Titel „Tollpatsch“ in liebevolle Hände abgegeben

Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass es bei mir immer eine Spur chaotischer als üblich zugeht. Böse Zungen mögen sogar behaupten, ich ziehe Unglück magisch an, die netteren Kritiker sehen mich als Garant für Kurzweil und Unterhaltung.

Es gibt wenige Urlaube, die Ablaufen wie am Schnürchen. Ich bin die jenige, die in die Türkei fliegt und dabei war, als „Interflug“ pleite ging und ohne Hotel und Rückflug dort festhing. Aber eine von denen, die die Deutsche Botschaft mit einem Gratisflug zurück in die Heimat holte, war ich leider auch wieder nicht…

Wenn ich mit Kollegen nach Hannover fahre, stöhnen schon alle Mitreisenden, weil es dann mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit geklaute Schienen oder vakante Oberleitungen, Personenschäden oder kaputte Bremsen im ICE gibt. Zumindest gibt es eine Verspätung, die nicht in die Toleranzgrenze fällt. Kollegen in Hannover erkundigen sich schon VOR dem werten Befinden „Na, was war es dieses Mal?“.

Wie es scheint habe ich den Staffelstab in der Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen“ an Lieblingskerl weiter gegeben.

Beispiele gefällig?

Am letzten Freitag war es glaube ich, als mein Lieblingskerl nach längerer Zeit mal wieder in seine Hütte fährt, um ein paar Dinge zu holen, Post einzusammeln und prompt mehr dort liegen lässt als einzustecken. Unter anderem seine Hose, die er im Job trägt. Also kurz entschlossen am Samstag rasch rein zu dem fiesen kleinen Klamottendiscounter bei uns im Dorf – für die Arbeit reicht so ein billiges Beinkleid ja völlig aus.

Unter anderem gucken wir uns auch zwischen dem ganzen Tand und Trödel im Laden um und entdeckten natürlich gleichzeitig eine schöne Vase für das Schlafzimmer – klar! Jeder braucht eine Schlafzimmervase. Logisch, dass wir inmitten der 35 Vasen die selbe im Auge hatten. Und als Lieblingskerl diese zur Bestätigung leicht mit dem Finger antippt, gehts los wie beim Domino-Day: klöngklöngklöngklöngklöngggg – klirrrklirrklirrrrrr. Oooopsi!

Drei Vasen zerstört – eine gekauft. Da man sonst für nen Zehner in diesem Laden die halbe Auslage käuflich erwerben kann, mutmaßen wir, dass die Verkäufer den Vasenschwund bereits beim Preis einkalkuliert hatten. Wer weiß, ob wir das gute Stück ohne den Scherbenhaufen überhaupt gekauft hätten.

Sonntag vierlief ohne weitere Vorkomnisse.

Gestern jedoch ereignete sich ein weiteres Husarenstück: ausgesperrt! Lieblingskerl hat sich (und mich) aus seiner Wohnung ausgesperrt. Laut eigenen Angaben zum ersten Mal in seinem Leben.

ICH hingegen sperre mich regelmäßig aus. Also bisher. Ich habe schon meine daheim hängen gebliebenen Schlüssel durch den Briefschlitz unter Zurhilfenahme einer Holzlatte und einer Drahtschlinge vom Schlüssenbrett geangelt. Habe mich durch offen stehende Fenster im ersten Stock gequetscht. Kellerfenster eingeschlagen. Habe Türriegel durch die Dichtung aufschnappen lassen. Schlüssel aus Gullis mit Magneten gerettet. Eine Tür habe ich auch mal mit einer Scheckkarte geöffnet.

Gestern war es auch so simpel: Tür zu, Fernseher zu zweit durch die Gegend gewuchtet und auf dem Weg zum Auto…. äh…. Schlüssel??? Tja, hingen am Schlüsselbrett. In den Hausflur kam man nicht mehr rein, aus der Tiefgarage nicht mehr raus, es sei denn, man „hängt“sich an andere Autofahrer „ran“. Zum Glück befanden sich die anderen Schlüssel in Hosen- und Jackentaschen. Abends hat man auch nicht mehr so das dringende Bedürfnis, sich der Sache anzunehmen, zumal es um die Ecke einen Schlüsseldienst gibt, der einem schon mal neue Schlüssel gefertigt hat, deren Schlüsselkarte sich doch immer im Portemonnaie… Moment, wo ist denn diese verdammte Schlüsselkarte hin??? Na egal, der Schlüsseldienst kann ja auch so irgendwie…. also, falls dieser den Laden nicht einfach unbemerkt aufgegeben hätte und jetzt leer steht…

Wer einen zuverlässigen Schlüsseldienst mit einem Service innerhalb der nächsten 30 Minuten und Festpreis sucht, kann sich vertrauensvoll an mich wenden! Für nur 70 EUR war die Tür innerhalb von 23 Minuten offen und so schaffen Lieblingskerl und ich uns langsam gemeinsame lustige Erlebnisse.

Na, ich halte Euch auf dem Laufenden, ob ich meine Pechsträhne nachhaltig abschütteln konnte 😉

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17 Gedanken zu “Titel „Tollpatsch“ in liebevolle Hände abgegeben

  1. Na dann bleibt der Titel wenigstens in der Familie 😉
    Liebenberg weiß ich noch nicht, für seine Kleine bestimmt toll, aber für meine Großen indiskutabel, wie ich sie so kenne. Vielleicht schließen wir uns kurzfristig an…dann aber sehr gerne. Falls es nichts wird, habe ich zwischen den Jahren frei, vielleicht findet sich ja ein Tratschnachmittag?!? Liebste Grüße, Carola

  2. *schenkelklopf* Herrlich, wie bei uns (STM+STW)…..Wir haben uns auch schon mal in den eigenen vier Wänden eingeschlossen und kamen nicht mehr heraus…große Kunst, das !
    gblg an euch

    • Ich verneige mich ganz ehrfürchtig vor so viel Kreativität und Einfallsreichtum! Mir ist es nur mal gelungen, nachdem ich selbst zu Hause eingebrochen war, stets und ständig gegen die verschlossene Haustüre zu rennen. Die war ja noch verriegelt!

  3. *lach* Das ist ja echt nicht schlecht! Aber sag mal, wie hält es denn Dein Sohnemann so? Hat der auch die Pechsträhne geerbt? Und so manche Dinge kenne ich doch, mit dem Schlüssel und so… LG, H.

    • Jaaaa, der Sohnemann…. das ist der, der täglich irgendwo gegen remmelt, der sich auch zweimal hintereinander die Stirn an der selben Schrankecke dellt und der vom Carport gefallen ist. Der ist anders… aber ähnlich!

      • An die Geschichte mit dem Carport kann ich mich noch erinnern. Ok, dann scheint das ja vererbbar zu sein. *lach* Aber vielleicht nimmt der Lieblingskerl Euch das jetzt ein bissl ab? LG, H.

  4. Hmmmm….also SO ungewöhnlich finde ich das jetzt nicht 😉 Immerhin hab ich mit mienem Sohnemann den Ober-Schussel im Haushalt wohnen. Ich wünsche Dir/Euch alles Liebe!!!
    Kerstin

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