1500 KM Herbstferien – Stralsund

Herbstferien… es gilt, das Kind (und mich selbst) zu bespaßen. Was also tun? Zum Glück gibt es das Internet und ich lasse mich treiben.

Unterwegs bleibe ich virtuell in Stralsund hängen. Ozeaneum klingt spannend, hab ich auch schon mal was von gehört (nur Gutes!).

Also flugs Eintrittskarten und ein Hotelzimmer aus dem Netz gefischt!

Samstag gehts los. Möglichst früh. Angepeilt ist 8:00 MEZ, damit es sich auch lohnt.

Gesagt, ge… upps! Leider werde ich erst um 10 nach 8 wach. Zwar ausgeschlafen, aber nun völlig hinterm Zeitplan. Gut, dann kann ich auch die langsamere Route wählen, die statt Autobahn rechts hoch (A20) oder Autobahn links hoch (A19) die güldene Mitte ist: B96! Bei Dauerregen recht anstrengend, aber durch die verspätete Abreise, der geplanten Übernachtung und Eintrittskarten für das Ozeaneum ohne bestimmten Termin ist das nun auch egal. Ist ja Urlaub!

Die Blitzer bis Löwenberg kenne ich noch auswendig. Dann gibt es eine kleine, vermutlich typisch weibliche Desorientierung (Rechts? Links???), einmal falsch abgebogen und so bin ich irgendwo in Neubrandenburg, greife entnervt zum Handy, welches nur Google Maps drauf hat… und fahre mit Mitte 50 (nein! nicht mein Alter!!!) an einem Blitzer vorbei. ZONK! Demnächst gibt es ein lustiges Foto, wo Frau W. aus S. ziemlich genervt auf das Handy in der Hand starrt. Verflucht!!! Ob es eine Option gewesen wäre, den grauen Starenkasten abzumontieren? Gab es da nicht interessante Möglichkeiten mit Flusssäure?

Die restlichen Kilometer versuche ich, dieses missliche Ereignis aus dem Hirn zu löschen.

Zwischendurch gibt es beim Nachwuchs noch ein kleines Hüngerchen und inspiriert durch einen großen, gelben Buchstaben am Wegesrand kehren wir bei Mc Burger ein. Und statten zur Erheitung der Mama noch einem Textildiscounter einem kurzen Besuch ab. 2 Leggings und eine lustige bunte Tasche nenne ich nun mein Eigen.

Gibt es für das Bloße in den Händen halten eines zum Telefonieren geeigneten Gerätes eigentlich Punkte, Führerscheinentzug und ne saftige Geldstrafe? Nicht daran denken…

Stralsunds Altstadt sieht auf dem Handy recht unübersichtlich aus und in Natura auch. Mit ein paar unnötigen Schlenkern finden wir dann unser Hotel. Sehr adrett, direkt am Neuen Markt belegen und genau gegenüber der Marienkirche. Gut gewählt!

Nachdem die Zimmer bezogen sind geht es raus in den Nieselregen. Der Weg führt und ins nahe gelegene Meeresmuseum.  Sehr beeindruckendes Gebäude! War vermutlich mal eine Kirche. Interessante Verwendungsmöglichkeit! Drinnen gibt es natürlich alles zum Thema Meer. Selbst über Fischerei und ich bin ziemlich überrascht, wie groß doch Schleppnetze sind. So ein Trawler passt dort ungefähr 100 Mal rein. Da kann man sich vorstellen, dass da nicht unbedingt nur das gewünschte Fischlein drin landet, sondern auch wahnsinnig viel Beifang. Müll für die Fischer, der dann auch entsprechend entsorgt wird. Ich fühle mich bestärkt darin, keine Fisch zu essen und bei Lachs (wenn ich den mal für meine Mom kaufe) auf konventinell gefischte und zertifizierte Ware zu achten. Um die Gedanken wieder in erfreulichere Richtungen zu lenken, denke ich an den Blitzer und dann ist wieder gut!

Anschließend wird noch im Kartoffelkeller gespeist und ich frage mich, warum so viele Leute in einem dunklen Kellerverließ Essen gehen… Naja, satt bin ich geworden, aber richtig lecker war es nicht. Der Koch war vermutlich noch nie verliebt oder die Existenz von Salz war ihm fremd… However.

Im Hotel erfreue ich mich über schnelles Internet und nutze die einmalige Gelegenheit, alle angesammelten Updates, die ich mangels Fähigkeiten meines Dorf-Internets immer verschoben habe, runterzuladen. So, mein Handy hat jetzt auch eine sprechende Navigations-App, so dass ich künftig an Blitzer nur noch dumm gucke, dafür aber kein Phone in der Hand halte! Mist… leider etwas spät…

Angenehm geschafft bette ich mein müdes Haupt auf das Kissen. Und höre gespannt den Kirchglocken zu. Dazu habe ich fortan öfters Gelegenheit, denn es dongelt einmal um Viertel nach, zweimal um Halb, dreimal um Dreiviertel und zur vollen Stunde folgt sodann auch noch die gedongelte Uhrzeit. Wie verwöhnt ich doch bin durch das völlig ruhige nächtliche Dorfleben! Ich schlafe im Schnitt 10 Minuten nach dem Geläut wieder ein, schrecke fünf Minuten später wieder hoch und drehe mich. Dominik fängt gegen drei auch an im Bett zu rotieren. Und auch meine Mom kann kein Auge zu tun. Na toll!

Völlig übermüdet schleppt sich die Familie runter ins Restaurant, schafft es aber dennoch, das Buffet zu genießen. Die Koffer sind flugs wieder gepackt und dann geht es auf ins Ozeaneum.

Wir versuchen, einen der Regenschirme in ein Schließfach zu quetschen, den großen müssen wir halt triefend durch die Ausstellung schleppen, mit roher Gewalt gelingt mir auch dieses Kunsttück und dann entdecken wir die Schirmständer im Eingangsbereich…

Fünf Minuten nach unserem Eintreffen startet eine kostenlose Führung. Da sind wa doch dabei!

Ein älterer Herr von Greenpeace erklärt uns die Walskelette, reicht Wirbelkörper eines Schweinswales rum und wir lernen den Unterschied zwischen Bartenwalen und Zahnwalen kennen, bewundern die lebensgrpßen Modelle und genießen liegend eine Lightshow rund um den Wal. Höchst informativ!

Dann gehen wird alleine durch das Museum. Ich knipse wie eine Verrückte, denn in den vielen Aquarien findet sich immer wieder Sehenswertes. Das Ozeaneum sollte man wirklich gesehen haben, insbesondere mein kleiner Angler ist begeistert. Einige Stunden treiben wir uns dort rum und es ist keine Sekunde langweilig.

Danach suchen wir uns noch ein Restaurant, was sowohl Fisch als auch Schnitzel und was leckeres Vegetarisches im Sortiment hat. Kein leichtes Unterfangen, da ich mich strikt weigere, erneut in den Kartoffelfolterkeller einzukehren. Bei Sohnemann kippt so langsam die Stimmung, meine Mom stapt tapfer durch den Regen und ich fühle mich langsam schuldig, so außergewöhnliche geschmackliche Vorlieben zu haben… Fündig werden wir genau neben dem Hotel. Immerhin liegt das taktisch klug, denn dort parkt ja noch das Auto.

Die Rückreise verläuft wieder bei Dauerregen erneut über die B96, dieses Mal ohne unerwünschten Kurztripp durch Neubrandenburg und völlig ohne Blitzerkontakt und in nur 3 Stunden. Et voilà – geht doch!

Gut 600 KM sind damit bewältigt.

Nächster Reisebericht – Heidepark – folgt demnächst!

MCL

Advertisements

3 Gedanken zu “1500 KM Herbstferien – Stralsund

  1. nächstes mal nimmste einen von dominics freunden mit! dann können mutter und mutter mal gepflegt chillen!! ansonsten bin ich tierisch neidisch auf den besuch am meer…. auch will…. lg pu

  2. Also ist Stralsund schön, so insgesamt. Das muss ich doch wissen ! Man kann auch einen Stinkefinger zeigen, wenn man vor mit nach dem Blitzer verwechselt; hat uns gestern unser Kind gebeichtet; gestern – auch im Blitzerland Brandenburg. LG Maliha

  3. Ich glaube Stralsund hat auch eine enorm hohe Kirche, auf deren Turm man klettern bzw. mühsam hoch steigen kann. Danach sind die Beine wie Pudding, wenn sie nicht geübt sind. Also falls ihr nochmal dahin kommt, dann steigt da mal rauf. Denn das bringt APs. Und Spaß.Und sogar ne tolle Aussicht, wenn nicht grade Nebel herrscht.

    Dein Bericht ist, wie alles was du schreibst, witzig und sehr unterhaltsam. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s