Kind verkauft

O.o…

Gestern habe ich Sohnemann ins Ferienlager geschicht. Mecklenburgische Seenplatte und 10 Tage lang Angeln, Angeln, Angeln…

Die Vorbereitungen waren schon recht anstrengend: die Vorgaben lauteten Isomatte, Schlafsack, Angelausrüstung, Fahrradhelm und halt so Klamotten für 10 Tage in eine Reisetasche und 1 Handgepäckstück zu verstauen. Hm. Und Taschenlampe plus Ersatzbatterien sollten auch mit. Doppel-Hm. Packzettel enthielt den Hinweis, dass es auch nicht mehr als 20 Kilos sein sollen. Eine große Aufgabe das sein wird!

Auch wenn Sohnemann gerne 3x am Tag die Klamotten wechselt, muss er sich etwas einschränken. Für jeden Tag eine lange UND eine kurze Hose geht schon mal nicht. Gleiches gilt für Langarmshirts und T-Shirts. Auch muss er mal auf seine Zweit- und Drittangel verzichten. Mal ganz zu schweigen von seiner Angelplattform und der Kiepe. Aber den großen Teleskopkäscher stopfen wir noch irgendwie in die Reisetasche rein…

Natürlich hält sich außer uns kein Mensch daran, sich auf 1 Tasche und 1 Handgepäck zu beschränken. Manche Kids sehen so aus, als wollten sie Ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und Wohnsitz nach Meck-Pomm verlegen. Wobei ich bezweifele, dass die Tasche, der Schlafsack, die Angel, das Kissen sowie die Isomatte in einer Extra-Tüte sowie das Handgepäck nebst der lässig in der Hand getragenen Trinkflasche auch vollständig am Zielort ankommen.

Nach dem Einstieg in den Bus winken Sohnemann und ich uns noch gegenseitig zu – jeder auf seiner Seite der Scheibe. Nun ist er weg und ich muss damit klar kommen *heul*

Nein – er ist nicht das erste Mal weg. Bereits mit 6 Monaten ist er mit Oma und Opa eine Woche zur Ostsee gefahren. Damals war ich einfach nur froh, dass ich mal ausschlafen konnte und habe ihn eigentlich gar nicht vermisst. Er war auch letztes Jahr im Ferienlager. Zumidest für 5 Tage, dann musste ich ihn abholen.

Im letzten Jahr lief das auch etwas quer da im Zeltlager. Hingefahren ist er mit einem Schulkumpel, der sich bereits auf der Fahrt dort hin mit dem schlimmsten Rüpel verbrüderte, den mein Nachwuchs auf den Tod nicht ausstehen konnte. Rüpel-Kind terrorisierte bis spät abends alle übrigen, indem er telefonierte, simste oder spielte ohne den Ton vom Handy auszuschalten. Nach 4 Tagen schnappte sich Sohnemann aus einem Verbandskoffer die Schere und zerschnitt das Ladekabel in der Hoffnung, auch mal ne Tüte voll Nachtschlaf abzubekommen. Das kam nicht gut!!! Und als er danach beschuldigt wurde, er würde klauen (klar – wer Ladekabel zerlegt, der ist auch sonst ein völlig verrohter Kleptoman!), da ging es ihm so schlecht, dass ich ihn mit 40 Grad Fiber abholen musste.

Der Dieb war übrigens sein vormals bester Kumpel – der durfte dann einen Tag später auch seine Heimreise antreten. 20 Euronen hatte er zusammengerafft und in Süßkram umgesetzt. Und somit das Diebesgut verzehrt.

Wobei wir jetzt auch wieder beim Thema Geld sind: natürlich gibt es dort im Angelcamp auch einen Kiosk. Ich habe dem Sohni die empfohlenen Taschengeldmenge mitgegeben. Was mir nicht klar war: die Kids müssen sich auch Anlockfutter und Köder selbst kaufen. Und der Kiosk ist dort das Monopol. Dose voll Maden kosten hier 50 Cent – dort mal eben 2 Euro. Also echt – voll die Halsabschneider, die sich an Kindern bereichern. Kann mir auch keiner erzählen, dass dieser Preis durch irgendwas zu rechtfertigen ist.

Ansonsten klingt er ganz beschwingt. Gestern abend hat er sich noch beim Lieblingskerl gemeldet – und zwar, weil er den kostenfrei erreichen kann.

Kurzer Exkurs: Sohnemann hat ein nicht gerade preisgünstiges Smartphone. Weil seine Mutter (das bin ich) irgendwie eine nicht genauer zu definierende Vorliebe für Äpfel hat. Unklar. Jedenfalls war uns das irgendwie zu unsicher: denn wir haben es schwarz auf weiß, dass der Veranstalter sämtliche Haftung ausschließt. Alles, was teuer oder wertvoll ist, soll bitte zu Hause bleiben. Also muss Sohnemann das olle Nullachtfuffzehn-Handy mitnehmen, was noch irgendwo rumfliegt. Mit der kostenfreien Sim-Karte, die einem im Dutzend vom Telefonanbieter hinterher geworfen wurde. Damit Mama, die olle Schisserin, ihn zur Not auch mal anrufen kann. Nur: wo war das Teil doch gleich??? Hm. Nicht auffindbar. Gut – es gibt ja noch andere Handies, die bei uns auf Halde liegen. Nur Sim-Karte??? In seinem Phone ist das Dings ja in Mini-Größe. Okay – das Tablet hat noch eine regulär große Karte. Muss man vorher nur noch schnell aufladen – ist eine Prepaid-Karte. Geht ja auch alles flott per Internetbanking und einer SMS. Jetzt ist das natürlich ein anderes Netz als üblich und so ruft er jetzt halt Lieblingskerl an statt mich. Das stört mich aber überhaupt nicht…

Vorhin aber rief er mich dann doch noch selbst an *froi* – alles chic, 12 Kinder in einem Zelt, die bis halb 1 „geschnattert“ hätten (ah, er eignet sich schon Camp-Sprech an… *hihi*) und er hätte jetzt gar keine Zeit, weil sie gleich ein „Meeting“ hätten und dann geht’s zum Angeln! Überhaupt ginge 24 Stunden am Tag angeln! Puh – es scheint ihm wirklich zu gefallen. Was bin ich erleichtert!

In der Zwischenzeit können wir uns noch mal so richtig am Schuppen austoben. Teilweise auch mit so Nonsens wie

  • 1 Tag Schuppentür überstreichen
  • am 2. Tag beobachten, wie sich die neue Farbe mit der alten Farbe gemeinsam in Blasen wirft und vom Holz abhebt
  • einen Tag Abbeizer großflächig draufschütten – ein Schuppenfund, der noch mit DM ausgepreist war – sowie mit Spachteln und Multitool plus Schaberaufsatz der Glibbermasse zu Leibe rücken
  • den nächsten Tag alles ordentlich mit der Flex abschleifen
  • und 4 Tage später genau so weit sein wie am ersten Tag!!!

Nun ja – es geht voran, auch wenn wir ab und zu auf Umwegen unterwegs sind!

Hier folgt demnächst noch ein Baubericht mit Fotos in Farbe und bunt 🙂

 

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14 Gedanken zu “Kind verkauft

  1. Meine fährt auch in der kommenden Woche und angesichts ihres fortgeschrittenen Alters auch gleich 3 Wochen an die französische Atlantikküste…brrr, ein bisschen unheimlich ist mir da auch, aber zum Glück ist eine Mitschülerin bereits vor Ort und recht angetan.
    Also steht zu hoffen, dass es Töchting in Fronkreisch auch gefallen wird 😉 Genieß die Tage ohne Stullenschmieren! LG Carola

    • Mach Töchting einen Surfkurs? Da könnte ich echt neidisch werden, dass ich kein Teenie mehr bin!

      Genau, Stullenfrei. Wir werden tonnenweise höllisch scharfes asiatisches Zeugs futtern 🙂

      • Genau! Eine Woche Surfen, eine Woche Französischunterricht und ein paar Ausflüge. Sie freut sich unterdessen auch darauf…
        Mit scharfen Gerichten kann ich meine auch jagen, also ran ans Chili 😉

      • Na, da lässt sich auch der Unterricht ertragen.
        Heutzutage würde ich mir vermutlich auch etwas mehr Mühe geben beim Sprachen lernen. Kann man ja immer mal gebrauchen, N’est ce pas?

      • Am Französischen bin ich leider gescheitert, und man kommt ja ohne Kenntnisse in Frankreich nicht so gut an. Irgendwie doof, wenn man noch nicht mal die Speisekarte lesen kann.
        Vielleicht steige ich irgendwann nochmal an der VHs ein, aber sicherlich erst nach dem Studium. Vorher geht es eben nach Rügen *haha*

  2. Hey! Ich drücke die Daumen, dass es dieses Jahr besser verläuft, ich erinnere mich noch gut an das Desaster vom letzten Jahr! Aber es scheint ja ganz den Anschein zu haben. Was ja für Dich und LK doch auch mal ganz schön ist, trautes Glück allein und so 😉 Überhaupt, wie gestaltet sich das Zusammenleben? Alles noch so perfekt wie zu Beginn? Ich hoffe es sehr! Und ja, solche Sachen mit der Tür gibt es… 😉 LG, H.

    • Huhu Herminchen!

      Ach ja- vermutlich bin ich doch keine Pfanne, denn der Lieblingskerl und icke, dass passt schon sehr gut 🙂

      Ein paar Ecken und Kanten schleifen wir uns gegenseitig noch ab. Das gehört ja zur Reibung dazu. Und Reibung erzeugt neben Wärme auch Paasgenauigkeit!

      • Hach, das freut mich ja so für Dich! Und die Einladung mit der Terrasse gilt natürlich für Euch beide, hihi, im nächsten Jahr. Dieses wird das wohl nix mehr 😉

  3. Hihi…an diese Zeiten kann ich mich auch noch allerbestens erinnern… Was haben wir Taschen, Badehosen, Handtücher und sonstigen Kram immer und immer wieder neu besorgen müssen. Mittlerweile kümmert er sich um alles selber und das find ich sehr entspannend ;-)) Mein „Kleiner“ ist seit Samstag in Amsterdam. Offiziell zum Fotografieren. Inoffiziell…naja….lalalalala…..*grins* Wünsche Dir und dem Lieblingskerl eine tolle kinderfreie Zeit!!! LG Kerstin

  4. Uiiii… Na, dann habt ihr ja eine ebenso aufregende Zeit wir Sohnemann vor euch.

    Die Anreise samt Reisegepäck… kenne ich nur zu gut. Meine Kinder haben auch dieses Tasche plus Schlafsack plus Kissen plus Getränke plus Rucksack plus Jacke übern Arm -Gen. Und ich wundere mich immer wieder, wie man so verreisen kann. Ich hätte ständig Panik irgendetwas irgendwo liegen zu lassen.

    Wünsche euch viel Spaß und genießt die ruhige Zeit. Die Sommerferien sind ja lange genug… seufz.

  5. Och , eigentlich sind die Ferien viel zu kurz, denn ich würde gern noch ein paar Sachen machen. Meiner will partout nicht ins Zeltlager, hat sich mit Händen und Füssen gewehrt! Schnüff. Und Frankreich, ja , da wär ich gern noch ein par Tage länger geblieben, denn jetzt war ich grade wieder drin in der Sprache. Und Amsterdam ist sehr schön , da war ich in der 12. KLasse als Klassenreise. Mein damaliger Freund und ich hatten uns im Melkway ein wenig Hasch gekauft, so ein Bobbel Afghane, und was macht er? Vergisst seine schmutzigen Socken im Youthhostel, und darin war der Bobbel versteckt..Menno.

    • Na wer weiß, wie Afghane mit einer Prise alte Socke so gewirkt hätte…. uiuiui…
      Hihi, wir haben GENAU gemerkt, als Dein Urlaub begann und endete – deckte sich nämlich mit Deiner Abwesenheit beim Quizduell 😉

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