Sehr geehrter Herr Papa,

seit guten zwei Jahren…. tja. Schon geht’s los. Wie drücke ich es aus? Du selbst nanntest es, wenn der Jenige in Deinen Augen ein guter Menschen war, „an Gottes rechter Seite sitzen“. Nun war es ja leider so, dass Du selbst weit entfernt von Attributen wie gut oder christlich warst, insofern kommt „in der Hölle schmoren“ irgendwie auch nicht in Betracht. Wie immer eine Extrawurst für Dich?

Vor gut zwei Jahren hat Dich eine höhere Macht aus dem Verkehr gezogen und schlimmeres verhindert. Und das stammt noch nicht mal von mir, sondern von einem Deiner beiden Söhne. Einer der vier Söhne, die nicht bereits als Kind verstorben sind, weil sie unter dem Kopfkissen ersticken oder beim Baden ertrinken mussten. Du hattest mir mal den wahren Grund ihres Sterbens ins Gesicht geschrieen, um mich nachhaltig einzuschüchtern und meine Angst vor Dir zu schüren, es mir aber im Nachhinein verboten, darüber zu reden und mir gedroht.

Es war wirklich ein befremdlicher Moment, als ich erfuhr, dass Du gestorben bist. Vielleicht sagt Dir „Facebook“ etwas, vielleicht auch nicht. Jedenfalls wurde mit die Nachricht Deines Ablebens über Facebook mitgeteilt. Von einem meiner Halbbrüder. Nicht der, bei dem ich über Facebook erfuhr, dass er geheiratet hat; der andere.

Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, dass ich Dich mal als alten Mann pflegen werde. In meiner kindlichen Vorstellung habe ich mich darauf gefreut, Dich später einmal genau so zu demütigen, zu schlagen und zu beleidigen, wie Du es mit mir gemacht hast. Mit Deinem Tod traf mich die Gewissheit, meinen heimlichen Traum nie erleben zu können. Das war irgendwie enttäuschend.

Andererseits hatte ich lange Zeit gehofft, Du würdest einfach tod umfallen und mein Leben würde dadurch endlich normal werden. Keine zerstochenen Reifen mehr an meinem Auto. Die ersten Male war ich noch voller Wut, wenn wieder ein Reifen platt war. Und auch ein kleines bisschen amüsiert darüber, dass mein alter Herr stets darauf achtete, seitlich in den Reifen zu stechen, damit kein Flicken der Reifen möglich war. Die Holzschraube, die Du stecken ließt, damit der Schaden nicht sofort bemerkt wird, hat mich allerdings sehr erschrocken. Was wäre da nur passiert, wenn mir die auf der Autobahn bei hoher Geschwindigkeit rausgeflogen wäre? Mit Deinem Enkel an Bord? Als Du dann anfingst, mir immer gleich 2 Reifen auf einmal zu zerstören, damit ich nicht mehr nur einfach das Reserverad montieren konnte, war ich wirklich stinkwütend auf Dich!!

Auch der Auftritt an der Kindertagesstätte, bei der Du mir aufgelauert hattest, weil ich dort auf jeden Fall erscheinen musste, als Du mir und meinen Sohn drohtest, uns zu töten,  gehörte zu einen der miesen Höhepunkte unserer Vater-Tochter-Beziehung. Ob Dein Enkel an Deiner Darbietung Schaden nimmt, war Dir egal. Auch, dass ich alles mit dem Handy filmte.

Die einstweilige Verfügung, uns nicht mehr anzurufen, zu schreiben oder uns zu nähern, hast Du vermutlich sofort verbrannt und ignoriert. Das tatest Du ja bereits bei der ähnlichen gerichtlich Verfügung, nachdem Du meine Mutter fast erwürgt und aus dem Haus gejagt hast. Aber das ist eine andere Geschichte, wie Du Deine einstige Ehefrau über 36 Jahre lang als Deine Leibeigene behandelt hast. Ich weiß, dass ich 6 Jahre alt war, als ich das erste Mal alleine in den Supermarkt zum Einkaufen ging, weil die Sonnenbrille meiner Mutter das Veilchen am Auge nicht gänzlich bedeckte.

Die Erleichterung, von Deinem Tod zu erfahren, blieb leider aus. Ich war sehr irritiert, dass ich mich darüber nicht ähnlich freuen konnte wie über einen Sechser im Lotto. Trauer empfand ich auch nicht- eigentlich fühlte ich gar nichts. Nur eine gewisse Abneigung gegenüber Facebook und „moderner Kommunikation“. Dem Tod steht meiner Meinung nach immer noch Büttenpapier und ein schwarzer Streifen am Besten!

Ich musste mich irgenwann einmal von der Vorstellung trennen, dass Du mein Vater bist. Damit kam ich gar nicht klar und versuchte fortan, Dich „das Monster, der mal mein Vater war“ zu nennen. So ähnlich wie „the artist formerly known as Prince“, aber vermutlich kanntest Du Prince gar nicht. Vielleicht begegnet ihr euch jetzt… woimmer das auch ist. Für Dich gab es nur Johnny Cash und Roger Whittaker. Mir wird immer noch schlecht, wenn ich ihn pfeifen höre.

Es fällt mir sehr schwer, stets diese „Monster, der mal Vater war“-Redewendung flüssig über die Lippen zu bringen. Aber Vater warst Du eigentlich auch nie, denn Väter nehmen ihre Kinde auch mal in den Arm, was Du nie tatest. Du hast immer alles in Geld gemessen. War ich eine gute Tochter, dann floss überreichlich Taschengeld. Bei Fehlverhalten drehtest Du den Geldhahn zu. Die so genannte „Aussteuerversicherung“, die Du für mich abgeschlossen hattest, sollte Deiner Meinung nach erst an mich ausbezahlt werden, wenn ich vor Dir auf eine Waage stehe und dort nicht mehr als 65 Kilo angezeigt werden. Nur zu gerne hätte ich Dir diese 15.000,00 DM, um die es sich drehte, in den Hals gesteckt. Aber das Geld habe ich nie gesehen. Die 65 Kilos im übrigen auch nicht…

Bei jeder Kleinigkeit hast Du gedroht, mich zu enterben. Viel Gelegenheit habe ich Dir nicht geboten, ich war ein überaus angepasstes Kind, also hörte ich bei Lapalien die „sonst-enterbe-ich Dich“-Litanei. Dir gefielen meine langen Haare nie. Schminkte ich mich, nanntest Du mein Aussehen nuttenhaft. Lackierte Fingernägel hast Du mir beim ersten Mal „ausgeprügelt“ und mir „Umgang“ mit einigen meiner Freunde verboten. Als ich Dich beim Aufbau meines Kleiderschrankes daran erinnert habe, dass Du eine Schraube vergessen hattest, hast Du mir die Bohrmaschine auf die Brust gesetzt, mich angeschrieen und abgedrückt. Der Bit bohrte sich in meine Haut, Du hast sofort „Enterben!“ gebrüllt und mich mit dem halb aufgebauten Schrank stehen gelassen. Nicht, ohne Deine Leiter mitzunehmen, die statt einer Treppe in das Obergeschoss meines neuen Hauses führte. Den einzigen Weg in mein Bett hast Du mir damit genommen. Mit Wonne und Schmackes hast Du die Leiter aus meinem Haus gerissen. Eine abgeplatze Stelle an einer Fliese erinnert mich immer daran, wenn ich sie entdecke. Damals war ich schwanger, hatte Dir erst kurz vorher gebeichtet, dass mich der Erzeuger meines Sohnes hat sitzen gelassen und stand in einem Haus, das zwar einen gefließten Boden hatte, aber kein fließend Wasser, kein Klo – und fortann auch kein erreichbares Bett. An diesem Abend habe ich weinend bei den Großeltern meines ungeborenen Kindes geklingelt und darum gebeten, bei ihnen übernachten zu dürfen, weil ich nicht wusste, wo ich schlafen sollte.

Diese Fliese im Flur werde ich niemals austauschen.

Du hast Dir immer alle Träume erfüllt. Sang Roland Kaiser was von Hawaii, dann bist Du dort hin geflogen. Zum 50. Geburtstag hast Du Dir selbst einen Mercedes geschenkt, weil Du den einfach umwerfend fandest. Bist mit dem VW-Transporter 3 Monate durch Europa gereist, weil Du den Leuten spannende Stories Deiner Reisen erzählen wolltest. Bist in Paraguay schwimmen gewesen, obwohl es Piranhas im Fluss gab. Weil Du der König warst und Dir keiner was konnte. So einen blöden Fisch hättest Du doch mit zwei Fingern zerquetscht! Als letzten großen Traum hast Du mich enterbt. Weil Du das schon immer mal machen wolltest.

Ich hoffe, das hat Dir einen richtig schönen Abend nach Deinem Gusto beschert, als Du Dein Testament verfasst hast. Es war ja nicht das erste, denn auch Deine beiden Söhne wurden regelmäßig enterbt und so waren stets Anpassungen erforderlich. Die letzte Version war die, in dem Du über zwei Seiten dargelegt hast, was für ein widerwärtiger Mensch ich bin. Dass der Erzeuger meines Sohnes – der Vater Deines Enkelsohnes!- völlig recht dabei hatte, mich in der Schwangerschaft verfettetes Weibstück zu verlassen. Dass ich lügen würde, nie eine gute Tochter war und nicht würdig, Dein Erbe anzutreten. Zumindest war das die letzte Version, die Deine Söhne bei Dir fanden.

Zu Deiner Beruhigung: es hat mich wirklich tief verletzt, Deinen blanken Hass gegen mich aus Deinem letzten Willen herauszulesen. Und es hat mich mit Scham erfüllt, dass Deine gehässigen Worte bei der Testamentseröffnung laut in einem Gerichtssaal verlesen werden mussten. Und noch zu ein paar weiteren Gelegenheiten; dazu gleich mehr. Ich selbst konnte diese Flut von Anschuldigungen nur ein einziges Mal lesen; für weitere Male fehlten mir die selbstzerstörerischen Tendenzen.

Wirklich bleich wurde ich, als ich erfuhr, dass sich unter Deinen letzten Habseligkeiten eine Handfeuerwaffe mit Munition befand. Deinen Wunsch, Deine einzige Tochter zu töten, hat sich glücklicher Weise nicht erfüllt.

Was Du allerdings auch wissen solltest:

Deine beiden Söhne, die für Dich unter anderem die Vermögensfürsorge im Rahmen der Betreuung übernahmen, haben Deine Konten leergeräumt, keine einzige Rechnung mehr bezahlt und Deine Autos unter Wert verhökert. In meinem Elternhaus fand ein letzter, armseliger Flohmarkt statt und alles brauchbare haben fremde Menschen für’n Appel und ein Ei jetzt bei sich zu Hause. Anschließend ließ sich Dein jüngerer Sohn wieder gemächlich in das Netz der Privatinsolvenz fallen und hat auf sein Erbe verzichtet. Fein raus! Der andere hat die Rechnungen im Laufe der Zeit auf ungefähr das doppelte anwachsen lassen und dann versucht, den Gläubigern meine Mutter zum Fraß vorzuwerfen. Was übrigens nicht funktionierte.

Ich habe mich da rausgehalten – schließlich wurde ich enterbt.

Übrigens gibt es einen Pflichtteil. Vielleicht wusstest Du das nicht – vielleicht dachtest Du, er würde sowieso nichts übrig bleiben. Aber auf meinen Pflichtteilsanspruch habe ich nicht verzichtet. Auch wenn dafür Dein Testament noch von viel mehr Leuten gelesen werden musste. Das habe ich irgendwie ausgehalten. Meine Ersparnisse habe ich in genau die Anwältin investiert, die schon Mama bei ihrer Scheidung von Dir vertat. Du müsstest Dich noch an Sie erinnern – Du bist ihr bei den wenigen Malen bei Gericht begegnet, an denen Du dort erschienst. Das war ja nicht oft, weil Du stets die Termine ignoriert hast, aber Du konntest Sie nicht leiden. Ich finde sie großartig.

Meinen Pflichtteil habe ich mir vor dem Landgericht Berlin erstritten. Von Deinem Erbe war zu diesem Zeitpunkt nur noch eine halbe Eigentumswohnung übrig -der Rest war unter die Räder gekommen und veruntreut worden. Ich musste mir Geld borgen, um den einzigen Erben auszuzahlen. Aber: die Eigentumswohnung gehört jetzt Mama und mir gemeinsam. Ich hoffe, Du drehst Dich jetzt im Grabe um.

Das wollte ich Dir noch erzählen.

Verzeihen gehört nicht dazu.

Töchter sind auch nur Menschen und wenn ich jetzt ein kleines bisschen Triumpf empfinde, dann bin ich noch zu Gefühlen fähig.

 

 

 

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35 Gedanken zu “Sehr geehrter Herr Papa,

  1. Mir kommen die Tränen und ich habe Gänsehaut. Wie furchtbar! Ein liebender Vater ist so wichtig. Es tut mir leid, dass du das nicht erleben durftest. 😢 Fühl dich mal bitte ganz doll gedrückt!!! Und ich bin froh, dass ich so einen tollen Menschen wie dich kennenlernen durfte. Hut ab, was aus dir geworden ist! ❤️

  2. Liebe CL! Ich bin entsetzt! Und kann Dich in vielen Punkten verstehen und weiß, wie das ist. Mein Herr Vater ist vielleicht nicht ganz so schlimm; aber meine Mutter und Brüder hat er auch gern verprügelt… Wie meine Gefühle zu ihm sind, kann ich Dir genauso wenig sagen, wie Deine zu Deinem. Ich finde es ganz schlimm, dass Du so eine schreckliche Zeit durch ihn erfahren musstest, aber jetzt ist es ja endgültig vorbei. Du bist eine starke Frau und ich bin mir sicher, dass Du irgendwann nicht mehr an ihn denken wirst und er Dir total egal sein wird! Ich drücke Dich ganz fest! LG, H.

    • Liebste Hermine, die Inspiration, mittels eines Abschiedsbriefes ein Kapitel zuzuschlagen, habe ich ja eigentlich bei Dir abgeguckt 😉 insofern habe ich die Hoffnung, damit einen Schlussstrich gezogen zu haben. Lieben Dank

      • Ich drücke Dir die Daumen, dass Du es damit schaffst! In jedem Fall wird es Dir guttun, dass Du es Dir von der Seele geschrieben hast! Drück Dich!

  3. Schlimm. Was für ein krankes Arschloch. Den hätte die Erde doch früher schon mal einfach spontan verschlucken können😡
    Gut, dass Du das Kapitel jetzt abschließen kannst, soweit das möglich ist…drücke Dich, Carola

  4. Oh Martina, liebe Martina,
    entsetzlich finde ich diese Geschichten und mehr kann ich gar nicht dazu sagen. Umso mehr kannst Du auf Dich (und Deine Mutter) stolz sein, dass Du so ein Mensch bist, wie ich Dich bisher (wenn auch nur virtuell) kennenlernen durfte! Lass den Dreck hinter Dir und freue Dich an den lieben Menschen um Dich rum!

    Ich drücke Dich
    Nunu

  5. Ätschbätsch, Pustekuchen, er hat Dich nicht gekriegt!!
    Sehr offen, sehr echt und hoffentlich sehr heilsam! Du bist eine der tollsten Frauen die mir je begegnet sind! Ich drücke Dich und hab Dich lieb! ❤️

  6. Liebe Martina,

    ich klicke ein „Gefällt mir“, weil ich meinen Hut vor dir ziehe, dass du deine Geschichte so offen preis gibst. Es ist nahezu unbegreiflich, was hinter euren Türen passiert ist und es ist eine großartige Leistung von dir und deiner Mutter, dass ihr das alles durchgestanden habt. Ich hoffe, dass dieses Schreiben darüber und die sicherlich vielen Gespräche, die du im Laufe deines Lebens dazu geführt hast, dir hilft, das Geschehene zu verarbeiten.

    Pass auf dich auf, liebe Martina, schrei(b) dir das Ganze von der Seele und achte auf dich und deine kleine Familie.

    Ich drücke dich in Gedanken und sende dir jede Menge guter Wünsche.

    Geh achtsam mit dir durch den Tag, habe eine gute Zeit und von Herzen viele Grüße von

    Anni | antetanni

  7. Mardinsche! Als ich das gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen und ne Gänsehaut. Ja, ich denke, dass es gut ist, dass Du es Dir „von der Seele geschrieben“ hast. Klar machen Eltern Fehler – aber so ein Verhalten ist durch nichts zu rechtfertigen. So ein Arschloch gehört eindeutig hinter Gittern und sollte keinen Zugriff auf Kinder haben. Er hat eine Tochter wie Du nicht verdient!!!! Ich ziehe meinen Hut vor Dir, dass Du an so einem Vater nicht zerbrochen bist. Du bist eine Wahnsinns-Frau!!!

  8. Puuhhh! Schwere Kost zur Mittagspause! Mir erzittern gerade die Hände ein wenig und im Magen macht sich gerade eine unangenehmes Rumoren breit…Liebste MCL ! Da tuen sich ja wahre Abgründe auf ! Fassungslos habe ich die Zeilen eben gelesen. So etwas kennt man sonnst nur aus den Medien – aber wenn es aus dem Munde eines sehr lieben, persönlich bekannten Menschen kommt, kriegt das Ganze nochmal einen ganz anderen Anstrich. Bei uns in der Familie war auch eine Menge los und speziell meine Mama, meine große Schwester und mein kleiner Bruder haben da eine schwere, schwere Last zu tragen gehabt und noch zu tragen….(ich habe wohl den größten Verdrängungsmechanismus…es schwelt aber eine Glut unter der Oberfläche). Deine Geschichte aber schlägt dem Fass aber so was von den Boden aus….Was unter diesen Umständen für eine toller Mensch, was für eine tolle Frau, aus dir geworden ist, wie du deinen Weg gegangen bist – alle, alle Hochachtung ! Es erklärt vielleicht auch einige Dinge….
    Ich drück dich ganz dolle und hab dich lieb ! GblG an Mama, Sternenkrieger und Lieblingskerl !
    So, nun muß ich erst mal tiiief Luftholen..

    • Liebster Ged,
      es tut mir sehr leid… vielleicht hätte ich eingangs doch vor dem Inhalt warnen sollen. Vielen Dank für Deine lieben Worte. Ich drücke Dich zurück, Du Lieber. Hab Dich auch lieb.
      Hoffe, Du kannst schon wieder Luft schnappen!

      • …das bruch dir doch nicht led tun…Blogs lesen geschieht immer auf eigene Gefahr…Nur, es kam so überraschend..

  9. Liebe Martina, ich bin schon lange „stille Mitleserin“ in Deinem Blog, der mir sehr gefällt und über den ich oft herzlich gelacht habe. Du hast so eine Klasse Art, Dinge auf den Punkt zu bringen. Respekt, dass Du Dich getraut hast, den Brief an Deinen Erzeuger zu veröffentlichen. Ich bin mir ganz sicher, auf einer ganz bestimmten Ebene erreicht es ihn. Lieben Gruß….die große Schwester vom Ged

    • Ach Du liebe große Schwester vom Ged, das ist ja zuckersüß von Dir! Ich bin immer ganz gerührt, wenn die unsichtbaren Leser doch mal mit einem Kommentar auftauchen. Dankeschön für Deine Worte. Und lieben Gruß zurück 😀

  10. Ich bin sprachlos.
    Mag das gar nicht kommentieren, so irrsinnig liest es sich.
    Meine Süße, was Du da mitgemacht hast… es ist unbeschreiblich. Irgendetwas muss wirklich richtig richtig gut gelaufen sein bei Dir, dass Du Dich trotz dieser Abartigkeiten zu so einer tollen Frau entwickeln konntest. Das hat er jedenfalls nicht geschafft – Dich klein zu kriegen und kaputt zu machen!!!
    Fassungslose Grüße
    ich

  11. ich kann gerade nichts, aber auch rein garnichts denken, sagen und schreiben…… sitze hier und meine Finger schreiben von alleine.
    Ich bin überaus traurig, dass es wirklich soetwas gibt, habe Gänsehaut und einen Kloß im Hals.

    Fühl dich umarmt. Ganz fest. Und einen Kuss auf die Wange.

    • Danke für Umarmung und Kuss- es ist sehr ergreifend, was für ein Mitgefühl mir hier begegnet. Das tut sehr gut.
      Aber keine Sorge- ich blicke ja eher selten zurück, dafür umso positiver in die Zukunft.
      Bussi und Drück zurück!

  12. Das ein solches Individuum so ein tolles Kind hervorgebracht hat ist auch nur der Tatsache geschuldet das deine Mutter sich durchgesetzt hat!

    Ich umarme dich

    Und ich möchte und muss sagen – du bist wunderschön und hast 65kg und eben ein paar mehr und alle sind so wundervoll wie du weil es eben du bist 😍😘

    CU soon
    Hugs Dunja

  13. Liebes … seit Tagen überleg ich, was ich dazu schreibe … und ausser ganz vielen Bildern von Dir, Erinnerungen, Geschichten … kommt mit nix in den Kopf! Und darüber steht für mich ganz gross geschrieben:

    DU BIST EINE TOLLE FRAU!!!

    Gut, dass diese gruselige Geschichte zu Ende ist. Mir wird das Herz ganz schwer davon!
    Bussi
    trix

    • Gefunden und „ent-spam-t“! Danke liebe Trix, ich selbst empfinde es gar nicht mehr schwer, doch rückblickend denke ich oft, was wäre alles einfacher und entspannter ge… aber ich mag eher nach vorne schauen und da ist alles gut.
      Küsschen!

  14. Mein Frühstück mümmelnd habe ich heute Morgen gedacht: Schau mer mal was CL so schreibt.

    Und bei den ersten Zeilen dachte ich noch, das hat mit Vatertag zu tun.

    Aber dann… omG!!! Ich hab im Hinterkopf, dass er ein ziemliches A…Loch gewesen sein muss. Du hattest mal solche Andeutungen gemacht. Ist lange her. Und damals dachte ich noch – wie traurig, wenn man so über seinen Vater denkt.

    Was du schreibst übersteigt meine schlimmsten Vorstellungen. Und es tut mir wirklich in der Seele weh, dass dir das passiert ist. Umso mehr bewundere ich dich für deine Stärke, deine fröhliche und sonnige Art, deinen Witz, deinen Biß und deinen Optimismus.

    Und da fällt mir deine Mutter ein. Was muss sie erlitten haben? Und was hat sie geleistet um dich so werden zu lassen wie du bist? Hut ab! Und ein dickes Dankeschön an diese tolle Frau, unbekannterweise.

    Aber auch du musst ein unglaubliches Stehauffrauchen sein. Und das macht mich froh.

    Wie schön, das dieser Störfaktor von der Natur eliminiert wurde. Und so habe ich noch nie über jemanden gedacht.

    Martina, ich freue mich dich zu kennen. Und ich drück dich, wenn auch nur virtuell.

    • Ach Iris *tränenwegwisch* Danke für Deine Worte. Das lässt mich meine Mom auch wieder in einem anderen Licht sehen – bislang bin ich tatsächlich nie auf die Idee gekommen, dass sie irgendwas getan hat, was mich geformt hätte. Statt dessen habe ich ihr immer vorgeworfen, dass sie das zugelassen hat, in dem sie bei meinem Vater geblieben ist und sich erst nach 36 Jahren getrennt hat. Und die Opferrolle voll gelebt hat. Das gibt doch echte Denkimpulse!
      Ich drück Dich mal virtuell zurück :-*

      • 💕💕 ich war mit einem Alki verheiratet. Der war ein Lamm gegen deinen Alten. Der hat weder geprügelt noch gedroht noch den Kindern irgendein Haar gekrümmt. Aber ich weiß wie ich höllisch aufgepasst habe, dass die Kinder so gut wie nix von nächtlichen Streits und sonstigen geistigen Ausfällen seinerseits mitkriegten. Aber getrennt habe ich mich auch erst, als er mich eines Tages im Suff mit den Kindern raus geschmissen hat. Obdachlos, wären da nicht meine Freunde gewesen.

        Vorher hab ich immer gehofft, alles wird doch noch gut. Er macht nen Entzug usw.

        Deswegen verstehe ich deine Mutter irgendwie schon. Es muss erst krass werden ehe man den Absprung schafft. Eine(r) eher, eine(r) später.

  15. Puh…Liebes da hast du ja einen ziemlich dicken Rucksack voller Müll auf deinen Schultern…und man sieht einmal mehr: auf den größten Misthaufen gedeihen die schönsten Blumen. Du bist ein so kreativer, liebenswerter und humorvoller Mensch und eine tolle Mama…Meine eigene Geschichte ist nicht ganz so heftig aber krass genug und ich habe irgendwann eine Entscheidung getroffen: jetzt wo ich erwachsen bin will ich frei sein und mich nicht länger zu Ohnmacht und miesen Gefühlen nötigen lassen. Ich habe begonnen zu verzeihen…Mir selbst zuliebe. Und wo verzeihen nicht ging habe ich mich zumindest von Wut und Hass verabschiedet und all die guten Dinge die im Nährboden des Misthaufens meinem Wachstum dienten zu Anerkennung verholfen. Und aus Ohnmacht wurde Macht. Und aus Wut wurde Dankbarkeit. Allein die Trauer ist geblieben und besiedelt einen kleinen Teil meines Herzens und darf dort bleiben denn sie erinnert mich daran wo ich her komme und wohin ich unterwegs bin. Ich wünsche dir diese Erfahrung ebenso. Fühl dich gedrückt und geschätzt. :-*

    • Hej Laya,
      vielen Dank für Deine lieben Worte.
      Meine Gefühle sind recht überschaubar und es gehören weder Wut und Hass noch Trauer oder gar Dankbarkeit dazu. Eher ein kleines bisschen Stolz, dass ich trotz nicht optimaler Rahmenbedingungen die bin, die ich bin.
      Liebe Grüße :-*

  16. Pingback: antetanni…sagt was…Sonntags-Top-7 | 3 | antetanni

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