, ich soll den Scheiß sofort entfernen und ihm wieder sein famoses Kinderpflaster aufkleben. War gar nicht so einfach, von Lachkrämpfen geschüttelt die Klebereste abzurubbeln, und das nur Millimeter neben einer rieeesiiieegen offenen Fleischwunde entfernt!

Als er dann noch mutmaßte, das Schuppenshampoo könnte damit was zu tun haben und vielleicht hat dieses fälschlicher Weise das Pflaster als Schuppe identifiziert, war ganz aus 😉

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Entschleunigung

Wenn’s mal wieder etwas langsamer gehen soll:

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Was ist da passiert?

Ich habe am Samstag nachmittags einen Kantenstein durch den Garten getragen. Diese Dinger, die einen Meter lang sind und Wege begrenzen. Und dieses Drecksding ist einfach so in der Mitte zerbrochen. Ohne Vorwarnung. Volle Kanne mit der Kante rauf auf den großen Zeh *jauuuul*

Ich erspare euch eine genauere Beschreibung des Anblicks.

Dann Panik, kalter Lappen, Druckverband, Fahrt in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses, Röntgen (nix gebrochen), Betäubung, Ausspülen, Begutachtung der angeschrammten Sehne (auch ganz), genäht werden mit 5 Stichen und Rest wieder ankleben. Das volle Programm eben.

Aktuell sieht der Zeh so aus, als hätte ihn Frankenstein wieder angetackert.

Zur Verteilung der Schmerzzentren im Körper kam Dienstag nachts noch Zahnschmerzen dazu und spontan am Mittwoch eine schicke Wurzelbehandlung. Es puckert jetzt unten links und oben rechts. Sehr ausgewogen.

Aktuell trage ich Gummischlappen (Crocs sagt der Kenner) zur Bürokleidung. Mal was ganz anderes. Und ständig höre ich: „Nun renn doch nicht so schnell über den Flur! Mach doch mal langsam!“. Langsamer als Schleichschnecke geht aber nicht.

Dafür habe ich gestern 1:50 Minuten für 27 km nach Hause gebraucht. Im Auto. Das ist jetzt wirklich schwer zu toppen. Danke liebe Stadt, dass ihr mitten im Berufsverkehr aus 4 Spuren eine macht, um die Straße zu flicken!

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Schuppen

Seit ewigen Zeiten fachsimple ich mündlich über die dringend notwendige Sanierung des Gartenschuppens. Sehr wortreich und auch sehr oft. Eigentlich schon Jahre lang…

Jetzt ist es endlich soweit: der Schuppen ist dran. Das Dach war undicht, dadurch auch einige tragende Teile morsch, die Dachbalken hinüber und alles nur eine Frage der Zeit. Na gut; Zeit habe ich immer noch keine, aber gemacht werden musste der Schuppen dennoch. Schließlich brauchen wir Stauraum, weil diesen Monat Lieblingskerls Wohnung geräumt werden muss.

Also: Schuppen! Tagein, Tagaus. Alles dreht sich um den Holzschuppen. Wir kaufen Balken, OSB-Platten, sägen, pinseln, nageln, schrauben, hämmern, fluchen…

Jedenfalls bin ich so auf den Gartenschuppen fixiert, dass es eine ganze Weile dauert und ich einen ganz irren Film im Kopfkino anhalten muss, als Lieblingskerl abends meint:

Heute habe ich übrigens zum allerersten Mal das Schuppenshampoo benutzt!

Und wie ich einen ganz kreativen Weg fand, mich nicht mehr um den Schuppen zu kümmern, berichte ich Euch das nächste Mal!