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Lieber Lieblingskerl,

ich wünsche Dir ganz viel Spß beim Lesen und schicke Dir einen Kuss.

Deine Martina Carmen Luise

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(Sommer-)Urlaubsstrickereien

Beitrag schlummert als Entwurf schon seit dem 31.07.13 hier rum uuuund jetzt gibt es daheim auch das Internet! Yeahhh….. also jetzt erst veröffentlicht, da nun Fotos angehängt werden konnten. Seht es mir bitte nach, dass hier noch auf dem Rasen die Sonne brezelt und die Blätter noch da waren, wo sie hingehören: an den Ästen

Was im Urlaub doch alles so fertig gestrickt werden kann, wenn man Mangels Auto nicht des Öfteren die Hände am Lenkrad hat und auch viiieeeel Zeit hat, während das Angelkind dem Angelhobby frönt und man zu stundenlangem Stillsitzen im Angelboot verurteilt ist.

Zunächst habe ich das Angeltuch für Sohni fertiggestellt (natürlich in waidgerechten Tarnfarben!):

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Wolle aus dem Supermarkt, Anleitung irgendwo im Netz gefunden – Recherche hat ergeben, das ist ursprünglich von Sue Berg http://www.ravelry.com/patterns/library/v-welle

Testurteil Sohni: „Das kratzt!“ – Aha… schade!

Nach der Wäsche mit extra Fluffiweichzusatz dann aber Entwarnung: ist nicht so schlimm.

In weiser Voraussicht gab es noch weiteren Halsbehang für den zarten Nachwuchs aus superweicher Wolle von Wolle Rödel

Dieses Mal einfach so im Fischgrätmuster (der Brite sagt Herringbone) drauflos gestrickt.

Testurteil Sohni: „Das kratzt ja überhaupt nicht!“ – ja, das war so beabsichtigt! Er trug es an einem kühlen Sommerabend und hat es auch zur Nachruhe nicht abgelegt. Strike!!!

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Übrigens war unsere Herbergsmama ganz vom Muster ergriffen und holte sogleich ihr Buch „1300 Muster“ hervor – und siehe da, Fischgrätmuster hat die Nummer 1301 und war nicht enthalten. Skandal! Ich habe es ihr sogleich beigebracht 🙂

Anschließend wollte ich selbst was Warmes für kalte Sommernächte und habe meine wirrbunten Stinosocken fertig gestrickt.

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Und so konnte ich auch gleich was Lernen: nienich einen Sock stricken, ein Dutzend andere Projekte anfangen und dann den 2. Sock beenden. Mein sonst so festes Maschenbild wurde durch das Fischgrätmuster leider wesentlich lockerer. Aber was soll’s! Ich bin nicht der Freund von Ribbeln und rückwärts stricken, also habe ich jetzt ein erklärtes Bettmodell und außerdem sagte schon Friedenreich Hundertwasser, dass Kleidung nie symmetrisch sein sollte. Das ist langweilig. Er trug stets zwei verschiedene Socken. Ich halt nur im Bett, aber damit komme ich klar.

Testurteil icke: halten nachts die Füße warm. Und wenn das Licht aus ist, sehen sie sogar glech aus!

Und da ich anschließend noch weitere Male im Angelboot rumsaß, habe ich erneut den Winter Breeze von Drops gestrickt. Dieses Mal mit einem Novum: Anleitung eingehalten. Keine kreativen Alleingänge. Und plötzlich sah das Ergebnis auch der Vorlage verblüffend ähnlich. Tja, Strickmuster verstehen ist so eine Sache bei mir!

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Das Leben ist endlich

Sohnemann rief gerade an. Bei uns im Ort wurde heute ein Junge von einem Laster überrollt. Heute morgen auf dem Weg zur Schule. Er hatte auf seinem Rad eigentlich Vorfahrt.

Diese Information kam natürlich nicht so komprimiert bei mir an, sondern über viele umständliche Worte eines Neunjährigen, der sehr betroffen war. Anschließend folgte der Bericht meiner 77-jährigen Mutter, die als drittes Auto an der Unfallstelle war. Deutlich besser formuliert, wenngleich durch ihr Weinen auch nicht besser verständlich.

Man muss dazu wissen, dass durch eine Baustelle gerade sämtlicher Durchgangsverkehr durch das kleine Dorf rollt. Die Baustelle, die Ende des Jahres fertig sein soll. Die sich schon über 2 Jahre hinweg zieht und allen schon vielfältigste Umleitungen zugemutet hat, da dafür erst 3 Kreuzungen umgebaut werden mussten. Die nun hoffentlich bald fertig gestellt wird.

Jetzt gibt es nur noch zu hoffen, dass der Junge überlebt und nicht für immer im Rollstuhl endet.

Eine Klassenkameradin von Sohnemann war dabei und hörte alle Knochen brechen und den Jungen schreien. In der Klasse wurde das besprochen und ich denke, das die Lehrerin schon die richtigen Worte fand und alle entsprechend aufgefangen hat. Meiner wusste jedenfalls zu berichten, welches der sicherste Weg ist, den er immer nimmt nehmen sollte. Nämlich nicht über die beliebte, gefährliche Abkürzung, sondern hintenrum über die Ampel. Meine Mutter hat das anschließende Chaos vor Ort mitbekommen, sah den Sechstklässer auf der Straße liegen, Mütter, die halfen, die Rettungsdecke gnädiger Weise über den Körper ausbreiteten und den Verkehr notgedrungen regelten.

Jetzt sitze ich hier und stelle mir existentielle Fragen, kämpfe mit den Tränen und denke an die Eltern und natürlich das Kind selbst. Das Leben ist endlich. Hoffentlich macht jeder Mensch auf Erden das Beste für sich daraus.

Nachtrag:
Auf dem Weg zur Volkshochschule kam ich an einem weiteren Unfall vorbei. Auto gegen Motorroller. Zum Glück saß die Fahrerin auf der Straße, so war ich mir sicher, dass ihr nichts allzu schlimmer zugestoßen ist. Zumindest war nicht ausschließlich liegen möglich. Sofort unruhig geworden undfestgestellt, dass alleine im Auto unterwegs sein mich noch viel unruhiger macht.

In der Volkshochschule hatten die ersten den Beitrag in der Abendschau schon gesehen. Der Junge kam per Helikopter in eine Klinik. Ich selbst habe es nicht gesehen und weiß auch nicht so ganz, ob ich es auch unbedingt sehen möchte.

Auf dem Weg nach Hause kam ich an der Unfallstelle vorbei und fuhr wie in Trance. Irgendwie war ich auf alles gefasst: Blumen, Blut, Menschenmengen. Es war aber nichts zu sehen.

Sohnemann hat natürlich bei Oma den Beitrag im Fernsehen geschaut. Nun bekommt er das Bild vom Körperumriss auf der Straße nicht aus dem Kopf. Und das Bild von dem Jungen, wie er ihn das letzte Mal auf dem Schulweg gesehen hat. Mit ihm hat er sich öfters mal unterhalten. Jetzt kann er nicht einschlafen.

Heute ist offenbar Vollmond.

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Herbstferien

…sind schon wieder vorbei. Schade!

Da ich schon selbst rätseln muss, wie wir die Zeit verbracht haben, hier noch eine kurze Zusammenfassung:

In der ersten Woche wollte eigentlich die Oma mit Sohnemann verreisen. Soll heißen: Tochter, kümmer Dich! Tocher hat sich nicht gekümmert (nur kümmern und nicht mit fahren ist irgendwie nicht die Top-Motivation für mich…), also blieben die beiden zu Hause. Sohni hat sich oft mit Freunden verabredet und Oma mit zum Angeln geschleppt, daher keine Langeweile.

Am Freitag habe ich ja schon übernommen und zunächst stand Angelgedönsshopping auf dem Plan. Unter sachkundiger Beratung seines Angelpaten. Also, so nenne ich ihn mal, den jungen Mann, der sich irgendwie auf die Fahnen geschrieben hat, aus Sohni einen passablen Angler zu machen. Gold wert der Mann! Hat sich die letzten Male rührend um ihn gekümmert, ihm geholfen, auch mal ein paar Haken oder eine Pose spendiert und ihm für kleines Geld seine ausgediente Plattform, eine Kiepe und eine richtig tolle Stippe verkauft. Für die restlichen fehlenden Sachen bot er uns an, uns mal in einen Angelladen zu begleiten. Und das war auch gut so! Also ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass es so viele laufende Meter Angelschnüre und Haken in den Regalen gibt. Wäre total überfordert gewesen und hätte doch nur wieder zu den hübschesten, grünsten Verpackungen gegriffen. Für den restlichen Abend sagte Sohni wiederholt „das ist echt toll, wie sich M. für mich einsetzt. Der ist echt Gold wert!“. Recht hat er.

Am Samstag haben wir uns den Ziegeleipark Mildenberg angeschaut. Die ehemals größte Ziegelei Europas. Spannend, aber das Wetter… Naja, in der Schmiede hat es uns am besten gefallen. Offenes Feuer ist schon was tolles, gerade wenn man friert und es draußen regnet. Sohni hat sich ein eigenes Messer geschmiedet (typisch Junge!). Danach waren wir noch Essen im Alten Hafen. Sehr lecker! Im Sommer kann man dort auch eine Badestelle nutzen und der Spielplatz war grandios – sooo große Schaukeln. Hat auch mir viel Spaß gemacht. Im nächsten Sommer haben wir den Park erneut auf dem Programm. Mit Badesachen und Picknickkorb.

Sonntag haben wir irgendwie vertrödelt – keine Ahnung, wie der Tag so war, außer entspannt.

Am Montag sind wir recht umständlich zum Wildpark Schorfheide gefahren. Umständlich, weil wir unterwegs ein kleines Hüngerchen verspürten und nach Sichtung eines Hinweisschildes mit dem goldenen M spontan der Entschluss fiel, doch dort ein typisch amerikanisches Mahl zu verzehren. Leider fehlte dem Hinweisschild genauen Angaben zur Entfernung und so sind wir geschlagene 18 Kilometer genau in die Gegenrichtung vom Ziel unserer Reise gen Bernau gefahren. Das goldene M haben wir trotzdem nicht gefunden und so gab es noch spontaner ein in Fladenbrot gestecktes anatolisches Gericht am Bahnhof. Immerhin mit Sitzmöglichkeit!

Im Wildpark waren wir dann doch irgendwie recht spät… aber die Zeit reichte allemal aus, um das riesige Areal fußläufig zu durchqueren und heimische Tiere zu beobachten. Wölfe gibt es da und Fischotter und viele Pferde und Wollschweine, streichelzahme Ziegen. Bisschen mehr Sonne wäre nett gewesen, aber nach unserem verfrorenen Trip nach Mildenberg stimmte zumindest die Klamotte.

Danach kamen wir auf die Idee, doch noch Templin einen Besuch abzustatten. Dort werden zwar ab 18:00 die Bürgersteige hochgeklappt, aber immerhin gab es ein leckeres Abendbrot für uns.

Dienstag mussten wir erstmal zum französischen Autohaus unseres Vertrauens. Meine Mom ist einem Parkrempler in die Quere gekommen. Mit Fahrerflucht. Aufmerksame Passanten haben sich allerdings das Kennzeichen notiert und ihr einen Zettel mit Namen und Telefonnummern an die Scheibe geklemmt. Es gibt sie noch, die netten und mitdenkenden Mitbürger! Herzlichen Dank dafür.

Jedenfalls ist versicherungstechnisch und auch für die Anzeige wegen Fahrerflucht ein Kostenvoranschlag von Nöten und so haben wir ein wenig Zeit im Autohaus verdaddelt. Nicht ohne die Neuwagen zu inspizieren. Leute, ich bin schockverliebt in einen kleinen SUV! Hätte ich ja nicht gedacht, aber der gefällt mir richtig gut. Demnächst mache ich mal eine Probefahrt – ganz unverbindlich, weil das Budget nicht unbedingt einen Neuwagen hergibt, aber fahren möchte ich mit dem Schnuckelchen schon ganz gerne. Der kleine Parkrempler kostet übrigens schlappe 1600 EUR.

Am Mittwoch sind Sohni und ich ins Technikmuseum gegangen. Also vorher erstmal schnell in die Waschanlage – vorher fiel mir allerdings noch ein, eine Kleinigkeit bei ATU zu kaufen. Und nach dem Waschen brauchte ich noch was von Obi. Da es mittlerweile schon Mittag war, sind wir noch rasch bei Subway rein, dann musste ich noch mal kurz im Supermarkt Zigaretten kaufen und anschließend waren wir auf der Suche nach einem WC nochmal bei Obi drin. Tja, Technikmuseum haben wir nach diesen Spontanbesuchen nicht mehr vollständig durchlaufen können, aber nach fast 4 Stunden ist die Performance eh verbraucht. Dort werden wir also nochmal hin gehen und uns die fehlenden Ausstelllungen gezielt angucken. Reicht für einen weiteren Nachmittag.

Am Donnerstag waren wir früh am Kanal angeln. Kalt, nieselig, kein Biss, nicht lustig. Ich brauchte den ganzen Nachmittag, um mich aufzuwärmen und den fehlenden Nachtschlaf aufzuholen. Abends waren wir noch im Spaßbad. Das einzige Mal, dass ich in diesem Schwimmbad eine Liege ergattern konnte- wir waren so angenehm spät dran, dass es da tatsächlich verhältnismäßig leer war. So mache ich das jetzt immer. Nichts gegen Kinder im Schwimmbad, aber ich war richtig froh, dass die kleinen Krabben immer zeitig ins Bett müssen.

Freitag Nummer zwo haben wir mit meiner Freundin nebst Tochter den Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin besucht. Erneut heimische Tiere in einer schönen kleinen Anlage. Wir sind extra früh los gefahren, um die ersten Tierfütterungen zu beobachten, um vor Ort festzustellen, dass dort Freitag Fastentag ist. Hört, hört! Tiere haben einen Fastentag. Sollte ich auch mal machen. Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und abends mit Freunden gegrillt. Schöner wäre es nur gewesen, wenn man hätte draußen sitzen können oder es nicht geregnet hätte. Ging aber auch so.

Diesen Samstag und Sonntag haben ich daheim zum Nähwochenende erkoren. Keine Ausflüge mehr – außerdem musste sich der Sohnemann noch etwas auf die Schule vorbereiten. Insgesamt in der guten Woche 2 Strickprojekte beendet und 3 Sachen genäht. Ich sollte mich wirklich mal um den vermaledeiten internetanschluss kümmern, damit ich hier vernünftig Fotos reinbasteln kann. DAFÜR war im Urlaub jedenfalls keine Zeit. Vielleicht auch keine Lust – die Übergänge sind da fließend.

So ein Urlaub mit ohne wegfahren ist eigentlich auch ganz schön. Und das abendliche nach Hause kommen und im eigenen Bett schlafen ist wirklich nicht zu überbieten. Nur unseren spontanen Ideen sollte ich fürs nächste Mal überdenken.

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Pimp my Tischdecke

Eine Woche Urlaub ist so schnell vergangen! Der ausführliche Bericht dazu folgt noch.

Für zwischendurch habe ich mich gestern mal an die Nähmaschine gesetzt und Jahrhundertprojekt „Tischdecke“ in die Tat umgesetzt. Eines dieser „wollte ich doch längst schon mal“-Projekte, die seit Jahren schlummern. Nun ja, geht ja auch ohne oder mit einem ungebügelten Laken 😉

Jetzt war es jedenfalls fällig. Nur einmal kurz unterbrochen, weil ich sämtliches weißes Garn verbraucht hatte und Nachschub kaufen musste. Man sollte dazu wissen: der Tisch misst 3,5×1 Meter und bei einer Patchworkkante geht da einiges weg!

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Zugegeben, so ohne Geschirr und Gedöns recht öde, aber man möchte den Tischstars ja auch Raum zum Wirken geben. Dafür ist jetzt auch die Kante der Hingucker:

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Der Patchworkstoff ist von Tilda, der zartgrüne Baumwollstoff wurde vor so langer Zeit gekauft, dass ich nur die vage Vermutung habe, er könnte mal vom schwedischen Hoflieferanten gewesen sein. Ich weiß es aber wirklich nicht mehr genau.

Das Projekt hat mich gut davon abgelenkt, dass der wilde Kerl, den ich so spannend finde, keine Zeit für mich hat und ich wahlweise trauere oder etwas kaputt machen möchte. Nähen statt Holz hacken!

Die Katerbande dachte sich derweil: was ist denn mit der los?!

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Dekadenter Feiertag

Hallo zusammen!

Gestern war Tag der Deutschen Einheit. Über die Bezeichnung kann man vorzüglich steiten, denn an Einheit fehlt es an allen Ecken. Ich sage gerne Ost-West-Zusammenlegung, aber egal, wie man den Feiertag auch nennt – ich hatte dadurch einen freien Tag und das alleine finde ich schon mal Spitze. Ist ja nicht gerade so, dass Berlin und Brandenburg sich vor lauter Feiertagen überschlagen.

Geweckt wurde ich so gegen 8:00 Uhr vom Sohnemann, der die Katerbande mit viel Tumult fütterte. Der nahm aber an, ich wäre schon im Büro und hat sich ziemlich erschrocken, als ich die Treppe runterschlürfte. Eh wir dann so gefrühstückt hatten… und uns aufrappelten, die Frühstückstafel aufzuheben… Der ganze Tag war ziemlich vertrödelt.

Eigentlich wollten wir eine Radtour machen, aber das war so dermaßen windig, dass wir uns überhaupt nicht aufraffen konnten, uns auf die Fahrräder zu schwingen. Also hingen wir lustlos rum, bis Sohnemann ganz ungeduldig wurde. „So geht das doch nicht. Wir müssen doch irgendwas unternehmen! Wir können doch mit dem Auto irgendwo hin fahren.“ Gähn. Ja, können wir. Wohin denn? Ehe uns irgendwann irgendwas einviel, war es auch schon Mittagszeit und ich hab erstmal ein schönes Süppchen gekocht. Mit Eierstich und Backerbsen, all inclusive.

Gegen 16:00 Uhr haben wir uns dann ins Auto gesetzt, mittlerweile war noch ein Klassenkamerad vom Sohnemann zu uns gestoßen und haben uns ins benachbarte Dorf aufgemacht, auf der Suche nach dem alten ehemaligen Militärflughafen. Hab ich mal von gehört, da gäbe es sowas. Ist doch voll so ein Jungsding und so ein wenig neugierig war ich auch. Der Klassenkamerad war auch schon mal dort, also haben wir uns mit einer vagen Vorstellung auf den Weg gemacht.

Das Industriegebiet vom Erlenbruch ist an Verwahrlosung nicht zu überbieten. Etwas Angst hatte ich schon, dort mein treues Mutterschiff zu parken. Anschließend haben wir uns zu Fuß auf eine recht gruselige Tour durch ein total vergessenes Gelände gemacht. Echt erstaunlich, dass man sich zwischen all den riesen Gebäuden, Hangarn und Schuppen frei bewegen kann. Nicht ganz ungefährlich meiner Meinung nach, da der Wind auch richtig pfiff und man acht geben musste, nicht von losen Dachziegeln und herabfallenden Dachlatten erschlagen zu werden. Meiner Meinung müsste man das ganze Areal einzäumen oder besser noch gleich wie Tschernobyl unter einer riesigen Betonhaube hermetisch abriegeln.

Sohnemann fürchtete öfters, dass wir irgendwelche Obdachlosen aufscheuchen oder Leichen finden… und hat sich auch nur einmal getraut, einen Blick in eine verfallende Fabrikhalle zu werfen. Danach nie wieder! Sein Kumpel war etwas mutiger und folgte mir auch bis zum letzten Hanger. Dort pfiff der Wind durch die skelettierte Dachkonsturktion ein mörderisches Solo, so dass sich auch mir die Nackenhaare kräuselten.

Zur Krönung des dekadenten Ausflugen haben wir der Paintballarena bei der Gelegenheit auch noch einen Besuch abgestattet (jetzt war eh egal…) und erwachsenen Leuten ein wenig dabei zu gesehen, wie sie sich zwischen Gerümpel und Autowracks mit Farbkugeln beballern. Mir entzieht sich der Charme eines solchen Unterfanges zwar nachhaltig, aber eine Farbkugel musste ich dann testhalber doch zertreten. Dabei habe ich die Kids leider einmal komplett einem orangenen Sprenkelregen ausgesetzt, zum Glück konnte man die Gesichter, die leicht nach Farbbombenanschlag aussahen, leicht reinigen.

Insgesamt ein recht merkwürdiger Tag und so gar nicht feierlich. Na, immerhin verdanke ich der Grenzöffnung mein Dasein als Wahl-Ossi!

Wie habt Ihr den Nationalfeiertag verbracht? Würdevoller?

Und hier noch Fotos von der Gruseltour:

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