Nach dem Lauf

Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Bericht aus dem Leben!

Die letzte Woche ist schnell zusammengefasst: ich habe mit tatkräftiger Unterstützung des Lieblingskerls unsere Bude in einen vorzeigbaren Zustand versetzt. 7 Tage Power-Putzing, um dieses Mal die schon seit langer Zeit angekündigten Gäste gebührend zu empfangen.

Da wir ja in der Generation Internet leben, habe ich naürlich (natürlich!) alle Mädels übers Bloggen im Netz kennengelernt und wir haben uns in unterschiedlichen Konstellationen nun schon mehrfach getroffen.

Immer wieder ein Erlebnis! Und da man sich ja öfters liest ist das immer ganz vertraut und irgendwie innig. Einzigartig.

Dieses Mal stand das Treffen wieder unter dem Stern des Laufes durch den Tiergarten im Zeichen eines Kosmetikkonzerns… die ihre Give-Away-Tüten immer knauseriger ausstatten.

Und weil ich in meinem Zweitblog, der sich theoretisch rein ums Abnehmen dreht (drehen sollte…), bereits ein Resümee gepostet habe, kommt jetzt hier auch nochmal die ganze Geschichte. Da sich die Leserschaft ja nicht zum Online-Abnehm-Portal durchhangeln muss.

Begonnen hat es bereits am letzten Freitag mit dem fast schon legendären Bärlauchnudeln plus Sekt. Eben habe ich es nochmal nachgelesen: im letzten Jahr haben wir 12 Flaschen Sekt und eine Pulle Schampus getilgt. Dieses Jahr fiel es vergleichsweise trocken aus mit 6 Flaschen.

Und der Samstag begann zunächst mit einem Frühstück im Schleusenkrug. Dieses Mal drinnen und mit Bedienung. Sehr lecker, wenngleich auch kein Schnäppchen. Es sind alle satt und glücklich aufgestanden – also alle bis auf eine.

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Vorneweg kann ich schon mal berichten: ich lebe noch. Ich bin tatsächlich ohne Schubkarre über die Ziellinie gekommen und habe nicht aufgegeben.

Aber mittendrin: uiuiui!

Am Start stand ich ungefähr mit der gleichen Vorfreude wie bei Routinebesuchen beim Gynäkologen oder wie beim gleichzeitigen Ziehen der beiden oberen Weißheitszähnen beim Kiefernchirurgen. Also weit unter Null. Im Gegensatz zu Arztbesuchen reichte es hier allerdings nicht aus, sich auf dem Untersuchungsstuhl einzureden, man wäre einfach nur eine Hülle, die durchhalten müsste und bald ist es überstanden. Hier musste ich rennen und alles geben. Seufz.

Vom Start bis zur Siegessäule musste ich schon zwei kleine Gehpausen einlegen und es sollten weitere folgen. Ich schätze so um die 25…

Als ich dann gefühlt schon fast im Ziel war, erblickte ich am Wegesrand die 2-Kilometer-Markierung und in diesem Moment wusste ich: CL, Laufen ist echt nicht Dein Sport. Geh einfach weiter zum Bogenschießen oder spiele mal wieder Schach. Da wollte ich wirklich aufgeben.

Allerdings trug ich ein leuchtend pinkes Laufshirt mit einer aufgepinnten Startnummer auf der Front und war somit recht schnell als Delinquent auszumachen. Außerdem befürchtete ich, dass entweder ein Streckenposten mich aufhält, mit strengem Blick und ausgestrecktem Zeigefinger zurück auf die Route komplementiert oder mit schrillem Trillerpfeifenalarm die anderen Avoncops herbeiruft und mich abführen lässt. Keine Option!

Also habe ich irgendwie weiter gemacht. Ab Kilometer 3 waren Seitenstechen, ein Krampf im rechten Bein sowie Knieschmerzen linksseitig meine treuen Begleiter. Und für vielleicht einen Kilometer auch Laya, die mir bei der Gelegenheit noch ein paar Tipps in Richtung Verbesserung des Laufstils gab. Ach, darauf hatte ich noch gar nie geachtet! Das werde ich glatt mal im Auge behalten.

Was für mich erschwerend dazu kam: ich habe es ja nicht so mit Menschenmengen. Und ich möchte beim Sport auch weder beobachtet noch angefeuert werden. Mein Lauftraining absolviere ich alleine im finsteren Wald, nur von Damwild beäugt oder mal früh morgens in der Siedlung – da darf allerdings noch keine Sonne an sein und Bodennebel ist wünschenswert. Nun standen da allerdings 3,5 Millionenen Zuschauer am Wegesrand und erdreisteten sich, von mir Kenntnis zu nehmen, mir zuzujubeln oder Kinder reichten mir ihre Hand zum Abklatschen. Ich will das nicht! Kleine Kinderhände mit meinen verschwitzten Pfoten antatschen und mit einem feuchten Schmatzgeräusch abrutschen. Ich mag wahlweise unsichtbar werden oder mich in Luft auflösen. Hüüülfe!!!

Wenngleich ich im Ziel als erstes moserte, ich könne beim besten Willen nicht erkennen, was genau daran Spaß machen soll, hat sich mein verschollen geglaubter kleiner Kumpel Ehrgeiz bei mir gemeldet. Keine Ahnung, warum der so lange im Urlaub war oder wohin es den verschlagen hatte – er ist wieder da und raunt mir viele Weißheiten zu.

Zunächst einmal habe ich jetzt eine Grundlage zum langhangeln. Erfahrung gesammelt. Eine grottenschlechte Zeit, die ich beim nächsten Mal toppen möchte. Ich weiß jetzt, dass es beim Lauf keine Wunder gibt und man nicht wie durch Zauberhand plötzlich viel besser ist als während des Trainings. Dass meine Vorbereitung dieses Jahr nicht ausreichte und dass ich das Üben wesentlich ernster nehmen sollte. Dass eine Pulle Sekt am Vorabend mitunter hinderlich sein kann und dass mich alkoholfreie, isotonische Bierplörre regelmäßig in die Büsche verschwinden lässt.

Insgesamt also: nach dem Lauf ist vor dem Lauf. 2015 bin ich wieder dabei. Und werde die verbleibenden 360 Tage dafür nutzen, um mich optimal vorzubereiten. Auf ein Neues!

Vielen Dank an Laya, Tinka, Fehlerling, Puja, Kerstin und meinen Lieblingskerl, die mein Zetern, meinen Gesichtsausdruck und meine miese Stimmung ertragen haben und auch heute noch mit mir Reden (tut ihr doch, oder?). Und danke an den Goldjungen, der am Sonntag danach Kaffee gekocht und Brötchen geholt hat. Wäre doch jeder Tag Sonntag!

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13 Gedanken zu “Nach dem Lauf

  1. Klar waren das weniger Sektpullen. Ich war ja nicht da!! ;D Buhuuu!!! Aber danke für den Bericht von Euch allen, ich fühle mich fast ein bisschen, als wäre ich dabei gewesen. Und da ich auch Knieschmerzen und Muskelkater vom Tanzen auf dem Konzert habe, fühlt es sich tatsächlich auch so an! Ich schick Dir einen dicken Knutscha!!!

  2. das ist wie nach einer geburt. den schlimmsten schmerz vergisst man und was bleibt ist das GlücksGefühl wenn man es geschafft hat. Hast du lust einen chi running kurs mit mir zu besuchen??? auf den frauenlauf 2015!!!!

  3. Ach, ich finde es so schade, dass ich nicht dabei sein konnte…aber vielleicht gibt es nächstes Jahr endlich mal die Möglichkeit, dann ist das Studium ja beendet! Vielen Dank jedenfalls für den bunten Bericht 🙂

  4. Ach herrje…. 🙂 Aber das sind genau die Geschichte, die das Leben schreibt. Deine Geschichte ist meine Erheiterung des Tages, ich komme aus dem Grinsen über deine herrliche Beschreibung gar nicht mehr heraus… Und zum Sekt – das Jahr ist noch jung, das kannst du also nicht so stehen lassen! 😀
    Gut lauf, guten Tag, liebe Grüße
    Anni

  5. **soifz** Ach, ich wäre ja so gerne dabei gewesen. Aber 2015 kann das wieder klappen.

    Danke für den lustigen Bericht. Ich kann es so gut nachempfinden, denn ich fand den Lauf in 2012 streckenweise auch irgendwie anstrengend. Man meint ja nicht, wie lang sich 5km ziehen können. Aber ihr seid ja gejoggt, oder? Das ist ja die Meisterklasse. Da kann ich nicht mithalten. Aber 2015 vielleicht doch? Bei den Plänen, die ich so habe für 2014?

    Ich sollte gleich mal aus dem Haus gehen und ne Bewegungseinheit einlegen.

  6. hiermit möchte ich mal klarstellen das die Autorin dieses witzigen Posts keinesfalls eine mickrige zeit gelaufen ist….! 🙂
    es war toll bei dir, und trotz geringerer Dosis war ich jedenfalls komplett abgefüllt und mit leckerstem essen versorgt! danke nochmal für all die mühe!
    und nächstes jahr übernehm ich wieder einen der partyabende…. und du kannst im dann geputzen dach übernachten!!! 🙂 ganz liebe grüße! pu

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