Gelb

Düsseldorfer lesen offenbar nicht auf meiner Seite mit, daher musste ich tatsächlich selbst bei Google nachschlagen:

gelb

Die gelbe Phase der Fußgängerampeln ist sowas wie ein Pilotprojekt ohne Verfallsdatum. Ziel war es, den Fußgänger möglichst feinfühlig auf das plötzliche, unerwartete, ja mitunter schroffe Rotlicht vorzubereiten. Das sanfte Gelb ist eine Verlängerung der Gehzeit, so dass keiner hetzen muss. Soweit so gut. Es hat nur noch keiner bemerkt, dass so ein Pilot von Natur aus auf eine kurze Dauer ausgelegt ist. Der Modellversuch stammt aus dem Jahr 1953 und läuft ungeniert weiter, auch wenn es die Gelbphase laut Straßenverkehrsordnung überhaupt nicht gibt. Jedenfalls würde ein Rückbau dieser Lichtanlagen Geld kosten – also lässt man es doch lieber so, wie es ist.

Es ist also eine Mischung aus Beamten-Dreisatz, Alleinstellungsmerkmal und Gewohnheit mit einer Prise Ironie.

Da sich vielleicht nicht jeder Passant aus dem Zusammenhang gerissen die Benutzung eines dreifarbigen, lichtsignalgeregelten Fußgängerüberweges selbst erklären kann, gibt es eine gut verständliche, mehrseitige Bedienungsanleitung. Sehr empfehlenswerte Lektüre! Und nein: das ist keine Verarsche, sondern total ernst gemeint.

Danke, liebe Stadt Düsseldorf, für diesen lustigen Bildungsbeitrag!

Leider lässt sich aus so einem gelben Balken nicht so ein profitbringender Hype herausschlagen wie das ganze Gedöns rund um das Berliner Ampelmännchen.

 

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12 Gedanken zu “Gelb

  1. Blinken die klassischen Ampelmännchen nicht auch, bevor sie auf rot umschalten? Da sieht man mal wieder, selbst der Berliner ist erfinderischer als der Düsseldorfer. Ich hab’s ja schon immer gewusst.

  2. Der Berliner Flughafen kostet den Steuerzahler jeden Tag eine Million Euro. Da lässt man ja auch alles so weiterlaufen, ohne sich auf einen Termin festzulegen. Man gewöhnt sich eben an alles ✈️🛩🛬🛫

  3. MCL Du hast meinen Tag gerettet! Ich habe lange nicht mehr so herzlich gelacht. „beampelte Fußgänger-Überwege“ Kreisch, gacker, prust. Geschrieben wurde das Merkblatt vermutlich von einem Bindestrich-Fetischisten.

  4. Großartig. Sachen gibt’s… So sind sie, die Rheinländer, immer mit einer Portion Humor bestückt… Am besten gefiel mir die Beschreibung auf Seite 2 der Broschüre, dass man längst bei Gelb noch nicht Rot sehen muss, dass es dann aber höchste Zeit wird, den Überweg zu räumen.
    Danke fürs Schließen dieser Bildungslücke, wenn eine Frage dazu bei „Wer weiß denn sowas“ oder „Wer wird Millionär“ kommt, bin ich gewappnet.
    Grüßchen ♥ Anni

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