Weniger

Heute habe ich sehr nett mit einem Kollegen geplaudert. Ausgerechnet an seinem letzten Tag!

Er verlässt nicht nur die Firma, sondern auch gleich noch das Bundesland und muss daher umziehen.

Da habe ich ganz schön gestöhnt, weil es mir schon schwierig erscheint, bei 123 QM Wohnfläche noch Platz für die Sachen von Libelingskerl zu machen. Einen Umzug stelle ich mir enorm schwierig vor, wenn man auch noch den Schuppen mitnehmen muss (also den Inhalt – der Schuppen würde vermutlich nicht mit umziehen!) und jahrelang Zeit und den Platz hatte, um nicht immer aussortieren zu müssen.

Mein Kollege lachte nur und meinte, er sei schon so oft umgezogen und hat sich daher schon vor Jahren Folgendes angewöhnt:

– was man ein Jahr lang nicht gebraucht, braucht man nicht
das gilt sowohl für Gegenstände als auch für Kleidung. Man vermisst garantiert nichts!

– persönlicher Kram muss in eine Kiste passen
ist diese voll, muss aussortiert werden, sonst darf nichts mehr rein.

Puh, Minimalismus in Reinkultur würde ich sagen!

Andererseits war ich auch noch nie gezwungen, aus beruflichen Gründen alle paar Jahre meinen Wohnsitz zu verlegen. Ich bin wohl sehr sesshaft. Vielleich auch unflexibel?

Hmmm… grübel…
Wo er Recht hat, hat er recht! Wie einfach!!!
Allerdings: Was habe ich doch noch für ein Verbesserungspotential!

Gut – ich habe einige Dinge, die ich aus nostalgischen Gründen aufbewahre. Sei es das silberne Set aus Milchkännchen und Zuckerdose, welches meine Mom mal meiner Oma zum Muttertag schenkte, so vor 70 Jahren oder so, das benutze ich zwar nie, aber muss es deswegen weg? Oder auch das große Bowleglas samt 20 Gläsern – einmal im Jahr sollte es doch möglich sein, eine leckere erfrischende Bowle zu servieren, oder? Oder mache ich dann nur die Bowle, um der Hardware eine Daseinsberechtigung zu verschaffen?

Und dann mein Kleiderschrank: in einer aktuellen Phase von uiuiuiuiiii – ich muss DRINGEND abnehmen, ist dieser natürlich mit einer vielzahl an Klamotten bestückt, die temporär nicht passen. Ist es trotzdem sinnvoll, jeden Tag um die Presswurst-Artikel rumzusuchen, um dann DOCH wieder die gleiche Hose mit dem gleichen Pulli anzuziehen? Oder sollte ich zumindest alles, dem ich zur Zeit leider Entwachsen bin, in eine (oder zwei, drei…) große Kisten verklappen, um nach erfolgreichem Abnehmen bei mir selbst einkaufen gehen zu können? Was, wenn das nicht klappt? Kisten ungesehen wegdonnern und dann hoffen, nie schlank zu werden?

Eine Kleinigkeit wurde uns jetzt schon mal abgenommen. Da Lieblingskerl darauf besteht, seine Waschmaschine, seinen Geschirrspüler und seinen Kühlschrank mitzubringen und irgendwie einzulagern, bis meine Waschmaschine, mein Geschirrspüler und mein Kühlschrank den Geist aufgeben, reagieren einige Haushaltsgeräte mit Empörung. Die Waschmaschine schluckte zunächst einen BH-Bügel, versuchte dann, diesen lautstark zu zerschreddern und hatte dann Verstopfung. Die ganze Aufregung hat sowas wie einen Darmverschluss bewirkt und nix ging mehr. Fehler F06, beleidigtes Verweigern des Abpumpprozesses und Einstellung des Trommeldrehens war das Ergebnis. Ich habe dann beim Drehen manuell nachgeholfen und immerhin ein Drittel des BH-Bügels aus dem Flusensieb gefischt. Sie verrichtet jetzt äußerst missmutig und maulend ihren Dienst, hat aber nun einen Lagerschaden – also nicht vom Einlagern, sondern die Halterung der Trommel ist damit gemeint. Beim Schleudern riskiert man ohne Gehörschutz eine irreversible Schädigung des Hörvermögens und man denkt unweigerlich an startende Flugzeuge, die „just married“ auf der Fahne zu stehen haben und ganz offensichtlich Blechdosen mit viel Getöse hinter sich herziehen. Echt – so klingt das! Gut, die Waschmaschinendiva fliegt also raus und wird ersetzt. Hattsenundavon!Insofern hat sie uns mit Quittierung des aktiven Dienstes tatsächlich einen Gefallen getan. Muss also nur noch der Geschirrspüler eingelagert werden – kann auch nicht mehr lange dauern, bis mein Geschirrspüler doch noch erfährt, dass eigentlich sein Elektroniksteuerteil im Arsch ist. Seit der Diagnose benutze ich nur noch das automatische Programm und das läuft erstaunlicher Weise einwandfrei. Ach ja – der Kühlschrank wird für zusätzlichen Partybedarf genutzt. Einmal Party im Jahr ist somit Pflicht. Das sollte zu schaffen sein! Anfang Mai geht’s schonmal los 🙂 NICHT WAHR; AVONLAUFMÄDELS?

Ansonsten bin ich immer noch nicht viel weiter beim Thema „Sachen beim großen Auktionshaus im Netz verticken“, habe aber schon mal angefangen, die Fotos von der Kamera auf den Rechner zu ziehen. Und bei der Gelegenheit auch noch die Fotodateien durchsucht und sortiert, Fotos gelöscht und dann noch daran gedacht, den virtuellen Papierkorb gleich zu leeren. Sozusagen als Trockenübung. Ging gut!

Sehr viel Potential hat der Bücherschrank. Aber ich finde die Festpreise von diesen Plattformen im Netz so derartig lächerlich, dass mir selbst Wegwerfen ökonomischer erscheint. Oder hat hier jemand einen guten Tipp für mich?

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4 Gedanken zu “Weniger

  1. Schad, dass der Kollege nicht mehr greifbar ist. Mich würde interessieren, wie der gute Mann „persönlichen Kram“ definiert und die Größe der Kiste. Was die Bücher betrifft … mit einem nett betexteten Post-it versehen an verschiedenen Orten „ausgesetzt“, bereiten sie anderen Leuten eine kleine Freude. Hoffe ich jedenfalls immer 🙂

  2. Ich kann auch keine Bücher wegwerfen und habe sie letzendlich verschenkt. Es gibt bei der BSR eine Seite im Internet „verschenken statt wegwerfen“ oder so in der Art und meine Bücher sind dadurch in einer Behinderteneinrichtung im Johannesstift gelandet!

  3. Hach, was soll ich sagen… Das Ausmisten ist ja ein Thema, das mich seit Jaaaaaaahren begleitet. In der Theorie bin ich da sehr pragmatisch und habe sehr gute Tipps und Ideen. Für andere. Nicht für mich. Denn sobald meine Emotionen für das olle Paar Socken oder die Tasse von Tante Gisela oder wem oder was auch immer dazu kommen, bekomme ich eine regelrechte Ausmistphobie. Pffff. Anstelle dass ich in diesem Moment jetzt endlich mal den Kleiderschrank ausmiste, sitze ich lieber hier und lese Blogbeiträge oder kommentiere hier bei dir. So wird das natürlich nix. Grummel. Vielleicht kann ich mich heute aufraffen und wenigstens mal die Schublade mit den Socken angehen… Hab ich erzählt, dass ich Bücher neuerdings in ein Verschenkregal stelle? Mir ist die Einstellerei in jedwede Portale über die Jahre einfach zu aufwendig geworden. Und mit der Nachbarin plane ich im Sommer einen Hofflohmarkt – so müssen wir die Sachen nur aus dem Keller in den Hof tragen. Wenn das nicht fruchtet, fliegt danach der ganze Plunder raus. Ich schwöre. Uahhhhh, ich spüre förmlich schon jetzt den Druck, der auf mir lastet… 😉

    Was macht das Bowle-Ensemble? Weihnachten und Silvester waren ja gute Gelegenheiten…?!

    Hab es fein, liebe Martina, und ich freue mich schon auf einen wieder regen Austausch mit dir in diesem noch jungen neuen Jahr. Herzensgrüße ♥ Anni

    • Ich habe es mittlerweile komplett eingestellt, auf irgendwelchen Portalen was zu verkaufen. Das bringt, außer Zeitverschwendung, nicht wirklich Freude oder einen Taler extra ein. Wie gerne hätte ich im Ort ein Verschenkregal. Hammwaleidanich. Aber es gibt in der Nähe eine soziale Einrichtung, die haben eine Spendengarage – warum vergesse ich das auch immerzu?
      Und dann kann ich noch einen ganzen Blog zum Thema „Garagenflohmarkt“ beisteuern – unser Ort hat da was geplant. Gut, dass wir mal drüber geredet haben :-)))
      Bowle gab es schon eeecht lange nicht mehr. Ist zum Wegschmeißen trotzdem zu schade 😉
      Danke für Dein treues Mitlesen, liebe Anni!
      Herzliche Grüße MCL

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