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Wochenende in Wo. 46

Ich komm gar nicht hinterher, was so alles berichtenswertes in der Zwischenzeit geschehen ist zu posten.

 

Eigentlich wollte ich noch über die Ladies Night im Kaufhaus berichten (herrliche Möglichkeit für Sozialstudien!), das liegt aber schon wieder so lange zurück… oder über die letzten 3 Wochenenden…

 

So beschränke ich mich einfach auf die letzten 2 Tage; da habe ich genug zum Schreiben.

Samstag begann mein Tag um 10:00. Huch – seit wann darf ich denn am Wochenende ausschlafen? Warum weckt mich nicht mein Nachwuchs? Ich tröste mich damit, dass ausschlafen ja kein Verbrechen im herkömmlichen Sinne ist und sich Kinder noch nie zu Tode gelangweilt haben.

Meine Mom ist bereits seit einer Stunde in meinem Garten und fegt Laub zusammen. Jetzt bin ich ausgeschlafen und fühle mich fürchterlich schuldig, faul und undankbar.

Die Familie hat offenbar bereits in völligem Schweigen gefrühstückt und mich „mal ausschlafen“ lassen, wie mir meine Mom über die Harke hinweg mitteilt. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen!

Anschließend nutze ich die Gunst der Stunde, dass Sohni nicht beim Wort „Frisör“ schreiend wegrennt und verfrachte ihm ins Auto. Samt Einladungen für seine Geburtstagsfeier, die ich wie immer in letzter Sekunde erst kopiert habe und wir machen und dran, diese gleich persönlich abzugeben, damit sie nicht sooo spät bei den Kids ankommen. Außerdem gewährleistet die persönliche Abgabe, dass die Zettel nicht ungelesen ins Altpapier fliegen. Aber eigentlich ist diese Postauslieferungsnummer nur dazu da, damit ich ich nicht ganz so schlecht fühle, weil ich es nicht geschafft habe, den Kram rechtzeitig bis Freitag zu erledigen – da hätte der Sohni die Zettel einfach im Klassenraum verteilen können. Die ersten beiden Gäste sind natürlich nicht zu Hause und ich fühle mich noch einen Deut mieser.

Unser Wunschfrisör hat natürlich Samstags nur für vorbestellende VIP-Köpfe offen.
Verpeilte kommen nur unter der Woche dran. Gut, es gibt ja noch mehr Frisöre…

…mit ellenlangen Wartezeiten. Zwischendurch wird ein Besuch im Spielwarenparadies erledigt, wo gegebenenfalls die Geburtstagsgäste ein Geschenk erwerben können, was auch wirklich ankommt.

Die Wartezeit wird etwas verkürzt, weil ein bockiges Kleinkind einen astreinen Brüllanfall dem Haare schneiden vorzieht und eine entnervte Mutter die Flucht antritt. Soll mir recht sein.

Das Shoppingparadies ist zum Besten voll; dieses Jahr hat sich wohl doch rumgesprochen, dass am 24. Dezember Weihnachten ist und so drängeln sich Massen durch die Hallen auf der Suche nach… keine Ahnung. Irgendwas halt. Gucke ich mir 5 Minuten an und erkläre das Einkaufen für beendet. Habe mittlerweile auch vergessen, was ich da wollte.

Weitere 2 Einladungen werden in verwaisten Briefkästen abgeworfen.

Dann kehre ich kurz bei einer Freundin ein und bewundere die Wachstumsfortschritte der 7 Monate alten Mischung aus Maincoonkatze und Norwegischer Waldkater. Fluffikatz!! Dazu gibts einen leckeren Latte Macchiato aus der Dolce Gusto.

Erneut werfen wir Einladungen ab, erreichen diesmal sogar einige Gäste und erhalten prompt eine Einladung zu Kaffee und Kuchen. Dieses Mal Milchkaffee aus der Senseo.

Heim kehre ich mit dem Hinweis, dass mein linkes Rücklicht nicht funktioniert – man wäre gestern hinter mir gefahren und hätte das bemerkt. Auch schön – lohnenswerter Besuch, wichtiger Hinweis. Da ist es bereits halb 6.

Da ich gerade so in Schwung bin, mache ich mir einen Kaffee mit Milch. Mit der eigenen Tassimo. Zu Vergleichszwecken. Stelle wiederholt fest: ich bin kein Feinschmecker. Die Unterschiede sind zu marginal, um sie mit einiger Zeit dazwischen auf den Geschmacksknospen bemerkbar zu machen.

Trotzdem plagt mich eine gewisse Müdigkeit. Übermäßiges Schlafen ist ja auch nicht gut. Ermattet bereite ich das Abendbrot zu und sinke dann auf meine Couch.

 

Ein Schal ist ja gerade im stricklichen Entstehungsprozess befindlich und ich mag meine Freundin damit erfreuen, bevor es grünt, blüht und wieder warm ist.

Müde bin ich, sinke ins Bett, doch zum Einschlafen habe ich zu viel Kaffee intus.

Die Nacht verläuft unruhig und mit wirren Träumen…

Den Sonntag verbringe ich nahezu ausschließlich damit, die Bude auf Vordermann zu bringen und ein gemütliches Raclette für 5 Personen vorzubereiten.

 

Nebenbei fallen mir noch solche Kleinigkeiten ein wie „das Regal wolltest Du doch schon immer mal an die Wand schrauben“ und ich suche mir mein Handwerkszeug mühevoll zusammen. Denn seit meinem Arbeitseinsatz in der mütterlichen Wohnung befindet sich ein Teil im Bollerwagen, der im Schuppen steht und die Basics, die man öfters mal braucht, befinden sich darunter. Beim späteren aufräumen stelle ich fest, dass ich den Schuppenschlüssel verlegt habe und gerade fällt mir siedendheiß ein, dass ich eine Kiste voll Zeugs einfach vor dem Schuppen abgestellt habe. Ich bin mal gespannt, ob die Maschinen den Regen überlebt haben!

 

Das feuchte Wischen fällt aus Zeitmangel anschließend komplett aus und als die Raclettepfännchen sich nicht beim Raclettegrill befinden, befällt mich Panik und fast eine halbe Stunde kopfloses Suchen macht die Sache auch nicht besser!

 

Die Gäste sind gnädig und befolgen meine telefonische Empfehlung, doch etwas später bei mir auf der Matte zu stehen.

 

Das Essen kommt hervorragend an, schmeckt ausgezeichnet und die Komplimente entschädigen für den Aufwand.

 

Künftig muss ich es wieder schaffen, dass mir meine Mom nicht den Haushalt sabotiert. Ich schätze es ja wirklich sehr, dass sie mich in Haus und Garten unterstützt, doch ihre Art des Aufräumens ist irgendwie eigenwillig. Ab und zu schmeißt sie alles in irgendwelche Schubladen, hinter Türen und in Kisten, Kästchen und Schalen. Auf dem ersten Blick ist dann aufgeräumt, doch finden kann man nichts mehr. Meine Bitte, nicht bei mir aufzuräumen, ignoriert sie vehement. Manchmal vergisst sie das auch einfach, genau so, wie sie vergisst, wo sie irgendwelche Sachen hinräumt. Sehr ärgerlich, wenn man in seinen eigenen 4 Wänden nichts mehr an seinem Platz vorfindet und sich kein Mensch an deren Verbleib zu erinnern vermag.

 

Teilweise liefert sie auch recht eigenwillige Experimente ab. Meine Hibiskuspflanzen fand ich letztens in Müllsäcke gehüllt vor – als Frostschutz!!! Als ich sie denn fragte, wie oft sie denn bereits Mülltüten als Frostschutz gesehen hätte, konnte sie es nicht beantworten. Dabei war die Lösung recht einfach: das sieht man nie, weil die Pflanzen darunter anfangen zu verrotten und zu schimmeln!

 

Eigentlich hat mir meine Mama beigebracht, dass man immer fragt, bevor man bei Anderen etwas macht. Aber sie scheint mein Zuhause als eine Art Verlängerung von Ihrer Wohnung zu verstehen und so prokelt sie eigenmächtig bei mir weiter in der festen Annahme, man darf  alles, wenn man es nur gut meint.

 

Aber gut gemeint ist nicht gut gemacht sag ich dazu.

 

Dazu gehörte unlängst, dass sie einen Zaun provisorisch errichtete, mit einer roten Socke eine komplette Weißwäsche rosa färbte und die Küchenuhr an anderer Stelle an der Wand nagelte.

 

Da sie jedoch als Task-Force in Sachen Kinderbetreuung unersetzbar ist, muss ich damit irgendwie leben und sanfte Erziehungsmethoden walten lassen. Holzhammermethoden wie Schloss auswechseln sind da eher kontraproduktiv (zumal ich um den Garten dann eine Mauer ziehen müsste – mit Stacheldraht oben drauf! Und wir wissen ja alle, dass das im ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet mehr als geschmacklos wäre… und außerdem sieht’s scheiße aus.

 

Mit diesen blumigen Schlussworten beende ich meinen Bericht 😉

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Es musste ja mal so weit kommen…

schon oft habe ich mir überlegt, wie es so wäre mal irgendwo eingeschlossen zu werden. Zum Beispiel im Kaufhaus. Hach, herrliche Vorstellung!

Im Büro eingesperrt zu werden ist dagegen nicht so lustig. Vor vielen Jahren ist mir schon öfters mal der Wachschutz über den Weg gelaufen, der uns eingeschworene Gemeinschaft, die des Öfteren am langen Freitag noch uuuunbedingt mit Prosecco auf das Wochenende anstoßen musste. Das kleine Grüppchen, dass im Hinterzimmer fröhlich becherte, während die beklagenswerte Beratermannschaft vorne die Kunden in Grund und Boden beriet. Da musste man sich als betriebszugehörig ausweisen, den fortgeschrittenen Pegel mehr oder weniger gekonnt durch Redegewandtheit wett machen (klappte immer ssssssuuuupa!) und vertrauenswürdig lächeln. Irgendwann kannten die Herren im biederen dunkelblauen Outfit einen halt und rollten nicht mehr mit den Augen.

Einmal ist es mir gelungen, als Letzte die Firma zu verlassen, ohne den Betriebsausweis mit mir zu führen. Unbemerkt natürlich. Das fiel mir leider erst auf, als ich im Parkhaus bereits die letzte Kurve in der Ausfahrtschnecke passiert zu haben und dann vor dem Schlagbaum zu stehen. Rückwärts wieder hochschrauben hat eine gewisse Qualität. Anschließend hatte ich die hervorragende Idee, nebenan im Hauptgebäude beim hausinternen Sicherheitsdienst mein Begehr vorzutragen. Kaum raus aus dem Parkhaus, war mir sofort klar, dass die lautstark zufallende Tür kein gutes Omen versprühte… Einmal raus aus dem Haus kam man nämlich nur noch mit besagter Zugangskarte rein. Nun MUSSTE mir der Sheriff vom nebenan einfach helfen!!!

Nur wollte der als Nachweis meiner beruflichen Tätigkeit für den Verein meine Zugangskarte sehen…. HAHA! Ja, da war wieder mein Problem.

Dankenswerter Weise gab es einen Retter in der Not, den ich per Handy herbeipfeifen konnte um mir mit seitener Karte Zutritt zu Gebäude, Parkhaus und fahrbaren Untersatz sowie den nötigen Auslass zu ermöglichen.

Heute hingegen hatte ich einen Lauf. Die arbeit türmte sich, die unglückselige Zahl in meinem Postkorb näherte sich dem dreistelligen Bereich und so nutze ich es aus, dass ich Lust darauf hatte, das zu tun, was ich muss und so fluppte es, ich arbeitete konzentriert und höchst effektiv die Hälfte am Stück einfach ab und fühlte mich wie die Superwoman des Bausparens. Dann hatte ich noch einen kleineren Anfall von Aufräumen, Geschirr noch in die Teeküche schleppen und noch rasch Biorecycling in der Keramikabteilung erledigen…

Die Jungs vom Wachschutz sind ja nie so wirklich pünktlich und wenn um 20:00 Uhr der Rundgang erfolgen soll, kann man froh sein, die Brüder um viertel nach anzutreffen. Normalerweise.

Also verlasse ich die heiligen Hallen gutgelaunt,überlege noch kurz, ob ich es wohl mitbekomme, falls der Ausgang irgendwie alarmgesichert ist (blinkt dieser Notknopf eigentlich immer rot???), höre die Tür hinter mir ins Schloss fallen, schwinge mich in mein Mutterschiff und fahre auf die Hofausfahrt… und entdecke schon im Umdieeckeguckspiegel die gestreifte Optik des Eisentores… Näää, ne?

Boah, also gut, wieder rückwärts auf Parkplatz Nr. 29 zurückgeschwenkt. Uiiii, wie ist es eigentlich in diesem Gebäude? Geht die Tür wieder auf MIT Zugangskarte oder bin ich jetzt auf einem Schöneberger Innenhof gefangen für die Nacht? Kann man eigentlich gemütlich im Kofferraum übernachten? Oder kann ich zumindest unter meinem Schreibtisch nächtigen?

Immerhin geht die Tür auf… Und wie schaut es mit der vorderen Ausgang Richtung Straße aus? Puh, auch diese öffnet sich. Gerettet!

Also für den Moment…

Da ich ja gemütlich mit dem Auto unterwegs bin, reicht es ja völlig aus, nur die nette dünne Weste überzuwerfen, nicht? Spontan entscheide ich mich gegen die S-Bahn beim Gedanken an eine etwaige Wartezeit um die 20 Minuten am Bahnhof Westkreuz. Das zugigste Stück Bahnsteig im Universum. Was jetzt nicht daran liegt, dass es da von pünktlichen Zügen wimmelt, nein, zugig bezieht sich auf gewisse Luftverwirberlungen. Brrr… also nehme ich lieber die ‚U-Bahn, dieses Licht. und freudlose Fortbewegungsmittel unter der Erde, wo nie die Sonne scheint.

Immerhin ermöglicht mir der Bargeldbestand eine Fahrt im Bereich AB der öffentlichen Verkehrsmittel. Reicht auch völlig, da mein Bus um die Uhrzeit erfahrungsgemäß gar nicht merh fährt. Passt ja mal super zusammen, führt mich nur nicht nach Hause.

Zum Glück gibt es Handys, telefonisch erreichbare Mütter mit Führerschein und Auto (es hätte also schlimmer kommen können!) und so ist flugs meine Bergung ab Spandau organisiert. So sehe ich doch noch den Sohnemann. Mich hätte er auch sehen können, aber er nutzte die öde Fahrtzeit, um  mit dem Nintendo zu spielen und konnte natürlich seinen Blick nicht vom Display wenden, um nicht die Rettung irgendwelcher Galaxien zu gefähren. Was interessiert ihn mein Universum!

Jetzt muss ich nur noch zusehen, wie ich morgen wieder ins Büro komme.

Und so werde ich die Gelegenheiten, die sich mir so bieten, entsprechend für meine Zwecke nutzen: ich darf ausschlafen, nehme den mütterlichen Shuttleservice bin in die große Stadt hinein in Anspruch und werde die Gunst der Stunde nutzen, um die Fahrzeit mit Stricken zu kombinieren und vielleicht, möglicher Weise, also wenn alles gut läuft und ich über Nacht nicht wieder alles vergesse, morgens noch ein wenig Sport einzubauen. Eventuell natürlich.

Huch, heute kann ich mich gar nicht übers Autofahren aufregen. Ich kann noch nicht mal behaupten, nach 20:00 Uhr wäre es angenehm leer auf der Stadtautobahn, denn die habe ich ja unter den Straßen Berlins gar nicht sichten können. Naja, vielleicht ergibt sich noch eine weitere Gelegenheit zum schimpfen und fluchen. Mir fällt da schon was ein…

 

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Woche 43 Jahr 2012 – was so zuletzt war

Au weia, es ist echt schwierig, hier regelmäßig was reinzuschreiben…

Insbesondere wenn das Internet daheim nicht funzt! Darüber werde ich demnächst mal einen kompletten Eintrag volljammern….

 

Ich könnte zwar auch das Smartphone quälen, aber eigentlich hat es keine Quälerei verdient, denn es ist ein ganz braves Gerät. Ebenso möchte ich meine zarten Fingerchen nicht überlasten.

 

Das über-Gebühr-Beanspruchen der Fingerchen nehme ich lieber in der freien Natur vor!

Vorletztes Wochenende habe ich mir morgens überlegt, wie ich denn meinen einzigen freien Tag in der Woche so verbringen könnte (auf die Couch legen und nix tun wäre ja viel zu einfach und naheliegend) und da viel mir ein, dass ich ja bereits vor einigen Tagen einen Weihnachtsbaum gekauft habe. Also jetzt nicht ein Exemplar, was man in den Weihnachtbaumständer irgendwie reinfriemelt und was schneller nadelt, als man „frohes Fest!“ sagen kann. Nein! Ein wieder verwertbares, daher ökologisch wertvolles Exemplar ist es geworden, welches man einpflanzt und sich – insbesondere in der Weihnachtszeit – mit einem ganz gewissen Glanz in den Äugelein, immer wieder anschauen kann. Meine Mädels, denen ich ein Foto des Bäumchen noch aus dem Baumarkt zukommen lies, haben zwar orakelt, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank, dass ich schon im Oktober einen Weihnachtsbaum kaufe, aber sie ahnten dort noch nicht, dass das ein Baum mit Mehrwert ist. Hoffentlich wächst das Ding auch gut an

Nun galt es aber, DEN perfekten Platz zu finden, um künftig auch einen guten Blick auf das Mehrwertbäumchen zu haben. Optimal wäre natürlich vor einem Fenster, was nach Möglichkeit häufiger frequentiert wird als der Hauswirtschaftsraum (öhööm…).

Der Platz war schnell gefunden: schön in der Sichtachse Essecke-Spülbecken, genau vor dem Küchenfenster… nur wuchs da noch anderes Gestrüpp. Zum einen ein undefinierbares Bäumchen, vermutlich irgendwas Eibenartiges, welches unten nur noch aus einem Stamm und oben aus grünen, schlapp herabhängenden Ästen bestand (man merkt sicherlich an der Vergangenheitsform, dass sich daran alsbald was ändern sollte).

Also habe ich mich mit einer Axt bewaffnet und hab einfach fröhlich drauflos gehackt. Bei diesen karohemdtragenden, poppeybeoberarmten Waldschraten und ihrem Lumberjackweltmeisterschaften geht das immer so eins-fix-drei, kurz mal rechts und links eine Kerbe reinschlagen und den Mammutbaum mit einem gezielten Hieb von hinten umnieten. Ich stand da und hatte immer ein wenig Angst, mir ins Bein zu hacken oder dass mir aus Versehen der Axtgriff durch die behandschuhten Finger flupscht und das Küchenfenster durchschlägt. Entsprechend verkrampft war ich innerhalb kürzester Zeit. Aber der Baum fiel! Kaum eine Stunde nach dem ersten Hieb. HA!

Dann galt es nur noch, den Stumpf aus dem Erdreich zu entfernen. Mit der kleinen Besonderheit, dass mir nur ein Spaten zur Verfügung stand und ich auf meine heißgeliebte kleine Gartenschippe verzichten musste. Diese gibt es nachweislich – habe mir dieses Jahr im Sommer mal das Vergnügen gegönnt, die abgewetzten Stiele eben dieser Schippe, eines Blumenzwiebelpflanzhilfekegels (vielleicht hat der Pieker auch einen mir unbekannten Fachnamen…) und einer kleinen Harke grün anzupinseln. Das Ding blieb aber verschollen und alle Familienmitglieder schworen wiederholt, dass diese doch sicherlich an ihrem Platz sei, ich aber nicht richtig gucken könnte bzw. als das nicht der Fall war, dass es diese Schippe doch vermutlich gar nicht gäbe. Na toll. Jetzt muss ich vermutlich von allen Geräten in Haus und Garten ein Beweisfoto schießen. Hab ja sonst nix zu tun…

Also habe ich die Feinarbeit rund um die Wurzeln mit einem übriggeblieben Platikschippchen aus der Buddelkastenära freigelegt.  Von dem Dreierensemble an Gartenhilfsgeräten mit begrüntem Stiel gibt es jetzt nur noch besagten Blumenzwiebelvorpiekser, da die Harke im direkten Kampf gegen die Wurzel leider den Kürzeren zog und sich Griff von Harke unwiderbringlich trennte. Meine Gartengeräte führen wahrlich ein hartes, kurzes Dasein!

Nachdem der Baum endlich mit Stumpf und Stiel Geschichte war, störte nur noch eine kleine Gruppe aus 4-5 mannshohen Lebensbäumchen das künftige Weihnachtsglück…

Dieses Ensemble wurde anschließend mit den mir noch zur Verfügung stehenden Gartengeräten und mit der gesamten Familie W. aus S. komplett ausgebuddelt. Schließlich möchte ich ja nicht jedes Gewächs brutal abmurksen und außerdem fand sich noch eine Lücke in der hinteren Hecke, die damit vortrefflich geschlossen werden könnte.

Somit habe ich dann nur noch das Tannenbäumchen an seinem Bestimmungsort gepflanzt und ungefähr 6 Stunden, nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, den Samstag mit Gartenarbeit zu verbringen, war auch alles erledigt. ..also bis auf den Teil mit dem neuen einpflanzen der alten Heckenpflanzen und dem auffinden der grünen Schippe… ich bin echt mal gespannt, wo das Teil wieder auftaucht!

 

Was bin ich meiner Mom dankbar, dass sie sich immer um den Kampf gegen das Laub kümmert und ich somit Freiräume habe, um nebenbei Vollzeit einen Bürojob zu wuppen, das Kind zu schaukeln und im Haus das Nötigste zu erledigen. Wenn ich auch noch Blätter harken müsste….STÖHN! Sonst müsste ich mir doch noch einen karohemdtragenden, poppeybeoberarmten Waldschrat halten!

 

Immerhin konnten wir uns am folgenden Sonntag gemeinsam erholen, da wir allesamt eine Einladung zu einem 70 Geburtstag hatten. Das bedeutet Brunch satt! Sogar mit Verlängerung über den Tag hinaus, denn es wurde so reichhaltig aufgetafelt, dass alle Gäste auf den Knien rutschend befleht wurden, doch bitte mindestens 3 Behältnisse mit Essen mit nach Hause zu nehmen, damit die Gastgeberin nicht das Gefühl hat, der Laden hat sich in der Kalkulation komplett vertan…

Auch an dieser Stelle zeigte sich erneut, dass mein Junior eindeutig Omas gute Schule durchlaufen hat, denn ohne mit der Wimper zu zucken lud er sich 4 Schnitzel in eine Schale und füllte anschließend ein halbes Dutzend Kuchenteilchen ab und langte auch beim Aufschnitt noch mal ordentlich zu. Ich begnügte mich mit einer Kollektion der neuesten Grünkernbouletten.

Immerhin konnte ich ihn davon abhalten, einer lebensechten großen Figur, die im Eingangsbereicht die Gäste begrüßte, einen Euro Trinkgeld zu entwenden und die in den Waschräumen bereitgehaltene Deo-Flasche einzusacken…

Übrigens frage ich mich bis heute, warum es in einem Kartoffelhaus auf einem Brunchbüffet keine einzige Kartoffel gab. Bedeutet Kartoffelhaus vielleicht so was wie „alles-außer-Kartoffeln“ und ich nehme es einfach wieder zu wörtlich??

 

Whow, es hat sich doch so einiges angesammelt in 2 Wochen… um Euch, geneigte Leser, nicht völlig mit Infos zu überfrachten, breche ich meinen Kurzabriss der letzten Tag hier mal ab und liefere demnächst weitere Worte hier nach!

Bis demnächst!

MCL