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Zweitbad

 

Vor 16 Jahren habe ich mein Haus gebaut. Damals gab es den Plan, zunächst nur das Erdgeschoss zu bewohnen und irgendwann einmal das Obergeschoss auszubauen.

Mit dem Nachwuchs wurde der Wunsch nach mehr Wohnraum schon sehr bald Wirklichkeit. Mit dem zweiten Badezimmer sollte es jedoch noch viel viel länger dauern.

Zuerst war der dafür vorgesehene Raum eine Kreuzung aus Abstellkammer und Lager für … alles von Möbeln bis Baumaterial. Dann wurde daraus ein Schlafzimmer für meine Mutter, als sie vorübergehend für rund 5 Jahre bei mir wohnte. Danach diente der Raum als Gästezimmer.

Vor fünfeinhalb Jahren trat Lieblingskerl in mein Leben und er kam ziemlich schnell auf die Idee, dass man, sobald er bei mir einzieht, mit der eingesparten Miete innerhalb kürzester Zeit den Einbau eines zweiten Bades finanzieren könnte. Soweit die Theorie. Leider lässt sich eingesparte Miete auch ganz vortrefflich anderweitig verplempern (nur wo? WOOO???).

Es wurde hier schon zum running Gag vom „imaginären Zweitbad“ zu reden und Freunde nutzten jede sich bietende Gelegenheit, um sich nach dem Baufortschritt zu erkundigen. Ein echter Schenkelklopfer!

Aber irgendwas war immer: „da kann ich nicht loslegen, da steht zu viel rum!“ „Ich muss für den Wasseranschluss die Heizung abschalten- das mache ich keinesfalls in der kalten Jahreszeit!“ „Ich arbeite im Sommer auf gar keinen Fall im Bad rum- da hat der Garten Priorität!“. Also habe ich im Frühjahr 2016 einfach Sanitärobjekte bestellt. Suptil den Druck erhöht, in dem beispielsweise im Carport ne Badewanne stand.

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Und im Wohnzimmer ein Klo.

Bezeichnender Weise hatte ich bereits im August 2018 versucht, diesen Beitrag der Welt kundzutun – und ihm soeben auf dem Scheiterhaufen der Entwürfe wieder gefunden! Irgendwie ganz schlimm der Wurm drin…

Um die Spannung mal etwas abzumildern: Bad ist fertig.

Zwischendrin musste neben Sanitärobjekten noch die Badmöbel angeschafft werden. Nach gefühlt 2 Jahre des Suchens haben wir uns auf einen Hersteller festgelegt. Leider etwas teuer, aber wenn man erst mal schockverliebt ist, kommt da nüscht mehr ran. Zufällig habe ich dann im Internet entdeckt, dass ein Möbelhaus genau den Waschtisch mit Spiegel aus der Ausstellung verkaufen wollte, welches unsere Lieblingsfront bzw. Farbe hatte. Die anderen Möbelhäuser stellten nämlich ausschließlich die Variante aus, bei der die Front schwarz-metallisch glänzte. Auch sehr interessant und in einer Ausstellung höchst spektakulär, aber für unseren Geschmack – abgesehen von Halloween vielleicht – zu düster. Die Version im hellen Perlmutt, die uns so gut zusagte und zudem alltagstauglich war, konnten wir vorher nur im Prospekt bewundern. Das besagte Möbelhaus befand sich, passend zu dieser Geschichte, von uns aus gesehen NATÜRLICH am A… der Welt, aber hej! Wer wüsste, wie lange wir sonst gebraucht hätten, um mal ein Wochenende am Chiemsee zu verbringen.

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Plus Möbelhausshopping.

Hier noch ein sehr schönes Bild vom völlig vollen Volkswagen. Ich hatte als Beifahrer übrigens über 600 Kilometer meine Knie wahlweise im Handschuhfach oder im Gesicht; Lieblingskerl hätte dort gar nicht Platz nehmen können. Aber was tut man nicht alles für sein Traummöbel!

Und hier noch ein paar Bilder von der Bauphase:

Lieblingskerl fing an, den Vinylboden zu verlegen. Doch immer, wenn er ein weiteres Brett an die ersten Elemente anfügte, lösten sich die zuvor zusammengeklickten Teile wieder voneinander und er erlitt einen cholerischen Anfall. Da ich befürchtete, der Bodenbelag würde nur noch einmal „Klick“ machen, wenn er diesen aus dem Fenster wirft, habe ich mich darauf hin im Bad eingesperrt und den Raum erst wieder entlassen, nachdem ich fertig war. Die Teile können nur in einem ganz bestimmten Winkel miteinander verbunden werden und die Toleranz ist verschwindend gering, geringer als die Toleranzschwelle vom Lieblingskerl.

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Fliesen verlegen war auch so ne Sache! Die Fliesen hatten wir während der Planungsphase mal irgendwo vom Wühltisch günstig gekauft und wir konnten uns beim besten Willen nicht mehr erinnern, wo genau das war. Aber auch wenn: nach mehreren Jahren ist nicht mehr garantiert, dass man noch etwas hinzukaufen kann, falls der Bestand nicht ausreicht. Mehrfach habe ich hin und her gerechnet, wie ich möglichst materialschonend die Fliesen schneiden und verlegen könnte, doch es zeichnete sich recht früh ab: das reicht nie! Also haben wir sämtliche Baumärkte in einem Radius von 50 Kilometer nach und nach abgeklappert und die Fliesenabteilungen unter die Lupe genommen. Doch nirgends gab es diese Fliese! Selbst das Internet half nicht weiter. Als hätte es diese Fliese nie gegeben. Also half nur eins: zupassen. Und zwar eine so derart andere Fliese, dass man hinterher immer behaupten kann: jahaaaa, das haben wir von vornhinein so geplant!

Kontrastfliesen am Vorsprung für das Hänge-WC in Nahaufnahme. Genau so haben wir uns das immer vorgestellt. Ehrlich!

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Hier ein paar Eindrücke vom fertigen Bad:

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Und der Badewanne, die einst das ganze Carport blockierte:

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Das Fenster haben wir zur Hälfte mit einer Milchglasfolie vor allzu neugierigen Blicken geschützt; auch hier dominiert das Maritime.

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Nützliches für das Badezimmer

Seit ewigen Zeiten Zur Zeit bauen wir ein Badezimmer in einen ungenutzten Raum ein. Und weil man neben Pflichtarbeiten wie Rohre verlegen und einen Fliesenspiegel anbringen auch mal zur Hebung der Stinmung etwas Kür benötigt, haben wir ein maritimes Accessoire gebastelt. Wir wollten etwas an der Küste kaufen, aber entweder war es zu kitschig oder zu teuer. Am besten gefielen uns schöne Dinge aus Treibholz oder alten Planken und Bohlen, alles garantierte Einzelstücke, aber bei mir hörte da jedes Mal der Spaß auf, wenn ich aufs handgeschöpfte, handbeletterte Preisschild blickte.

Aber die Idee war geboren!

Glücklicher Weise fand sich die Basis der Bastelarbeit in den Untiefen des heimischen Gartenschuppens:

Ist er nicht schön? Und schon malerisch abgenutzt! Geht aber noch besser:

Instant-Used-Look. Heiß!

Dann muss der verkokelte Teil abgeschrubbelt werden. Geduldige nehmen die gute altr Drahtbürste oder wie ich eine Bohrmaschine mit Bürstenaufsatz. Die Holzstruktur kommt dabei richtig gut raus.

Die Sprenkel sind Regentropfen, ich war zu ungeduldig, um gutes Wetter zum fotografieren abzuwarten.

Hach, mir gefällt das Ergebnis richtig gut. Altes Holz ist einfach wesentlich interessanter, hat Seele und Charisma.

Weiter geht’s in den Baumarkt:

Dann bekommt der Holzpfahl ein paar Schrauben verpasst, die dienen quasi als Armierung, dann wandert der Pfahl in den Übertopf und wird mit Beton ausgegossen. Fotos von den Zwischenschritten gibt’s nicht, da mein Lieblingskerl diesen Teil übernommen hat. Knipsen ist nicht so seins.

Hier der fertige Betonsockel. Soll ja nicht ständig umkippen.

Nun noch Papierrollenhalter, Klobürste und Ablage montieren und mit etwas Seil garnieren.

Fertig ist der maritime Badbutler!

Garantiert ein Einzelstück und preislich ein Lacher. Die Kosten für die angebrachten Utensilien kann man ja gar nicht dazu rechnen; die bräuchte man ja sowieso. Das teuerste war der Übertopf 😀.

Demnächst kann man den Badbutler in seiner natürlichen Umgebung bewundern.

Und falls wir noch richtig durchdrehen, setzen wir oben noch ne Plastikmöve drauf. Maritim und Kitsch mögen sich einfach 😂.

Liebe Grüße aus der DIY-Abteilung

MCL

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Rufmord durch Shabby-Chic

Was habe ich mich gestern oder vorgestern doch amüsiert… Im Fernsehen lief die Woche, Luke und er selbst (oder so ähnlich…) und in der Folge hatte sich ein verzweifelter Mann ans Fernsehen gewandt, weil seine holde Angetraute ihn mit ihrem Zuhause-Verschönerungs-Wahn wahnsinng machte und er dringend Hilfe in Form eines gewaltigen Pranks (so sagt man wohl neudeutsch) brauchte.

Alles wurde bei ihm zu Hause von ihr in Shabby-Chic-Weiß getüncht, überall Deko, Steh-rum-chen und Staub-ein-chen, 98% davon engellastig, selbst der Köter hatte ein weißes Körbchen und guckte sehr verzweifelt in die Kamera… das weiße Fell stufe ich jetzt mal als Zufall ein.

Also wurde ihr ein Fernsehteam ins traute Heim geschickt und ihr verklickert, eine Morgensendung würde sich für ihren weißen Albtraum interessieren. Es gab einen Produktionsleiter, der „den Ramsch“ in Augenschein nahm, hier und dort umräumte („weniger ist mehr!“), eine (gefakte) Live-Schaltung und im weiteren Verlauf der Sendung an der Tür klingelnde Gesetzeshüter, um die gebraucht gekauften und gepimten Möbel einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Angeblich gäbe es Drogenschmuggler, die gerne Möbel als Versteck nutzten. Selbstverständlich fanden die Beamten Tütchen mit dubiosen Kräutern, weißem Zeux und Kristallen (wie sehr man sich täuschen kann, wenn Kochzutaten wie Kräutern der Provence und Backpulver außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes präsentiert werden!).

Die Dekoqueen war ganz erschüttert, was wohl ihre Mutter und die Nachbarn dazu sagen würden („ich muss umziehen!!!“) – der Moderator gab jedoch zu bedenken, dass nicht nur die Nachbarn, sondern ganz Deutschland was von ihrer Drogenkarriere wüsste! Sie beteuerte, damit NIX zu tun zu haben und die Möbel hätte ihr Mann ersteigert und überhaupt. Als die Gesetzeshüter final die Handschellen klicken ließen, kullerten dicke Tränchen… und sie wurde aus der Situation erlöst, in dem die Cops angaben, ihr Mann hätte ihnen den Tipp gegeben. Dieser kam aufs Stichwort grinsend an den Ort des Geschehens und wurde sowohl geküsst als auch beschimpft.

Anschließend musste sie versprechen, nichts mehr zu kaufen…

Noch mit Lachtränchen in den Augen fragte mich Lieblingskerl, ob wir nicht die Shabby-Chic-Frau engagieren könnten, um das Klavier weiß zu streichen… Das ist nämlich kirschbaumfarben und passt zu nichts. Vor 35 Jahren im elterlichen Wohnzimmer war das natürlich der letzte Schrei, aber jetzt halt nicht mehr. Außerdem steht es neben einem Regel, dass ich bereits mal weiß gestrichen habe. Das ganze stellten wir an dem Tag fest, an dem ich 4 kleine Holzkonsolen mit weißem Wachs ver-shabby-chic-t hatte und auch gleich noch die neuen Fußleisten weiß strich…

Hülfe!!!! Bin ich einem gefährlichen Trend erlegen?

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Kleines herbstliches DIY

…durchaus noch bis tief in die Weihnachtszeit als Deko zu gebrauchen.

Man nehme: Eicheln mit Hütchen

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Falls man nur hutlose Gesellen findet, kann man auch Eicheln in leere Hüte kleben

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Damit das ganze nicht immer umfällt und Kleber rausläuft, habe ich die Hütchen mit Knete auf ein aussortiertes Backblech geklebt.

Dann Metallicfarbe mit einem Pinsel nur auf die Eicheln auftragen, beispielsweise diese hier:

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Zum Trocknen gehen auch prima Wäscheklammer:

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Gegebenenfalls Farbe mehrfach auftragen.

Fertig sind die aufgebrezelte Eicheln:

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Mission: Rettung der Applikation

Es war einmal vor langer, langer Zeit… also so gefühlt. Damals lief „Cars“ in den Kinos und so trug Sohnemann auch einen entsprechenden Pulli mit einem Aufdruck des sympathischen sprechenden roten Autos mit den großen Augen.

Sohnemanns Liebe zu dem Shirt fand jedoch ein jähes Ende, als die Waschmaschine ihren Job etwas zu ernst nahm und nicht nur Schmutz, sondern auch große Teile des Aufdrucks entfernte. Ai caramba!

Also habe ich in mühsamer Kleinarbeit die restlichen Klebefetzchen vom Stoff runter geknibbelt und kurzerhand Sohnemanns Namen aus Jeansresten appliziert.

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Tja… nun ist es ja so, dass bei aller Sorgfalt und sämtlichen Bemühungen das Wachstum durch nichts aufzuhalten ist. Es kam wie es kommen musste…

Nun war mir das gebastelte Shirt etwas zu schade zum wegwerfen… und bei personalisierten Sachen ist ein etwaiger Käuferkreis bei i-bay extrem eingeschränkt. Also lag das gute Stück lange Zeit einfach nur rum.

Bis mir eine gute Freundin ins Gedächtis kam:

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Also habe ich heute einfach mal losgelegt… und bei der Gelegenheit auch noch Jeansreste formerly known as Hosenbeine wiederverwertet. Die fielen im wahrsten Sinne des Wortes im Sommerurlaub ab, als ich spontan ne kurze Hose brauchte.

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Auch den Reißverschluss habe ich meiner Meinung nach ganz gut hinbekommen:

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Somit habe ich heute geupcyclet, eine Erinnerung konserviert und meine Hände sinnvoll benutzt. Zwischendurch hätte ich sie gerne dem liebreizenden Pubertier um den Hals gelegt… Hormone wirken sowas von unharmonisch auf den Familienfrieden… aber das ist eine andere Geschichte!

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Stilvoll aus dem Rahmen fallen

In nächster Zeit häufen sich hier die Feste. Heute feiert Sohnemanns Klasse den Abschied von der Grundschule, nächsten Mittwoch wird meine Mom 80, am Freitag geht eine Kollegin in Rente.

Damit man ein paar Fotos von dem Tag knipsen kann, welche für sich selbst sprechen und auch Kamerascheue vor die Linse bekommt, habe ich für die Kids eine mobile Fotowand gebastelt:

Man braucht einen alten ausgediente Rahmen; meiner beherbergte mal einen Spiegel, der leider einen Sprung hatte. Als Unterlage habe ich mich für eine Hartfaserplatte entschieden, damit man das ganze noch ohne Kraftanstrengung halten kann. Kostenpunkt für 100×120 cm um die 5,00€, die Tapeten sind übrig gebliebene Rest.

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Platte mit Tapetenkleister besteichen, mit der Tapete bekleben und gut trocknen lassen. Dann den Rahmen auflegen, anzeichnen und Mittelteil mit der Stichsäge ausschneiden. Kraftkleber großzügig auf der Rahmenrückseite auftragen, Rahmen auf die Vorderseite platzieren und beschweren (ein Tisch bietet sich hier an). Sicherheitshalber habe ich von hinten noch 4 kleine Schräubchen durch Hartfaserplatte und Rahmen gejagt.

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Dann die Frontseite noch passend dekorieren: ich habe mich für eine Wimpelkette mit Jahreszahl entschieden- dass passt als Grundlage schon mal ganzjährig 😉
Dazu kam noch das Logo der Schule, das Ortswappen, Datum und die Klasse. Je nach Anlass kann man hier kreativ loslegen!

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Beispielhaft guckt jetzt mal ein Sofakissen durch den Rahmen. Und Kalle demonstriert, dass man sich auch super vor dem Rahmen in Szene setzen kann.

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