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Frisches neues Jahr eingetroffen

Frohes Neues, liebe Leser!

Voll motiviert durch die Tatsache, dass ein neues, frisches, unverbrauchtes Jahr begonnen hat, habe ich einen Umräumanfall in den eigenen 4 Wänden erlitten.

Letztes Wochenende habe ich meinen begehbaren Kleiderschrank, den ich durch Abteilung des hinteren Flures einst erschaffen habe, komplett demontiert. Es war einfach nicht länger zu ertragen, dass dieser Raum, der so schön uneinsehbar war, zur Lagerung von dies+das verkommen ist. Bin ja kaum mehr an meine Klamotten rangekommen!

Der Kleiderschrank ist jetzt in mein Schlafzimmer gewandert, was komischer Weise den kleinen Raum gar nicht kleiner erscheinen lässt, denn auf diese Art und Weise ist jetzt die unruhige Ansammlung von Kommode, Sessel und Crosstrainer ausgezogen und macht jetzt der geordneten Optik des Schrankes Platz. Das nenne ich mal Win-Win-Situation!

Die Lagerfläche für temporär nicht benötigtes Hab und Gut gibt es trotzdem noch – in der Flurecke habe ich hinter Regalen eine kleine Abstellkamme errichtet. Ein Regal habe ich auf Rollen montiert, so dass dieses jetzt wie eine Tür aufgeklappt werden kann. Herrlich! Da kommen jetzt Reisetaschen und so selten benutzte Dinge wie das Bügelbrett rein. So ergibt sich auch mehr Platz im Hauswirtschaftsraum und ich bin guter Dinge, mein Bedürfnis nach Chaos damit eingrenzen zu können.

Leider ist so eine Aktion nicht an einem Wochenende zu wuppen, so dass jetzt einige kurzfristige ausgelagerte Stapel von Zeugs, die für das Umräumen erst mal aus Regalen und Schränken verschwinden mussten, erstmal in Gästezimmer, Kinderzimmer und Flur rumliegen. Abends habe ich also immer einen Termin mit einem Stapel. Wenn ich das konsequent durchziehe, ist da in absehbarer Zeit ein Ende in Sicht!

Darunter sind auch einige Häufchen aus Zeitschriften, die ich aus mir nicht mehr bekannten Gründen aufheben wollte. Wenn es mir nicht mehr einfällt, dann werde ich sie mal zum Papierrecycling bringen.

Sohnis Schule nimmt an einer Papiersammelaktion teil. An 3 Terminen in der Woche kann man dort sein Altpapier abliefern, das dann gewogen und für die Klasse notiert wird. Einmal im Halbjahr wird es dann von dem Recyclingunternehmen abgeholt und entlohnt. So kann sich die Schule ein paar Anschaffungen leisten, die ansonsten nicht drin wären. Eine Kletterspinne für den Pausenhof gehört dazu und wenn ich mich nicht irre, auch neue Stühle für die Klassenräume. Auch für die Klassenkassen fällt immer ein Obolus ab. In meinem Dunstkreis sammeln schon 2 Nachbarn, meine Mom und die Kollegen mit – da kommt dann schon alle 3,4 Wochen 100 Kilo zusammen.

Und nach dem Aussortieren der Zeitschriftenhaufen wird es noch mehr!

A propos Kollegen: es zeigt sich doch immer wieder, dass viele erwachsene Menschen bei dauerhaftem Zusammenarbeiten nicht dauerhaft zu einem Team werden. In den letzten zwei Tagen gab es wieder einige Gefechte verbaler Natur, so dass man höllisch aufpassen muss, nicht unfreiwillig in einen Scharmützel verwickelt zu werden. Sehr schwierig. Heute habe ich versucht, ein wenig Schlichter zu spielen und einem Beteiligten auch mal die (bislang natürlich nicht kommunizierten) Argumente der Gegenseite darzulegen. Ist ungefähr so, als würde man mit einem rohen Ei auf einem Löffel durch ein Minenfeld laufen.

Was lernen wir daraus? Auch die hochgelobten, angeblich der weiblichen Bevölkerung in die Wiege gelegten Kommunikationstalente sind nicht immer überdurchschnittlich ausgeprägt und meine eigene Kommunikationslust sinkt antiproportional zur Anzahl der zurückgeschossenen Wortsalven. Ist im Zweifel lieber Fresse halten vorzuziehen? Kommt konstruktive Kritik immer nur negativ an? Naja, die hier verwendeten Kriegsmetaphern zeigen es schon: alles sinnlos. Make love not war.

Seit dem ich irgendwo gelesen habe, dass das Leben vergleichbar ist mit dem Jonglieren von 5 Bällen, wobei nur der Ball, der für die Arbeit steht, aus Gummi wäre (der Rest wie Familie usw. war glaube ich aus Glas…), bin ich morgens immer echt vertrödelt. Die Vorstellung, lieber die vermeintlich wichtigen Lebensbereiche gut zu wuppen und den Gummiarbeitsball auch mal unbeschadet fallen lassen zu dürfen, senkt deutlich meine Arbeitsmoral. Jetzt aufstehen? Doch lieber noch daheim einen Kaffee trinken? Joggen im Wald? Ja, das gönne ich mir jetzt einfach. Dann bin ich eben später im Büro. Auf Dauer nervt mich das natürlich, dass ich entsprechend spät nach Hause komme.

Lieber Winter – es wird Zeit, dass Du verschwindest und die Tage wieder länger werden. Diese dauernde Dunkelheit senkt echt meine Motivation für alles! Außerdem ist Joggen im Wald ziemlich gruselig vor der Arbeit, wenn es keinen vernünftigen Sonnenaufgang gibt, sondern nur das Grau etwas heller wird. Außerdem vermisse ich Picknicks, Radtouren und die Wärme. Ich bin halt ein unverbesserliches Sommerkind!

Immerhin wird demnächst angegrillt: statt Weihnachtsfeier veranstaltet Sohnis Klasse ein Grillfest. Als Elternvertreter ist man natürlich mit im Boot was die Organisation betrifft. Moah – zäh wie Kaugummi! Da ich ja nicht ständig in der Schule anzutreffen bin (die Zeiten sind passé), muss alles per Mail erledigt werden. Und auch hier hohes Frustpotential. 19 Kinder gibt es – auf Mails mit wichtigen Fragen erhält man im Schnitt 2 Antworten. Dann hakt man noch mal nach – und bekommt 3 weitere Antworten. Anschließend werden Fristen gesetzt – weitere 5 melden sich. Menno! Nachfristen werden eingeräumt – noch 2 antworten. Muss das so sein?

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