Alles und nix

Irgendwie war das Wochenende mal wieder viel zu kurz, um alles komplett so zu machen, wie Sohnemann und ich uns das vorgestellt haben.

Der Samstag begann viel zu früh, obwohl wir verschlafen hatten. Sohnis Wecker (wieder mal nicht am Wochenende deaktiviert…) klingelte zu seiner üblichen Wochentagszeit, also um 6:40. Leider sollten wir zum Angeln um 7:00 am Kanal sein. Aber meine Güte – den Fischen wird’s ja wohl egal sein, ob wir etwas früher oder später da sind… Also schnell die Angelsachen zusammengerafft, etwas Proviant und das Strickzeug eingepackt und den Plan, mit dem Rad hinzufahren verworfen und ab ins Auto.

Am Ort des Geschehens angekommen erstmal grob orientiert – was geht hier denn ab? Wie läuft das jetzt? Angel rein ins Wasser und gut? Nönönööööö! Es handelte sich um ein Wettangeln vom Kreisangelerverband (aha – DAS bedeutet also das mysteriöse KAV auf dem Veranstaltungskalender… wieder was gelernt!) und die Angelplätze waren schon verlost. Wie jetzt?!? Ich merke, dass ich noch viel Lernen muss. Eine geborene Angelmama bin ich wohl nicht. Sohni guckt schon recht enttäuscht, aber die Veranstalter konnten sich knapp vor Tränenalarm noch dazu durchringen, ihn „außer Konkurrenz“ starten zu lassen. Was auch immer das bedeuten mag.

Ich beziehe in aller Ruhe mein Plätzchen im Schatten, oben auf dem Deich (übrigens: in Havel und Spree ist alles okeee). Da Sohni das erste Mal an einer solchen Veranstaltung teilnimmt, lassen sich die Herren des Vereins öfters blicken und geben Tipps, organisieren Ersatz für das verschollene Lotblei, die nicht vorhandenen Eimer, das vakante Lockfutter… Mama strickt und gibt zu Protokoll, dass sie nur so „Mama-Sachen“ beherrscht, Angeln aber so gar nicht ihr Ressort wäre. Dank Matze vom Verein wird Sohni aber rundum betreut und versorgt. Danke Matze!

Nun sollen wir aber auch noch am Schulfest mitwirken. Ich Sozialdoofie habe mich natürlich auf die Helferliste gesetzt und soll ab 10:00 den Verkaufsstand vom Schulförderverein unterstützen. Außerdem ist Oma zum Schulhof beordert worden, um dem Sohnemann ordentliches Schuhwerk zu liefern (der morgentliche Kaltstart verlief in Gummistiefeln – gut zum Angeln, schlecht für’s Schulfest) und beim Verzehr von Grillwürsten zu helfen. Nur ist das Wettangeln jetzt plötzlich doch erst um 11:00 zu Ende, außerdem zieht sich das wohl noch länger hin, denn es folgt eine Preisverleihung. Was tun?

Sohnemann hat zu diesem Zeitpunkt bereits 7 Barsche und eine Schleie gefangen. Also respektable Chancen auf Platzierung. Erneut Dank an Matze, der das Kümmern übernahm, während ich meinen Helfertermin auf die Spätschicht umbuchte und Oma samt Ersatzschuhen einsammelte. Watt’n Stress! Dabei ist Wochenende!!!

Nun ja – es gab Pokale und Preise für die Teilnehmer. Also für alle bis auf einen… da war doch was… außer Konkurrenz… MIST!

Mein erfolgreicher Nachwuchs hätte den dritten Platz in der Rubrik „Schüler“ belegt, wenn wir pünktlich da gewesen wären! Die Enttäuschung floss ihm dann doch aus den Augenwinkeln und er war total sauer auf sich selbst – den Pokal fand er nämlich wundervoll und von den Preisen hätte er sich was Schönes an Angelzubehör aussuchen können.

Mann, ging mir das da mies… Eigentlich sollte ich doch den Wecker stellen und habe das glattweg vergessen. Mein schlechtes Gewissen konnte ich nur beruhigen, in dem ich den Kauf einer neuen Stippe versprochen habe. Von wegen Glück könne man nicht kaufen… Egal. Kleines Trostpflaster für ihn und für mich so eine Art Lehrgeld. Aber die Enttäuschung blieb noch mindestens eine Stunde ungebrochen bestehen und auch der übrig geblieben Preis, der ihm dann gnädiger Weise überlassen wurde, beinhaltete natürlich nicht das, was er sich ausgesucht hätte. Oder gibt es hier jemanden, der eine Schere braucht, die einen Regenwurm in drei exakt große Segmente schneidet? Nein???

Zum anschließenden Schulfest waren wir nun mittlerweile echt spät dran, aber dort wurde meine Hilfe am Verkaufsstand dankend angenommen. Meine Aufgabe fortan bestand im Brötchen aufschneiden – Kassieren war eigentlich denen vorbehalten, die nicht mit Lebensmitteln zu tun hatten. Aber was tun, wenn das Geld passend hingehalten wird? Natürlich zugreifen! Also hatte ich dann eine reine Hand mit Handschuh und eine für den unreinen Bezahlvorgang. Ab und zu kann ich Multitasking.

Die Mama neben mir – die Frau an der Kasse – hat übrigens ein Mädchen mit einem neuen Fünfer weggeschickt mit den Worten „sehr hübsch Kleines – und jetzt holst Du bitte das echte Geld!“. Hihi… hat sich wohl noch nicht üerall rumgesprochen, dass neues Geld im Umlauf ist. Echtes!

Dort im Schatten unter dem Verkaufzelt ahnte ich schon – trotz lausig kaltem Wetter mit böigem Wind im Schatten prickelte und spannte das Gesicht. Gesichtssonnenbrand. Nochmal Mist.

In der Zwischenzeit baue ich immer mal wieder an meiner Terrasse rum. Zur Zeit steht Streichen der Unterkonstruktion an. Laut Herstellerangaben soll zwischen den einzelnen Aufträgen 24 Stunden Zeit liegen. So ein Kantholz hat 4 Seiten… der geübte Kopfrechner weiß, bis alle Seiten doppelt eingepinselt sind, äh… vergeht echt viel Zeit. Zumal mir das Douglasienöl natüüüürlich nach 3 gestrichenen Seiten ausging. Also gab es Samstag nachmittags noch eine kleine Stippvisite im Baufachmarkt.

Uns erwartet dort folgendes Szenario: ein mit Flatterband abgesperrter Bereich, Marktleiter mit Handy am Ohr, Mitarbeiter mit angespannten Minen, ein riesiger SUV mit Stern (SUV= super überflüssiges Vehikel) und eine Fahrerin, ebenfalls mit Handy am Ohr, dazu noch ein paar Splitter am Boden und ein Laternenpfahl, der eindeutig nicht mehr senkrecht in den Himmel ragt. Hier wurde ganz offentsichtlich die kürzestmögliche Strecke gefahren und das war keine gute Idee. Und das war keine Wegesrandleuchte für den Hausgebrauch, sondern eher Marke Flutlicht im Fußballstadion, umringt von rot-weißem Band…

Insofern war unser Wochenende gar nicht so blöd gelaufen. Hätte schlimmer kommen können!

Aber der Sonntag verlief wesentlich besser. Da gab es Projekte, die wunderbar verliefen. Ich sage nur: der Holunder blüht und morgen gibt es was Feines aus der Küche zum nachlesen.

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7 Gedanken zu “Alles und nix

  1. Das ist ja mal honigkuchen gelaufen mir dem Wettbewerb, aber schön das Mama großherzig ’ne Stippe rausmacht – wenn ich die GLoomis Baitcastersammlung in unserem Keller anschaue, hoffe ich für dich dass dein Sohni noch nicht so einen erlesenen Geschmack für Angeln an 300 Euro hat 😉 Aber ich glaube das kommt erst im Alter und dann bist du fein raus in Sachen Bezahlung 🙂
    Ansonsten muss an der Spree einschwarzes Loch sein, dein Tag hat definitiv mehr als 24h Stunden, du Powerpaket, wow!!!!!!!!

    • Naja, tja, also….
      …also bei den Anglern ist das so: das Hobby kann jederzeit auf Eis gelegt werden. Wenn die Knaben beispielsweise das andere Geschecht entdecken, steht die Angel im Keller. Oder wenn sie Familie gründen.
      Der Anglerverein besteht folglich aus Kindern und Jugendlichen bis 16, jungen Männern zwischen 22 und 26 (erste Beziehung gerade dem Bach runter und noch vor Nestbau) und danach kommt noch die Generation 60plus. Ich müsste also meine Zielgruppe neu definieren. Also weg von nahezu Gleichaltrig hin zu Frisch- oder Gammelfleisch. Ich bin da noch sehr unentschlossen….

    • Hihi… Du wolltest doch eh mal Urlaub in Berlin machen, oder? *g*
      Was immer Du loswerden willst: ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Sohnemann kann hundertprozentig ALLES gebrauchen.

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