Ich mag den März

Seit Anfang der Woche ist es offiziell: mein Lieblingskerl will nicht nur so jeden Tag im blauen Haus anwesend sein, sondern in Echt bei mir einziehen. Die Kündigung für seine Wohnung ist unterwegs. Habe ich selbst eingeworfen!

Irgendwie ist das für mich doch ein Unterschied, ob er die Wohnung in der Hinterhand hat oder aufgibt. Auch wenn der Endeffekt – Lieblingskerl ist daheim bei mir/uns – der gleiche ist, fühlt es sich anders an. Genau gesagt fühlt es sich grooooßartig an!

Jetzt muss ich den sofort anspringenden Ohrwurm zwangsunterdrücken: sein Name steht schon an meiner Tür. Beziehungsweise am Briefkasten. Das ist zwar ganz unromantisch entstanden, weil er überlegte, wohin er die neueste Onlinebestellung schicken lässt und hin und her… mit meinem Namen kann er sie theoretisch nicht abholen, wenn sie in einer Filiale abgegeben wird und ich müsste ihn bevollmächtigen, seine Lieferung entgegenzunehmen. Humburg! Leicht zu lösen durch sein Namensschild am Haus. Trotzdem war es ein feierlicher Moment, als ich das bedruckte Zettelchen anklebte.

Und jetzt halt noch der Rest!

Zum Glück ziehen keine Möbelstücke um. Ich konnte erfolgreich ein Veto gegen eine eicherne Wohnwand Marke Gelsenkirchener Barock und ein nicht ganz so zeitgemäßes Sofamonster einlegen. Über den Couchtisch mit braunem Fliesenspiegel habe ich kein Wort verloren. Der war so völlig unter meiner Würde! Das Bett stand nie zur Disposition, da wir uns ja gerade ein neues gekauft hatten (genialer Schachzug!) und statt uns Gedanken zu machen, wie wir den Kleiderschrank unterbringen, habe ich den begehbaren kurzerhand in einer Geschwindigkeit umgebaut, in der er nicht mal „MOMENT!“ sagen konnte.

Ein Kühlschrank, eine Waschmaschine und ein Geschirrspüler müssen auf jeden Fall umziehen. Der Kühlschrank wird künftig Partykühlschrank und bezieht den externen Kellerraum im Garten, der auch schon die Partykühltruhe beherbergt. Die Waschmaschine und der Geschirrspüler sind einfach besser als meine vorhandenen Geräte bzw. können diese ersetzen, falls sie demnächst den Geist aufgeben. Der GEschirrspüler hatte ja schon mal gemackt.

Mein Lieblingskerl grübelt zwar immer noch, wie er seine Kellerschätze künftig unterbringt in einem Haus ohne Keller, aber auch hier könnte ein Onlineauktionskaufhaus Erleichterung verschaffen. Ansonsten: Carport.

Damit dort Platz ist, wurde gestern mein gedelltes Auto kunstvoll mit einer Hand voll Kabelbindern optisch wieder flott gemacht und befindet sich in diesem Moment auf den Weg zum türkischen Autoschrauber mit den güldenen Fingerchen. Ich bin gespannt, ob die Meinung des Fachmanns in Richtung „krieg isch günstig wieder hin“ oder „kauf isch euch günstig ab“ geht. So ein bisschen Überraschung muss sein!

Jedenfalls musste ich den Fahrzeugbrief noch nicht mal suchen. Der lag tatsächlich an seinem Platz und das zeigt mir, dass ich doch keine porentief reine Oberschlampe bin. Es besteht Hoffnung!

Übrigens wurde mein Auto schon gedanklich als Umzugshelfer eingeplant. Ich glaube, mein Lieblingskerl mag meine Karre auch irgendwo in den Tiefen seiner Herzkammer, auch wenn er bei jeder Gelegenheit über französische Autos mault. Nach der Probefahrt mit einem neuen Franzosen hat er sich auch positiv geäußert – in einem Telefonat, welches nicht für meine Ohren bestimmt war. Ich glaube, das Rummotzen über Autos, die weder groß noch teuer noch allgemein anerkannt ziemlich hochwertig sind, gehört zum genetischen Programm eines Mannes einfach dazu.

Nun ja – jetzt macht er also den weitreichen Schritt mit der Kündigung. Nun bin ich in jeder freien Minute dabei, Platz zu schaffen. Aktuell sortiere ich Unterlagen aus. Irgendwie habe ich es eingesehen, dass Briefe von Mobilfunkunternehmen oder Kreditkartenfirmen weg können, zu denen man seit Jahren keine Kundenbeziehung mehr hat. Mir sind übrigens auch meine Unterlagen aus der Grundschulzeit in die Hände gefallen. Nur, um mich daran erinnern zu können, was für eine tolle Schrift ich doch mal hatte, muss ich die echt nicht aufheben! Außerdem habe ich meinen Nagellackbestand minimiert. Ich staue zwar immer wieder, wie lange sich so ein Lack halten kann, wenn die Farbe doof ist und man das Fläschchen nie öffnet, aber die Hälfte ist weggeflogen.

Gestern habe ich spontan im Bad Platz geschaffen. Es gibt da so eine Ecke, da habe ich mal ein Brett hingelegt. Natürlich nicht befestigt – ist ja voll was für Anfänger! Jedenfalls war da mal eine kleine Kommode auf dem Brett, die genau unter den Arzneischrank passte. Brett war dadurch eingekeilt. Bis ich die Kommode entsorgte. Gestern wollte ich da noch eben was hinstellen und schob alles links rüber… Brett kippte und meine gläserne Etagere mit der Rest-Nagellacksammlung entsorgte sich in die Badewanne. Nagellackfläschchen sind ja erstaunlich bruchfest, aber die Etagere ist Schrott. Gut, bis auf die Delle in der Wanne sieht es aber sehr aufgeräumt aus im Bad!

Jetzt bietet sich mir die unglaubliche Gelegenheit, aus meinem Lieblingsgeschirr eine Etagere zu bauen – die Verbindungsteile aus Metall habe ich nämlich gerettet und einen Bohrer für Fliesen befindet sich in meinem Besitz.

Reicht Dir das Leben Zitronen – mach Limonade daraus!

Ich werde berichten.

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10 Gedanken zu “Ich mag den März

  1. Bei Euch geht es ja wirklich flott voran! Respekt! Das hat mich 4 Jahre harte Arbeit gekostet, bis ich meinen Freibeuter der Meere zu einer gemeinsamen Wohnung gebracht habe!
    Ich freue mich sehr für Euch!
    Außerdem drücke ich ganz fest die Daumen für Dein Auto!
    Liebste Grüße, Carola

  2. Wow, das ist ja schön zu lesen. Und ob schnell oder nicht – die Hauptsache ist, Du hast ein gutes Gefühl. Und DAS ist ja ganz deutlich zu lesen 🙂 Deshalb freue ich mich sehr für Dich und wünsche euch alles Liebe!!! Kerstin

  3. Einfach cool. Ich freue mich so…wie ich es gesagt hab. Wenn Frau nicht damit rechnet und dann zack, zack. Bei meinem Süßen und mir hält das nun schon im siebten Jahr 🙂 knutsch dich…

    • Du hattest völlig recht! Die letzte Aktion mit dem Suchen im Internet fiel viel leichter, weil ich mit null Erwartungen an die Sache ran gegangen bin. Und: voila! Nadel im Heuhaufen gefunden 🙂
      Knuuutscha zurück!

  4. Oh wow!!!
    Eine Frau der Tat. Beeindruckend. Ehrlich!!!

    UNd bei all der Entsorgungswut kann ich Dir immer wieder nur ans Herz legen: denk an die Telefonbücher!!! Denk dran!!! Voll unnötig das Zeug und ich verstehe nicht, wieso jemand die Dinger jahrelang im Schrank lagert. So viele Tisch Können gar nicht wackeln und Einbrecher einbrechen!!!

    :-)))))))

    • Jahrelang habe ich diesen Quatsch gehortet und dann doch nie das gefunden, was ich gesucht habe. Seit dem in der Grundschule Altpapier gesammelt und für die Klassenkasse verkauft wird, fällt mir das Entsorgen deutlich leichter! 🙂

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