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Katzenjammer

Ach, was wäre das Leben nur ohne Katzen!

Aktuell viel entspannter…

Kurze Vorgeschichte: im Urlaub steht die Nachbarin des Hotels etwas hilflos im Hof rum, im Arm ein kleines Fellbündel. Ihr sei eine Katze zugelaufen und sie könne sie nicht behalten, ihr Hund hat sie bereits auf den Apfelbaum hoch gejagt. Alle sind begeistert, Katzi ist süß und schmusig, Sohni und ich bekommen glänzende Augen.

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Als meine Mom anmerkt, wir wollten doch immer eine zweite Katze haben und die Gelegenheit wäre günstig, geht alles ganz schnell.

Wir nennen die Kleene Mika- nach dem Hotelkater Mikas, der irrtümlich für ein Mädchen gehalten wurde und zunächst auch Mika hieß.

Katzenkind wird ganz unkompliziert über die Grenze geschmuggelt in Deuschland eingebürgert und alle sind glücklich.

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Alle? Kater Kalle is not amused über den Nachwuchs. Kein freudiger Empfang, kein angeborener Papa-Instinkt.

Alsbald stellt sich heraus, das auch wir einen Mikas haben!!!

Nun, das erklärt, dass Kalle nur noch grollt und faucht. Mist.

Heute war der Tierarzt bei uns zu Hause. Sehr praktisch, wenn man einen Autohasser und Tierarztverweigerer im Haus hat. Leider riecht Kalle den Braten und ist erst mal wech. 10 Minuten nach dem Termin liegt er, als wäre nix dabei, seelenruhig im Strandkorb und tut so, als wäre er nie wo anders gewesen.

Was er nicht weiß: der Tierarzt war noch gar nicht da! HÄHÄÄ!

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Entsprechend übellaunig ist er dann, als er ins Haus verfrachtet wird. Alles wird angefaucht. Ich warte lieber vor dem Haus; Kalle sieht so aus, als würde er einem liebend gern mit einem Prankenschlag den Kopf vom Hals abtrennen. Nach einer Minute hat er die geschlossene Katzenklappe zertrümmert und stolziert durch den Vorgarten. Wir sind schneller und nehmen den Flüchtigen fest.

Katzenklappe wird mittels Pfandkiste verrammelt und mit Altpapier beschwert. Puh. Nochmal gut gegangen. Bis Sohnemann mal kurz die Tür öffnet *whooosch*

Zum Glück hält er auf der Straße kurz inne, weil ein Auto naht. Wir stürzen uns auf ihn und ich muss ihn voll in den Schwitzkasten nehmen.

Tierarzt kommt mit 1 Std und 7 Minuten Verspätung. Meine Nerven hätten keine 10 Sekunden länger ausgehalten.

Kalle erhält seine Impfung unter Zurhilfenahme einer dicken Decke. Jetzt mag er auch Arme beißen bis die Elle kracht und Gesichter zerkratzen. Nach dem Pieks darf er raus- mal gucken, wann wir DEN Wiedersehen…

Mikas ist gesund und beherbergt darüber hinaus Ohrmilben und Flöhe. Wäre ja sonst auch zu schön gewesen!

Nächster Termin in 4 Wochen… Und ich soll bitte sagen, dass 2 Tierärzte kommen sollen zwecks gemeinsamer Dompteurnummer für Kalle.

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Des Merkens würdig

Jetzt muss ich mal kurz von den merkwürdigen Begegnungen der letzten 2 Tage berichten:

Gestern fährt vor mir ein Auto mit einem Aufkleber „Behindertentransport“. Gut, das kennt man. Es war aber wohlgemerkt ein privater PKW, hinterm Steuer ein bereits ergrauter Mann, vielleicht so um die 70. Was will er mir damit mitteilen? Er sitzt alleine im Auto, ergo kann nur er behindert sein. Mit etwas Glück beeinträchtigt seine Behinderung nicht die Fährigkeit zum Führen eines Fahrzeuges. Ich habe ein bisschen Angst und bremse an der nächsten Ampel schon bei der Ahnung, dass es bald rot wird und lass ihn weg fahren. Den Rest der Fahrt habe ich was zum Grübeln… „Ich fahre mich selbst umher und bin benachteiligt“ ist meine Übersetzung. Wer will das wissen??

Auf dem Rückweg sehe ich ein Alien. Echt jetzt. Dieses Wesen ist eindeutig auf eine völlig andere Atmosphäre eingerichtet. Also nicht von diesem Planeten. Hier sind 32 Grad im Schatten und dieses Geschöpf trägt lange Hosen, Jacke und Schneehandschuhe!! War übrigens genau die Stelle, wo ich letzten Winter bei Schnee und Eis den Mann barfuß sah. War vielleicht der Selbe. Ich suche mir mal die Telefonnummer der Kumpel raus, die mit den riesengroßen Satellitenschüsseln ins All lauschen. Können sie sich sparen; sie sollen lieber mal die neue Brücke in der Wasserstadt im Auge behalten.

Und heute sah ich drei Männer, die nur mit einem Schuhlöffel ins Auto rein und raus kommen. Die beiden auf den Vordersitzen waren so massig, die mussten die Arme aus den Seitenfenstern und dem Schiebedach raushängen lassen, sonst wären sie vermutlich erstickt. Frage mich, ob das „Plöpp“ macht, wenn sie aussteigen. Und ob der Hänfling dort drinnen verhungert, wenn sie den Schuhlöffel beim Aussteigen aus Versehen kaputt machen, bevor sie raus sind. Der Beifahrer hat vermutlich mal mit dem Kopf genickt: die Frontscheibe hatte einen kreisförmigen Sprung. Der arme Fiat 500 sah ziemlich tiefer gelegt aus und das schieb keine Absicht zu sein.

Was bin ich froh, endlich allein zu Hause zu sein. Die Hitze scheint einige machtig zu verwirren.

Passt gut auf Euch auf!

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Getagged?

Hilfe! Ich wurde getagged!

Musste ich doch tatsächlich googlen..

Jedenfalls freu ich mich tierisch und fühle mich geehrt, dass die liebe Susann mich auserwählt hat!

Worum geht’s?

11 Fragen erhalten, beantworten und ebenfalls 11 Fragen an 11 Blogger weitergeben. Das Poesiealbum der Gegenwart 🙂

Los geht’s:

Wie kamst du zum Bloggen?

Durch das Lesen anderer Blogs kam mir die Idee: „Möööönsch, das kannst Du sicher auch!“

Begünstigt wurde das durch die Tatsache, dass es keinen Partner gibt, an dem ich nach getaner Arbeit mein Redebedürfnis abarbeiten kann. Bloggen ist bei mir also ein gesunder Ersatz für Selbstgespräche und darüber hinaus viel gesellschaftstauglicher.

2. Das Erste, worüber du je gebloggt hast?

Das war ein allgemeines „Hallo erstmal!“ mit ein bisschen Gequatsche über alles und nix. Ein Kommentar. Danke, Tinka! Küsschen!

3. Verfolgst du regelmäßig andere Blogs?

Ich versuche es! Heimische technischen Probleme machen es nicht gerade leicht (Niemals den Anbieter wechseln! Nienienie wieder!), aber zur Not lese ich auch übers Smartphone meine Lieblinge. Nur das Kommentieren kommt dabei zu kurz.

4. Inwiefern hat dein Blog dein Leben bereichert?

Ich leider nicht mehr unter Wortstau.

Außerdem kann ich damit der ganzen großen weiten Welt (also zumindest der Teil, der Internet nutzt und des Lesens mächtig ist… und sich darüber hinaus für meinen Sülz interessiert!) in Farbe und Bunt meine wiederkehrenden Missgeschicke, sensationellen Basteleien und phantastischen Bauprojekte in ansprechender Optik präsentieren. Wäre ja zu schade, wenn ich mache und tu und es bekommt keiner mit 😉

5. Was war dein Traumberuf als Kind?

So richtig als kleines Mädchen? Wo die Welt noch alles bereitzuhalten schien und Wünsche Flügel hatten? Da wollte ich Prinzessin werden. Mit Prinzen, Pferd und allem Zipp und Zapp.

Als ich dann älter wurde, die Welt langsam ihre realistische Seite zeigte und Prinzen koksten und in der Öffentlichkeit pinkelten, da wollte ich dann Kapitän werden. Aber Nautik stand in Berlin nirgends auf dem Lehrplan. Ausbildungen zum Hoteltester oder zum Immobilienmakler gab es auch nicht. Und ein Studium der Architektur wollten meine geliebten Eltern nicht finanzieren.

Somit ist es denn statt eines Traumberufes einfach einen Beruf geworden und das Träumen findet in der Freizeit statt.

6. Was sind deine drei Lieblingsspeisen?

Oh, Essen mag ich generell total gerne! Da drei Highlights rauszupicken wird schwierig… mal sehen…

Immer wieder eine Wucht sind diese breiten Bandnudeln beim Italiener, die in einem halben Laib Parmesan flambiert und dann mit geraspeltem Trüffel kredenzt werden. Der Vorgang hat so etwas Zeremonielles an sich und ist ein ganz besonderes Ereignis. Den total wohlklingenden italienischen Namen kann ich mir leider nicht merken, vielleicht liegt es daran, dass die Käsessauce Magen und Hirnwindungen komplett verklebt. Ein göttlicher Genuss, der mit Rücksicht auf Taille und Hüfte nur einmal im Jahr erfolgt.

Mohnpielen finde ich auch oberlecker und wenn es die in der Kantine gibt, vergesse ich sämtliche goldene Diätregeln und schlage kompromisslos zu.

Im Rennen um den dritten Platz liegen Erdnussflips mit Barbecuearoma, Tiefkühlflammkuchen Käse-Lauch und griechischer Joghurt mit frischen Früchten, Walnuskernen und Honig ziemlich Kopf an Kopf. Sucht Euch was aus!

7. Hast du Haustiere?

Jaaaa! Ohne Haustier – ohne mich!

So lange ich denken kann, gab es immer eine Katze an meiner Seite. Aktuell sind das Kater Kalle und Babykatzenmädchen Mika – ein Findelkind aus dem Urlaub in Polen. Ich bin mir sicher, dass ich dazu noch einiges zu berichten habe und ungefähr 2375 Fotos poste.

Außerdem gehört ein wechselnder Bestand an Zierfischen dazu.

8. Welchen Traum möchtest du dir noch verwirklichen?

Kann ich auf Anhieb gar nicht beantworten. Bisher habe ich meine Wünsche immer postwendend in die Tat umgesetzt: Haus gebaut, Baum gepflanzt, Sohn geboren.

Traummann wäre noch schön… ach was! Ein halbwegs respektabler Mann würde auch schon reichen! Ordentlicher Trizeps wünschenswert, Humor unabdingbar und belastbar sollte er auch sein, außerdem kinderlieb und naturverbunden sein… Huch, danach wurde gar nicht gefragt. Entschuldigung.

9. Deine Lieblingsmusik?

Das ist die Musik, die durch das Ohr direkt ins Herz geht, im Tanzbein endet und im Gedächtnis bleibt.

Ich mag immer noch I Follow Rivers – aber nur in der Version von Lykke Li! und Somebody That I Used To Know von Gotye, wobei sich das langsam im Ohr etwas abnutzt.

Generell mag ich Depeche Mode, Gossip, Linkin Park, Coldplay, The Kills, Placebo, Kosheen… Wird immer mehr, je länger man darüber nachdenkt.

Einfacher wird es umgedreht: Deutsche Schlager und ich passen gar nicht zueinander und gang ganz schlimm finde ich Pur *schüttel*

10. Was darf neben Schlüssel und Geldbeutel niemals in deiner Handtasche fehlen?

Haaaahaaaaaaa! Ich bin die Queen der verlegten Schlüssel und vergessenen Geldbeutel! Ständig muss ich mir Geld leihen und zu Hause einbrechen.

Aber das Smartphone muss mit! Also zumindest meistens – wenn ich es nicht gerade zu Hause oder im Büro liegen lasse. Verloren habe ich es zumindest noch nie, aber wir verbringen öfters unsere Zeit getrennt (das ist gleichtzeitig der Hauptgrund für zu spät beantwortete SMS und Anrufe in Abwesenheit…).

11. Hast du ein Vorbild?

Öhmmm, hier lautet die schlichte Antwort: Nein.

Wer noch ein wenig mehr wissen möchte: ich habe die „about-me-Seite“ bereits ausgefüllt. Ist oben in der Leiste zwischen Startseite und Kleingedrucktes zu finden. Oder ihr fragt mich einfach so aus 🙂

Und hier kommt meine Auswahl an Bloggern, von denen ich noch mehr wissen möchte:

Hermines Chaos

Into the Woods

simply me

Blogosphere 42

Das Leben ist wild!

Layadings*…

kniffelig, sehr kniffelig…

Auf dem Gazellenpfad

Puya

1.Altenheimblogger

2.glasgefluester

Meine Fragen an Euch:

Warum bloggst Du?

Warst Du vor dem Bloggen ein fleißiger Tagebuchschreiber?

Was würdest Du tun, wenn es das Internet nicht mehr gäbe?

Was ist Deine schlimmste Marotte?

Hast Du Deinen Traumberuf?

Wohnst Du so, wie Du es Dir immer vorgestellt hast?

Wo würdest Du gerne den nächsten Urlaub verbringen?

Hast Du ein Leibgericht?

Ist Deine Familie traumhaft oder ein Albtraum?

Wenn Du ein Tier wärest, welches wäre das?

Und last, but not least (der Klassiker) Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich freue mich, wenn ich damit weder nerve noch Erinnerungen an Kettenbriefe wach rufe und warte gespannt, ob jemand mitmacht 🙂

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Wieder da!

3 Wochen Urlaub sind rum *whoooosch*

Erste Woche:

Am Montag endet mein Vertrag mit Telefongesellschaft P3 (Name liegt der Redaktion vor) und ich bin abgeschnitten vom Netz und allen, die generell nur auf Festnetznummern anrufen. Der Neuanschluss von Firma 0&0 (Name geändert) klappt natürlich nicht nahtlos. Keine Überraschung. Was soll’s; ich hocke auf Knien hinterm Haus und bringe Projekt Terrasse voran.

Dienstag klingelt das Handy (klar!) und Freundin S. teilt mir mit, das Ferienlager von Sohnemann konnte mich nicht erreichen (ach) und ich möge doch bitte zurückrufen. Er ist krank. Nach dem Rückruf schwinge ich mich hinters Steuer und düse zum Schwielowsee, hole ihn und fast 40° Fieber ab. Eigentlich liegt er schon seit Sonntag darnieder und war tags zuvor auch beim Arzt. Diagnose: Kind ist kerngesund, hat aber Fieber. Gut zu wissen, aber das hätte ich zur Not irgendwie selbst rausgefunden.

Dann gab es noch eine Beichte: Sohni hatte einen kleinen Ausflug in die Welt der Sachbeschädigung unternommen! Nach einigen Tagen Schlafentzug wegen einem kleineren Kollegen, der die Finger des nächstens nicht vom Handy lassen konnte, brannte bei Sohnemann eine Sicherung durch und in seiner Not holte er aus einem Erste-Hilfe-Koffer die Schere und zerschnitt das Ladekabel. Aha, DAS sind also die Folgen einer Erziehung mit logischen Konsequenzen… Nun stand ich da und musste trotz Verständnis seines Handels was pädagogisch Wertvolles liefern. Im Endeffekt haben Sohni und ich uns die Kosten für ein Ersatzladekabel geteilt und ich 8 € an die Eltern des Knaben überwiesen. Beim nächsten Mal soll er lieber das Verstecken vorziehen!

Freundin S. berichtet einen Tag später, ihr Mann würde jetzt auch zum Schwielowsee fahren. Ihr Sohnemann fühlte sich anscheinend monetär minderbemittelt und hat fröhlich die Geldbörsen der anderen Kids erleichtert. Wozu gab es da doch gleich Erzieher? Oder irgend einen, der die Aufsicht führt? Jedenfalls ist Ferienlager doch eher nichts für uns Schönwalder….

Projekt Terrasse scheint in Gefahr, aber Sohni erholte sich daheim erstaunlich schnell und war tags darauf schon wieder geheilt. Die Unterkonstruktion konnte also planmäßig erneuert werden und dann krieche ich noch einige Tage auf allen Vieren rum, verschraubte alle 67 Dielen mit rund 500 Schrauben, trage einen Holzentgrauer auf, entfernte diesen wieder, schleife alles per Hand auf babypopoglatt und pinsele anschießend alles mit Holzöl ein. Kein Fingernagel abgebrochen – Strike! 😉

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Am Samstag starten wir planmäßig gen Masuren- der Anreisebericht steht bereits.

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Zweite Woche:

Wetter ist spitzenmäßig. Wir kaufen Angelgedöns, leihen einen Canadier und paddeln und angeln. Paddeln und Stricken ist übrigens doch kompatibel, man muss nur das Paddel beiseite legen und dem Nachwuchs eine Angel in die Hand drücken. Anschließend hat man mindestens 3 Stunden Zeit zum Stricken. Ich habe 3 UFOs (Unfertige Objekte) fertig gestellt und noch ein neues Stück fast fertig gestellt. hier folgt noch der Bericht!

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Dienstag habe ich Geburtstag und stelle fest: ja, es gibt ein Leben nach dem 40.

Bis Freitag alles chic – dann kommt der Autounfall – auch hier habe ich schon berichtet.

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Die nächsten Tage bestreiten wir unseren Urlaub ohne fahrbaren Untersatz. Also wird weiter gepaddelt, geangelt, Spaziergänge unternommen. Wir gehen zum Pilze sammeln in den Wald und kehren mit einem Korb Blaubeeren zurück.

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Freunde holen uns ab, Sohnemann angelt am nächsten See und ich stricke. So kann man auch gut erholen. Zwischendrin statten wir meinem Auto auch noch einen Besuch ab, um sich mal blicken zu lassen, den Fortschritt in Augenschein zu nehmen und einfach mal zu horchen.

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Den Anblick hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht! Ich werde etwas rührselig und haue dort schnell wieder ab.

Dritte Woche:

Am Mittwoch soll das Auto am Donnerstag abends fertig werden. Donnerstag ist Freitag vormittags im Gespräch, Freitag Vormittag wird es Freitag Nachmittag, im Endeffekt wird es Freitagabend. Die Erholung bröckelt. Aber mein Mutterschiff ist repariert, man sieht ihm keine Macke an und es fährt einwandfrei. Nur in Rechtskurven fährt jetzt die Angst mit und ich schleiche um die Ecken.

Samstag fahren wir noch schnell unsere Einkäufe erledigen, die wir ohne Auto nicht hinbekommen haben und fahren recht spät gen Heimat. Dieses Mal nehmen wir die Route über Poznan, ist von der Stadt, in der wir los fahren einfach die kürzeste Strecke, beinhaltet jedoch 400 Kilometer Landstraße. Mit Dörfern und innerorts größtenteils 40 km/Std, Traktoren, Pferdefuhrwerken und polnischen Rambos an den Lenkrädern. Ich werde überholt, während ich selbst überhole – wohlgemerkt ist die Straße zweispurig. Ich werde von rechts überholt, ich werde gejagt, geschnitten, ausgebremst, mir fliegen Kippen und aus dem Seitenfenster geworfener Müll entgegen und fahre mit Pausen über 8 Stunden lang bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 58 km/Std gen Westen. Die Resterholung kippt in Stress. Sonntag früh kommen wir zu Hause an und ich bin zu aufgedreht, um gleich in den Schlaf zu finden.

Heute war ich schon wieder im Büro und bräuchte Urlaub 😉 Neenee, noch gehts!

Ich blogge übrigens jetzt mit Laptop und Handy als Hotspot – auch nicht gerade einfach, die Stellen neben dem Funkloch zu erwischen. Fragt nicht, wie lange das Hochladen dauert… Auch in den zwei Wochen Abwesenheit hat es 0&0 nicht geschafft, mir einen Anschluss herzustellen. Langsam müssen die sich ran halten; der versprochene Monat auf Probe ist bald rum, ohne dass ich probieren konnte.

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Moah…

Manches Mal ist alles doof.

Geburtstag war schon mal Asche.

Dass es ab und zu problematisch wird in der Kommunikation Mann/Frau war mir ja bekannt. Aber Mom/Icke ging bislang ganz gut bzw. war kalkulierbar. Aber dass es tatsächlich nix zum Geburtstag gab hat mich doch sehr betrübt.

Dialog im Vorfeld: was wünscht Du Dir? Ach, nüscht.

Diese Floskel wird nach Adam Riese, Genfer Konvention und Nato-Sicherheitsrat, Duden und Psyrembel stets mit „Weiß jetzt auch nix, Denk Dir selbst was aus“ übersetzt. Oder???

Jedenfalls gab es zum Geburtstag von meiner Mom einen feuchten Händedruck. Sohnemann hat mich wenigstens noch gedrückt und geküsst und bedripst gestanden, dass er das Geschenk für mich daheim liegen gelassen hat.

Es ging mir auch nicht um Mammon und fette Pakete. Eine Blume wäre nett gewesen. Oder eine Kerze, ein Glas Sekt, ein „zu dem Kaffee lade ich Dich ein“ oder ein in Plastik verpackter Fertigkuchen wäre eine nette Geste gewesen. Fehlanzeige.

Da hat man eine einzig kleine Familie und dann… Nix. Meinen 40. habe ich mir anders vorgestellt.

Zum Glück hat man Freunde!

Vielen Dank an die vielen Gratulanten, die sämtliche Kommunikationswege genutzt haben. Küsschen! Ihr habt mir den Tag gerettet.

Meine weltreisende Freundin hat mir aus der fernen USA sogar ein Päckchen geschickt. Klasse Shirt 🙂

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Danke Ulli!

Und heute hat es seit Tagen mal wieder geregnet. Vielleicht war es das viele Wasser auf der Fahrbahn, vielleicht der ganze Abrieb, der sich an trockenen Tagen ansammelt. Vielleicht war in der Kurve noch ein Ölfleck vom gestrigen Unfall. Ich weiß es nicht. In der Kurve tippe ich leicht auf die Bremse und das Auto gerät völlig außer Kontrolle, rutscht wie auf Glatteis, noch nicht mal das ABS und das ESP haben Zeit zu reagieren und wir Schleudern auf die Leitplanke rauf, zuerst denke ich, hoffentlich kippen wir nicht darüber hinweg. Im nächsten Augenblick kippt der Wagen zurück auf die Fahrbahn und da befürchte ich, vielleicht auf die linke Seite zu fallen und uns zu überschlagen. Aber das Auto rutscht nur mit mächtigem Getöse von der Leitplanke zurück auf den Boden und bleibt stehen.

Das Ganze passiert vielleicht innerhalb von 6 Sekunden. Wir sind komplett überrascht, dass keiner einen Mucks sagt oder schreit. Uns ist nichts passiert, alle gesund und unverletzt. Aber mein Auto!!! Vorne rechts alles Brei.

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Ich bin zu wenig Paparazzi um gleich den Fotoapparat zu zücken. Deshalb nur diese rekativ harmlose Aufnahme beim Wegfahren. Haben und vom Hotel abholen lassen.

Scheinwerfer hängt an einem Kabel, Nummernschild und Kühlergrill habe ich aus dem Chausseegraben gefischt, außerdem einige Teile, die gar nicht zu meinem Auto gehören. Praktischer Weise hat sich in der Kurve ein Autoschrauber angesiedelt. Der braucht noch nicht mal Reklame- die Kundschaft verreckt direkt vor der Hebebühne. Mein Mutterschiff ist da jetzt auch Patient. Einmal Abschleppen gespart. Es fährt auch noch, doch die Servolenkung hat es wohl zerlegt. Lenkrad bewegt sich nur noch sehr schwergängig. Rechter Kotflügel jetzt in zwei Teilen (eines davon im Kofferraum), Stoßstange zersplittert, der Wischwasserbehälter klebte an der Leitplanke.

Polente war etwas ungehalten, weil ich aus Sicherheitsgründen den Fahrzeugschein und Personalausweis im Hotel gelassen habe (ich schlaues Kind!). Und meine Versicherungskarte hatte ich gar nicht dabei. Zum Glück gibt es Handys und so konnte ich die Versicherungsnummer zumindest telefonisch in Erfahrung bringen.

Total blöd gelaufen die letzten Tage.

Aber ja: es gibt ein Leben nach dem 40. Geburtstag. Toll ist es aber bislang nicht.

Urlaub verlängert sich spontan bis zur Reparatur vom fahrbaren Untersatz. Dauert geschätzt eine Woche.

Somit fällt auch meine nachträgliche Geburtstagsparty aus, weil Gastgeberin nicht anwesend ist.

Alles blöd. Will auf’n Arm!

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784 km

So viele Kilometer sind wir heute mit dem Auto Richtung Osten gefahren. Die Hälfte davon auf Autobahnen, der Rest über Landstraßen und durch Ortschaften.

Anderes Land, andere Sitten. In Warschau ist der Kreisverkehr eckig. „Im Kreisel die 2. Ausfahrt nehmen“ bedeutet einfach geradeaus. Erste Ausfahrt demnach rechts abbiegen und erst ab der 3. Ausfahrt wird es spannend. Den ersten Kreisel, 2. Ausfahrt, habe ich gar nicht registriert. Ja, wo kommter denn der Kreisverkehr??

Außerdem sind Verkehrsregeln eher grobe Anhaltspunkte. Bis jetzt konnte ich anhand der anderen Verkehrsteilnehmer nicht ermitteln, welche Höchstgeschwindigkeiten eigentlich gelten. Und überholen geht immer. Spätestens wenn der erste Traktor vor einem herzuckelt, nimmt man durchgezogene Linien nicht mehr ganz so ernst.

Rückwärts an der Tankstelle oder Mautstation (=faktisch mitten auf der Autobahn) zurücksetzen, um an der Nebenspur 6 Sekunden schneller zu sein? Kein Ding! Dementsprechend kreativ fallen auch die Unfälle aus. Eindeutig Sieger in der Kategorie ausgefeilter Crash war heute ein Auto, dass 30 Meter von der Fahrbahn entfernt auf einer Böschung hing. Das gegnerische Gefährt wurde ca. 100 Meter weiter in Fahrtrichtung katapultiert. Da kann man nur hoffen, nicht selbst zur Carambolagekugel zu werden und beten, dass den Insassen nichts passiert ist.

Erheiterung per Navi: die Dame sprach die polnischen Straßennamen ganz konsequent deutsch aus. Wir haben Tränen gelacht! Aus Thaddeus (Tad-de-uhs) wurde Tad-deus und aus Olstyn (Oll-stiehn) ein Ohl-schtühn. Pruuust! Mehr! Applaus!!! Einmal falsch abgebogen wegen Lachkrampf.

Und die immens hohe Holzhausquote auf den letzten Kilometern. Meine Mom und ich riefen immer „Holzhaus!“ und zeigten verzückt auf das Kleinod. Bis Sohnemann protestierte, er wolle schlafen und wir sollten gefälligst nicht jede Hütte bejubeln. Fortan Fingerzeig und ein geflüstertes „Holzhaus“. Dazu Gegiggel, was irgendwie nicht so ganz leise ging.

Wir sind angekommen: Masuren!

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