Rufmord durch Shabby-Chic

Was habe ich mich gestern oder vorgestern doch amüsiert… Im Fernsehen lief die Woche, Luke und er selbst (oder so ähnlich…) und in der Folge hatte sich ein verzweifelter Mann ans Fernsehen gewandt, weil seine holde Angetraute ihn mit ihrem Zuhause-Verschönerungs-Wahn wahnsinng machte und er dringend Hilfe in Form eines gewaltigen Pranks (so sagt man wohl neudeutsch) brauchte.

Alles wurde bei ihm zu Hause von ihr in Shabby-Chic-Weiß getüncht, überall Deko, Steh-rum-chen und Staub-ein-chen, 98% davon engellastig, selbst der Köter hatte ein weißes Körbchen und guckte sehr verzweifelt in die Kamera… das weiße Fell stufe ich jetzt mal als Zufall ein.

Also wurde ihr ein Fernsehteam ins traute Heim geschickt und ihr verklickert, eine Morgensendung würde sich für ihren weißen Albtraum interessieren. Es gab einen Produktionsleiter, der „den Ramsch“ in Augenschein nahm, hier und dort umräumte („weniger ist mehr!“), eine (gefakte) Live-Schaltung und im weiteren Verlauf der Sendung an der Tür klingelnde Gesetzeshüter, um die gebraucht gekauften und gepimten Möbel einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Angeblich gäbe es Drogenschmuggler, die gerne Möbel als Versteck nutzten. Selbstverständlich fanden die Beamten Tütchen mit dubiosen Kräutern, weißem Zeux und Kristallen (wie sehr man sich täuschen kann, wenn Kochzutaten wie Kräutern der Provence und Backpulver außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes präsentiert werden!).

Die Dekoqueen war ganz erschüttert, was wohl ihre Mutter und die Nachbarn dazu sagen würden („ich muss umziehen!!!“) – der Moderator gab jedoch zu bedenken, dass nicht nur die Nachbarn, sondern ganz Deutschland was von ihrer Drogenkarriere wüsste! Sie beteuerte, damit NIX zu tun zu haben und die Möbel hätte ihr Mann ersteigert und überhaupt. Als die Gesetzeshüter final die Handschellen klicken ließen, kullerten dicke Tränchen… und sie wurde aus der Situation erlöst, in dem die Cops angaben, ihr Mann hätte ihnen den Tipp gegeben. Dieser kam aufs Stichwort grinsend an den Ort des Geschehens und wurde sowohl geküsst als auch beschimpft.

Anschließend musste sie versprechen, nichts mehr zu kaufen…

Noch mit Lachtränchen in den Augen fragte mich Lieblingskerl, ob wir nicht die Shabby-Chic-Frau engagieren könnten, um das Klavier weiß zu streichen… Das ist nämlich kirschbaumfarben und passt zu nichts. Vor 35 Jahren im elterlichen Wohnzimmer war das natürlich der letzte Schrei, aber jetzt halt nicht mehr. Außerdem steht es neben einem Regel, dass ich bereits mal weiß gestrichen habe. Das ganze stellten wir an dem Tag fest, an dem ich 4 kleine Holzkonsolen mit weißem Wachs ver-shabby-chic-t hatte und auch gleich noch die neuen Fußleisten weiß strich…

Hülfe!!!! Bin ich einem gefährlichen Trend erlegen?

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11 Gedanken zu “Rufmord durch Shabby-Chic

    • Mir ist der Begriff mal über den Weg gerannt in Bezug auf künstlich gealterte Möbelstücke. Shabby-chic ist wörtlich genommen schäbig-elegant, also leicht abgewetzt und mit Gebrauchsspuren. Quasi Landhausstil, aber jener des mittellosen Adels.
      Die kreative Hausfrau hat das mit „alles mit weißer Kalkfarbe übertünchen“ für sich übersetzt. So erhielt ihr Gelsenkirchener Barock ein 2. Leben. 🙂

  1. *Hüstel* Gelsenkirchener Barock…Verstehe….mal umschauen, ob ich als Ruhrpott-Bewohnerin auch den Barock hier rum stehen habe. 😉

    Nö——habe ich nicht. Glück gehabt. 😉
    Danke für die Erklärung.

  2. Würde ich auch selbst machen. Leicht anrauhen und dann die Farbe mit nem Schwamm auftragen. Hat den gleichen Effekt…. ;D Ich finds auch schöner als glatt gelackt und pur weiß. Aber nicht in jedem Raum, insofern brauche ich da keine Angst vor einem gefährlichen Trend zu haben. *lach*

    • Es ist schon Überwindung dabei, wenn man ein antikes Möbelstück mit dem Farbeimer zu Leibe rückt! Rückgängig lässt es sich nicht ohne weiteres machen… Aber wenn das Möbelstück ansonsten ein Mauerblümchen-Dasein im Keller fristet oder zu nüscht passt… dann mal los! Ich wünsche Dir die nötige Überzeugungskraft und dann viel Erfolg!

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